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Zdirekt! 02-2021

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2 EDITORIAL

2 EDITORIAL Zeitarbeitsbranche braucht politische Planungssicherheit In den vergangenen fünf Legislaturperioden standen stets auch Veränderungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) auf der Tagesordnung des Bundestages. Mal ging es um Liberalisierungen, wie die Abschaffung der Höchstüberlassungsdauer, mal gab es Anpassungen an EU-Richtlinien, dann wurde eine Lohnunterschranke allgemeinverbindlich normiert oder mit der letzten AÜG-Reform wieder eine Rolle rückwärts mit vormaligen Restriktionen vorgenommen. Selbst ein faktisches Einsatzverbot von Zeitarbeit in der Fleischindustrie war leider kein Tabu mehr – wie bislang nur im Bauhauptgewerbe grundsätzlich vorgesehen. Dieses Hü und Hott führt dazu, dass die Personaldienstleistungsbranche immer wieder in den Fokus von kontroversen Debatten gerät und der Eindruck vermittelt wird, hier gehe es um Akteure, die stets neu gesetzlich eingehegt werden müssten. Anlass für die Aktivitäten des Gesetzgebers waren aber nur einzelne krasse Vorfälle, wie etwa bei Schlecker oder Tönnies, die verallgemeinert wurden, um Handlungsdruck zu rechtfertigen. Nach dem Motto: mitgehangen, mitgefangen. Zum Leidwesen aller anständig arbeitenden Zeitarbeitsunternehmen. Wird sich diese fatale Ungewissheit in der „Quo-vadis- Frage“ auch in der nächsten Wahlperiode einstellen? Schaut man in die Programme der Parteien zur Bundestagswahl findet man ein breites Spektrum an Forderungen – vom Verbot der „Leiharbeit“ über Einsatzquoten beziehungsweise Entgeltregelungen („Equal pay nebst Flexibilitätsprämien“) und Abschaffung der Tariföffnungsklausel bis zum Erhalt des Status quo oder vorsichtigen Reformschritten, wie die Abschaffung der Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten. Als Branchen-Arbeitgeberverband sind wir parteipolitisch neutral und rufen nicht zur Stimmabgabe für eine bestimmte Partei auf. Aber wir haben klare Auffassungen, welche positiven Beiträge die Zeitarbeit für den Beschäftigungsmarkt und die Gesellschaft insgesamt leisten kann, wenn bestimmte Leitplanken beachtet werden. Diese haben wir in Wahlprüfsteinen an die Parteien und Kandidaten für den neuen Bundestag zusammengefasst. Die Bundesregierung steht vor gewaltigen Aufgaben. Es geht nicht nur um den Klimawandel, sondern auch um den grundlegenden (digitalen) Strukturwandel in der Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt. Eigentlich wären für solche Probleme die Mehrheiten einer kompromissfähigen, großen, aber nicht nur dualen Koalition nötig. Fest steht aus unserer Sicht: Wer die Wege in die Zeitarbeit zukünftig noch schmaler machen will, wer Verbotsschilder auf diesen Pfaden aufstellen will oder Zerrbilder über unsere Branche entwirft, der verspielt die Integrationschancen vieler Menschen und handelt auch volkswirtschaftlich unverantwortlich. Denn gerade auch in der Corona-Pandemie haben wir wieder gezeigt: Wir sind nicht das Problem, sondern wichtiger Bestandteil von Lösungen. Die Branche steht für Flexibilität und (tarifierte) Sicherheit und hat es verdient, auch von der Politik als (schadstofffreier) Antriebsmotor gefördert, statt gedrosselt zu werden. RA Werner Stolz | iGZ-Hauptgeschäftsführer

Z direkt! 02/2021 INHALT 3 Inhalt EDITORIAL ..................................................................................................... 2 KOMPAKT ...................................................................................................... 4 TITELTHEMA Richtungswahl für Zeitarbeit – was wäre wenn ........................................... 6 Zeitarbeit im Bundestagswahlkampf – was der iGZ fordert ........................ 8 Wahlprogramme im Check – die Rolle der Zeitarbeit ................................ 11 Kanzlerkandidaten im Check – wer wo überzeugt .................................... 14 Bundestagswahlkampf 2021 – die Sicht des Wahlforschers ...................... 18 Wahlkämpfe der Vergangenheit – Rezzo Schlauch blickt zurück.................... 20 So funktioniert politisches Engagement ..................................................... 22 Wahlkampf in der Zeitarbeit – ein Ortsbesuch .......................................... 24 Vorsicht – Vorurteile gegen die Zeitarbeit .................................................. 26 Erfolgsmodell Zeitarbeit – mit Bundestagsabgeordneten diskutiert ........ 28 GASTBEITRAG Die Causa Fleisch – wie sie Prof. Thüsing sieht .......................................... 30 CORONAKRISE Optimistisch trotz Umsatzeinbußen ............................................................... DIGITAL UNTERWEGS iGZ-Mitgliederversammlung – Schubert bestätigt ..................................... 35 iGZ-Bundeskongress – live aus dem Greenscreen-Studio .......................... 36 iGZ-Bundeskongress – Ich glaub`, mein Schwein pfeift ............................. 38 iGZ-Forum Personalmanagement – das neue Normal ............................... 40 32 BILDUNG Zeitarbeit in der Handball-Bundesliga ......................................................... 42 PDK: Vier neue Azubi-Botschafter .............................................................. 44 Sommer der Berufsausbildung – Mitmachen gewollt ............................... 46 AKTIV Werbefläche für den guten Zweck – Kunst auf dem Rad ......................... 48 Matchtime-personal.de – passende Zeitarbeitnehmer finden .................. 50 Die in diesem Text verwendeten Personenbezeichnungen erfolgen geschlechterunabhängig. Sie werden ausschließlich aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwendet.

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