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Zdirekt! 04-2019

8 TITELTHEMA Interview

8 TITELTHEMA Interview Recruiting 4.0: Was Mittelständler beachten sollten Employer Branding Nach aktuellen Studien leiden derzeit 75 Prozent aller bundesdeutschen Betriebe an einem deutlichen Arbeitskräftemangel – Zeitarbeitsunternehmen inklusive. Gleichzeitig ist ein Drittel der deutschen Erwerbstätigen offen für einen Jobwechsel. Doch viele Personaldienstleister sind von der Sorge getrieben, bei der Qualität der Bewerbungen Abstriche machen zu müssen. Was können iGZ-Mitgliedsunternehmen tun, um bei der Bewerbersuche die Nase vorn zu haben und qualifiziertes Personal zu finden? Über diese Frage sprach Bettina Richter, iGZ-Fachbereich Bildung und Personal / Qualifizierung mit Bettina Schiller, stellvertretende Bundesvorsitzende und Ansprechpartnerin für das Thema „Recruiting“ im iGZ-Bundesvorstand.

Z direkt! 04/2019 TITELTHEMA 9 Wie hat sich das Recruiting für Personaldienstleister in den vergangenen Jahren verändert? Inzwischen ist es wichtiger geworden, die Beratung in den Mittelpunkt zu stellen. Und zwar Beratung für beide Seiten: die Kundenseite und die Bewerberseite. Als Personaldienstleister sind wir nun mal Spezialisten in Sachen Personalvermittlung. Wir müssen zum Beispiel unsere Kunden frühzeitig dafür sensibilisieren, wenn eine gesuchte Qualifikation am Markt kaum noch oder nur mit sehr großem zeitlichem und monetärem Aufwand zu finden ist. In solchen Fällen muss man nach adäquaten Lösungen für den Kunden suchen, also zum Beispiel nach ähnlichen Qualifikationen, die der Wunschqualifikation am nächsten kommen. Oder man weckt die Bereitschaft, einem Kandidaten aus der zweiten Reihe eine Chance zu geben. Gleichzeitig geht es darum, das Potenzial der wenigen Kandidaten, die überhaupt noch in Frage kommen, sorgfältig zu prüfen. Immerhin kommt es angesichts des allgemeinen Rückgangs bei den Kandidatenzahlen mehr denn je auf das Vermarktungspotenzial jedes Einzelnen an. Und schließlich müssen wir am „Employer Branding“, also der Arbeitgebermarke eines Unternehmens, arbeiten und hier insbesondere unsere Fähigkeit des „Kümmerns“ um alle Belange der Bewerber stärker herausstellen. Das ist unser Kerngeschäft, darin sind wir Experten, und nur so können wir uns im harten Wettbewerb um Talente am Markt behaupten. Wie wirkt sich die Digitalisierung auf das Recruiting aus? Die Möglichkeiten der Digitalisierung spielen schon jetzt eine ganz erhebliche Rolle und werden weiter an Bedeutung gewinnen. Laut der Lünendonk-Studie für Zeitarbeit 2018 haben die Anzeigen in Online-Jobbörsen die Kontakte zu Arbeitsagenturen im vergangenen Jahr mit 28,4 im Vergleich zu 19,6 Prozent erstmals deutlich überholt. In der Vorjahresuntersuchung konnten die meisten Arbeitnehmer noch über Kontakte zu den Arbeitsagenturen gewonnen werden. Das hat sich geändert und diese Entwicklung wird weiter gehen. Daneben gewinnt bei unseren Mitgliedsunternehmen die aktive Suche über soziale Netzwerke zunehmend an Bedeutung. Active Sourcing

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