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24 TITELTHEMA Wahlkampf

24 TITELTHEMA Wahlkampf in der Zeitarbeit In Coronazeiten ist auch der Wahlkampf ein anderer. Große Veranstaltungen, zu denen Menschenmassen zusammenkommen, wird es in diesem Jahr kaum geben. Die Parteien konzentrieren sich auf den digitalen Wahlkampf mit Diskussionsrunden, Fernsehdebatten nach Vorbild der amerikanischen Elefantenrunden und Infomaterialien auf Websites und per Video. Im kleinen Kreis und immer unter Einhaltung aller Corona-Schutzmaßnahmen sind aber auch persönliche Treffen möglich – so wie bei iGZ-Mitglied Armon in Rheinland-Pfalz. Patrick Schnieder (links) und Bruno Hebel (rechts) Pünktlich um 10 Uhr biegt der Kombi auf den Parkplatz der Zeitarbeitsfirma Armon in Wittlich. Ein Mann im grauen Anzug steigt aus und wird von Niederlassungsleiter Bruno Hebel begrüßt. Es ist der parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Patrick Schnieder. In der Unions-Fraktion läuft so gut wie nichts ohne ihn: Als „PGF“ ist er eine der wichtigsten Personen innerhalb der Fraktion und enger Mitarbeiter des Fraktionsvorsitzenden Ralph Brinkhaus. In abgedunkelten Limousinen fährt ihn die Fahrbereitschaft des Deutschen Bundestags in Berlin von Termin zu Termin. In aller Regel sind die Parlamentswochen eng durchgetaktet – eine Besprechung jagt die nächste. Mit so einer wichtigen Persönlichkeit kommt man nicht „einfach so“ ins Gespräch, sollte man meinen. Stimmt aber nicht. Denn das deutsche Wahlsystem sieht mit dem Wahlkreis-Prinzip vor, dass jede Bürgerin und jeder Bürger einen eigenen regionalen Vertreter in Berlin haben. Und ganz egal, wie wichtig sie in Berlin sein mögen: Jede Bundestagsabgeordnete und jeder Bundestagsabgeordneter weiß, dass sie nur dann sicher im nächsten Bundestag wieder vertreten sein werden, wenn sie ihren Wahlkreis auch bei der nächsten Bundestagswahl direkt gewinnen. Patrick Schnieder nimmt das sehr ernst. Auf seiner Homepage kann man ein „Schwätzchen mit Schnieder“ vereinbaren. Er sagt: „Der Kontakt zu meiner Heimat und den Menschen, die ich in Berlin vertrete, ist mir sehr wichtig. Deshalb nutze ich jede Gelegenheit, die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger kennenzulernen, gemeinsam nach politischen Lösungen zu suchen und diese dann auch in die Realität umzusetzen.“ Das kann Armon-Niederlassungsleiter Bruno Hebel bestätigen. Über Instagram war er im April dieses Jahres mit dem Politiker in Kontakt getreten: „Patrick Schnieder hatte in einem Post dafür geworben, Unternehmensansiedlungen bei uns vor Ort zu erleichtern. Ich hatte dann in einem Kommentar darauf hingewiesen, dass wir schon jetzt viel zu wenige Arbeitskräfte haben und dass ich ihn gern dazu einmal sprechen würde. Noch am selben Tag hatte ich über Instagram die Gesprächszusage

Z direkt! 02/2021 TITELTHEMA 25 von Herrn Schnieder.“ Sicherlich mag es nicht hinderlich gewesen sein, dass Schnieder bereits im vergangenen Bundestagswahlkampf Bruno Hebel einen Besuch abgestattet hatte. Doch auch hier hatte Hebel die Initiative ergriffen: „Ich hatte ihn einfach mal angemailt. Man hat ja immer ein Thema.“ Damals seien es die Zeitarbeitsrestriktionen im Bauhauptgewerbe gewesen, über die er mit dem Politiker sprechen wollte. „Meine Meinung ist, dass die Politik insgesamt zu wenig über Zeitarbeit weiß“, beschreibt Hebel seine Motivation. „Das ist genau der richtige Weg“, freut sich Andrea Resigkeit, Leiterin des iGZ-Hauptstadtbüros. „Wir empfehlen den Mitgliedsunternehmen in der Tat, direkt mit den Abgeordneten Kontakt aufzunehmen. Und das funktioniert über die Wahlkreis-Kontakte in aller Regel am besten.“ Der Verband selbst ist gegenüber seinen Ansprechpartnern, den Fachpolitikern, natürlich auch im Wahlkampf aktiv. Allerdings sei die Direktansprache durch Unternehmerinnen und Unternehmer, die aus ihrer eigenen Tätigkeit noch authentischer berichten können, dadurch nicht zu ersetzen. Der iGZ unterstützt seine Mitgliedsunternehmen durch entsprechende Materialien sowie bei der Pressearbeit und durch eine anschließende Berichterstattung in unseren Verbandsmedien, ergänzt Pressesprecher Wolfram Linke. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass insbesondere auch Kandidaten, die einen Amtsinhaber herausfordern, dankbar für solche Termine sind, weil sie sich natürlich auch erstmal bekannt machen müssen und wollen“, so Linke. Außerdem erinnert er daran, dass „der Kandidat von heute nicht selten der Amtsinhaber von morgen ist.“ In diesem Sinne ruft Resigkeit die iGZ-Mitglieder auf, ähnlich aktiv zu werden, auf die Abgeordneten oder Kandidaten vor Ort zuzugehen und um Gesprächstermine zu bitten: „Nur wenn es uns gelingt, mehr Hintergrundwissen und Positivbeispiele über die Zeitarbeit bei den politisch Handelnden zu verankern, sind wir letztlich besser vor falschen oder schädlichen politischen Beschlüssen geschützt.“ Bei Patrick Schnieder in Wittlich ist die Botschaft angekommen. „Zeitarbeit ist bedeutsam für unseren Arbeitsmarkt. Sie ist wichtig für die Integration in den Arbeitsmarkt, sie ist wichtig als Rekrutierungselement für Unternehmen und sie kann zu Flexibilisierung beitragen“, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion bei dem Termin zu Bruno Hebel. Und so stand es schließlich auch in der Pressemitteilung. MS

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