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Zdirekt! 03-2022

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44 AKTIV iGZ-New-Work-Summit Top of New Work Eine besondere Atmosphäre bescheinigte Clemens von Kleinsorgen, stellvertretender Leiter iGZ-Fachbereich Bildung und Personal | Qualifizierung, dem Amplifier in Berlin, in das der iGZ zu seinen „Summits“ geladen hatte. Rund 100 Interessierte folgten und kamen am ersten Tag der zweitägigen Veranstaltung in das Industriedenkmal in Gründerzeit-Architektur, um sich dem Thema New Work zu widmen. Zum Auftakt erläuterte Prof. Dr. Jens Große, Leiter iGZ-Fachbereich Bildung und Personal | Qualifizierung, den Ablauf der Veranstaltung – anschließend ergriff Dr. Timm Eifler, iGZ-Bundesvorstandsmitglied und Geschäftsführer hanfried Personaldienstleistungen GmbH, das Wort und führte mit seinem Beitrag „New Work? Haben wir immer schon gemacht!“ ins Thema ein. Eifler betonte, das Verständnis von New Work sei oftmals abhängig von der jeweiligen persönlichen Situation – was für manche selbstverständlich sei, bedeute für andere oft genug eine Innovation, die stellvertretend für New Work stehe. Das beste Beispiel lieferten die Teilnehmer selbst – längst nicht jeder habe etwa die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten oder einen Dienstwagen zu fahren. Durchgehende Indiz seien Entwicklungen wie etwa die zunehmende Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Corona habe dann eine eigene Dynamik in die Neugestaltung der Arbeitswelt gebracht. „Ich nenne das New Work 2.0“, erklärte das iGZ-Bundesvorstandsmitglied. Was noch vor Corona undenkbar war, sei nun schon Standard, verwies Eifler auf Videokonferenzen. Mit Blick auf den zunehmenden Fachkräftemangel stellte er fest, „dass die durch die Digitalisierung und den Wandel der Arbeitswelt freiwerdenden Arbeitskräfte nicht schnell genug in Richtung der notwendigen Qualifikationen weitergebildet oder umgeschult werden.“ Dieser wachsende Mangel bedeute für die Unternehmen nun auch, auf die Wünsche von Mitarbeitenden eingehen

Z direkt! 02/2022 AKTIV 45 zu müssen, denn im Kampf um Fachkräfte zählen, so Eifler, die Werte von New Work wieder verstärkt. Der Impuls zu New Work komme heute also stärker von den Mitarbeitenden/Talenten. Fachkräftemangel und -sicherung seien demnach die Hauptmotivation für Unternehmen, sich mit New Work zu beschäftigen. Zeitarbeit sei in diesem Zusammenhang „Home of New Work“: Als Gründe nannte er Individualität, Offenheit, Fairness, Flexibilität, Transparenz und Verantwortung, die in der Branche praktiziert werden. Danach ging’s in die Panels: „Flexible Arbeitszeitmodelle für das interne Personal: Wie lassen sie sich in Zeitarbeitsunternehmen umsetzen?“, fragte Stefan Dietz, Unternehmer, Autor, Redner und Arbeitswelt-Gestalter – und lieferte die Antworten gleich mit. Rüdiger Maas, Gründer und Vorstand Institut für Generationenforschung, widmete sich der „Frage nach dem Sinn von Arbeit: Was motiviert die Gen Z und was bedeutet das für die Mitarbeitergewinnung und -bindung?“. Thorben Fasching, Geschäftsführer Open Reply und ehemaliger Vizepräsident im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), erläuterte schließlich die „Kompetenzentwicklung in einer digitalisierten Welt“ und die Frage „Welche Kompetenzen brauchen wir für die Arbeitswelt von Morgen?“. Weitere Antworten und Diskussionsstoff lieferten die Barcamps, in denen sich die Teilnehmer in kleinen Kreisen untereinander austauschten. Dabei beschäftigten sie sich unter anderem mit Themenschwerpunkten wie dem Onboarding für neue Mitarbeiter, der Frage, welche internen Kompetenzen in der Personaldienstleistung gebraucht werden oder auch der Messbarmachung von Prozessen insbesondere mit Blick auf mobiles Arbeiten. Ergänzend dazu diskutierten die Teilnehmer über Steuerungsinstrumente fürs Homeoffice und Tools fürs smarte Arbeiten. „Der New-Work-Hype zwischen Mythos und Wahrheit“ – Carlos Frischmuth, Managing Director und Leiter Hauptstadtrepräsentanz der Hays AG und Autor des Buches „New Work Bullshit“, richtete einen auch kritischen Blick auf die Thematik. Die New-Work-Diskussion existiere schon seit 40 Jahren und es sei erstaunlich, dass gerade jetzt der große Hype eingesetzt habe. Mitarbeiterbindung und -gewinnung seien derzeit die Topthemen, was sich vor allem auch in der Zahl der offenen Stellen offenbare. Deutschland habe mit 45 Millionen Beschäftigten noch nie so viele Arbeitende gehabt. Der Arbeitsmarkt habe sich verdichtet, das Erwerbspersonal werde schrumpfen, was sich noch verschärfe, wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen. „Ein Arbeitsmarkttornado setzt sich in Gang und bekommt eine enorme Geschwindigkeit“, prognostizierte Frischmuth. Die neue Generation werde New Work explizit wollen und einfordern, es finde ein regelrechter Machtwechsel statt. Wenn ein Unternehmen darauf nicht reagiere, „wird diese Generation einfach die Straßenseite wechseln und im Betrieb gegenüber arbeiten.“ In der zweiten Panelrunde übernahm am Nachmittag Dr. Merle Emre, Director Campus Hamburg, Hochschule Macromedia, den Part von Fasching und referierte über die „Kompetenzentwicklung in einer digitalisierten Welt: Welche Kompetenzen brauchen wir für die Arbeitswelt von Morgen?“. Dr. Sirkka Freigang, Autorin, Speakerin, Facilitator und Smart Learning Expertin, die wissenskreateurin**, brachte den Aspekt von Aus- und Weiterbildung ins Gespräch. In ihrer Keynote thematisierte sie: „New Work braucht neue Lernkonzepte“. Lernen sei extrem komplex, der Antrieb erfolge von innen aus eigener Motivation heraus, habe also auch viel mit Selbstverantwortung und -verwirklichung zu tun. Es gelte, aus passiver Wissensvermittlung ein aktives Lernverhalten zu erzeugen. Am Ende eines abwechslungsreichen Tages stand noch eine „Fishbowl“ auf dem Programm: Moderiert von Manuel Epker, Geschäftsführer des Instituts für Bildungskooperation, nutzten die Anwesenden die Gelegenheit, ihre Fragen und Ideen zu äußern und gemeinsam mit einer Expertenrunde – Dr. Timm Eifler, Dr. Sirkka Freigang und Stefan Dietz – zu diskutieren. Zum gemeinsamen „Aprés Summit“ gab´s dann noch ein kleines Resumee. WLI

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