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Zdirekt! 02-2021

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28 TITELTHEMA

28 TITELTHEMA Erfolgsmodell Zeitarbeit Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (vbw) hat eine digitale Kongress- Reihe für neue Bundestagsabgeordnete organisiert. Unter der Moderation von vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt werden seit Mai mehrere digitale Runden in den Regionen angeboten, um mit den neu nominierten Bundestagsabgeordneten aller Parteien über die Vor- und Nachteile der Zeitarbeit zu diskutieren. Bei einer Veranstaltung war auch der iGZ dabei. Foto: vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. Bertram Brossardt Zu Beginn stellten Vertreter von Unternehmen ausführlich in Praxisberichten dar, warum und in welchem Umfang sie Personaldienstleistungen in Anspruch nehmen – so etwa in der Auftaktveranstaltung Michael Ullrich, Senior Vice President und Chief Financial Officer bei Linde. Anschließend hatten die Parteivertreter Gelegenheit, ihre jeweiligen arbeitsmarktpolitischen Positionen vorzustellen. Alle Beteiligten waren sich einig, dass die Corona-Pandemie auch die Arbeitswelt nachhaltig verändert habe. Die fortschreitende Digitalisierung etwa hat durch die Pandemie einen gewaltigen Schub erfahren. Das sei eine Chance für alle – für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen. Andere coronagetriebene Veränderungen der Arbeitswelt sieht die Bayerische Wirtschaft eher negativ, wie der vbw-Hauptgeschäftsführer Brossardt im einleitenden Grundsatzreferat ausführte. Nachfolgend einige wesentliche Passagen aus dieser viel beachteten Rede: » Uns allen muss bewusst sein: Flexible Beschäftigungsformen wie Zeitarbeit sind für die Unternehmen in unserem Land überlebenswichtig und dürfen nicht weiter angetastet werden! Wir brauchen sie, wenn wir gestärkt aus der Krise kommen und wirtschaftlich erfolgreich bleiben wollen. In Anbetracht dieser weiterhin kritischen Situation müssen wir alles daransetzen, die Konjunktur in Schwung zu bekommen. Mit Blick auf den Faktor Arbeit heißt das: Wir dürfen nicht fesseln, wir müssen entfesseln! Wir dürfen nicht unbeweglich und starr sein, wir müssen dynamisch und flexibel werden! Wir dürfen nicht beschränken, wir müssen Schranken beseitigen!

Z direkt! 02/2021 TITELTHEMA 29 Es gilt die Formel: Um das Tempo der wirtschaftlichen Erholung zu intensivieren, müssen wir Beschäftigung flexibilisieren. Das gilt im Übrigen auch mit Blick auf die Befristungs- und Arbeitszeitregelungen. Eine verschärfte Regulierung von Beschäftigung hingegen wäre kontraproduktiv. Auch die Zeitarbeit steht zu Unrecht in Verruf. Sie hat zwei Funktionen, die für unsere Volkswirtschaft von immenser Bedeutung sind: Zum einen ermöglicht Zeitarbeit den Unternehmen beim Personaleinsatz höchste Flexibilität. Das ist gerade jetzt, in der Krise, ungeheuer wichtig, damit sich angeschlagene Firmen wieder aufrappeln können. Zum anderen ist die Zeitarbeit aber auch für viele Arbeitsuchende von existenziellem Wert: Gerade Geringqualifizierte nutzen sie als Brücke in den Arbeitsmarkt. Zwei Drittel derjenigen, die 2019 eine Tätigkeit als Zeitarbeitnehmer aufgenommen haben, waren zuvor ohne Beschäftigung. 16 Prozent waren länger als ein Jahr beschäftigungslos. Hinzu kommt, dass viele Zeitarbeiterinnen und Zeitarbeiter den Sprung in ein konventionelles Beschäftigungsverhältnis schaffen. Diesen Beschäftigungsmotor dürfen wir nicht einfach abwürgen! Als vbw setzen wir uns deshalb dafür ein, die Höchstüberlassungsdauer abzuschaffen – zumindest in Krisenzeiten und den ersten Monaten der Erholung. Denn Fakt ist doch: Wenn ein Zeitarbeitseinsatz nur wegen der Höchstüberlassungsdauer beendet wird, erhöht das in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Gefahr, arbeitslos zu werden. Das sollten wir verhindern! Auch die ausufernde Bürokratie des 2017 reformierten Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes muss deutlich zurückgestutzt werden. Umfangreiche Melde- und Hinweispflichten sind ebenso unnötig wie das Schriftformerfordernis, das den Unternehmen Zeit und Nerven kostet. Ein Textformerfordernis sollte im 21. Jahrhundert völlig ausreichen! Arbeit ist in Deutschland nicht nur teuer, sondern auch an unzählige Vorgaben gebunden. Das wiederum stellt eine ernstzunehmende Gefahr für den bislang so robusten Arbeitsmarkt dar. Diese Stabilität ist aber nicht gottgegeben! Das müssen wir uns immer wieder vor Augen führen! Die Unternehmen in Deutschland brauchen Luft zum Atmen, um den Konjunktureinbruch zu überwinden, Innovationen in Gang zu bringen und Arbeitsplätze zu schaffen bzw. zu erhalten. Kurzum: Flexibilität ist das Gebot der Stunde, um in der Post-Corona-Zeit wieder auf die Beine zu kommen. Wir sollten Zeitarbeit und Werkverträge deshalb nicht dämonisieren, sondern sie als das betrachten, was sie sind: Unverzichtbare Instrumente aus dem Werkzeugkasten zum Wiedererstarken unseres Corona-geschwächten Landes! « WS Anzeige # Easy Homeoffice mit E+S Personaldienstleister ... damit Sie sich auf die wichtigen Dinge im Leben konzentrieren können! Mit uns bleiben Sie flexibel - jetzt und in Zukunft! www.es-software.de vertrieb@es-software.de

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