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Zdirekt! 01-2019

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46 GASTBEITRAG –

46 GASTBEITRAG – Veränderungs-Balance: Mitarbeiter können die Anpassungsanforderungen gut meistern. – Erschöpfung: Mitarbeiter sind überfordert und im Stress, weil sie in zu kurzer Zeit zu viel neues Wissen oder neue Denk- und Verhaltensweisen erwerben sollen. Mit zunehmender Dauer resultieren daraus Erschöpfung und Stresserkrankungen. – Nicht mein Ding!: Mitarbeiter haben trotz Anpassungs- und Übungszeit das Gefühl, dass ihnen neue Aufgabenbereiche und Tätigkeiten nicht liegen. Sie fühlen sich deplatziert und falsch. Es entstehen Selbstzweifel und die Motivation sinkt auch. – Selbstvergewaltigung: Dieses Feld ist besonders kritisch. Mitarbeiter kommen sowohl mit dem Tempo als auch mit den neuen Tätigkeitsinhalten nicht klar. Diesen Zustand kann eigentlich niemand unbeschadet lange aushalten, da der innere Konflikt, den diese Situation beinhaltet, sehr groß ist. Indem Führungskräfte mit ihren Mitarbeitern sprechen, in welchem Quadranten sie sich angesichts von betrieblichen Veränderungsprozessen aufhalten, besteht die Chance, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Prof. Dr. Axel Koch Professor für Training und Coaching an der Hochschule für angewandtes Management in Ismaning. Autor des Wirtschaftsbestsellers „Change mich am Arsch: Wie Unternehmen ihre Mitarbeiter und sich selbst kaputtverändern“ www.change-mich-am-arsch.com DIALOG: LEICHT GESAGT, ZU WENIG GEMACHT Im Grunde geht es also um das ehrliche Gespräch und den einzelnen Mitarbeiter als Individuum wahrzunehmen. Wie geht es ihm? Was braucht er für die Veränderung? Wie veränderungsstark ist er überhaupt? Wie lässt sich wertschätzend und lösungsorientiert damit umgehen, wenn der Mitarbeiter überfordert ist? Geschäftsführerin Koch meint dazu: „Digitalisierung hin, Big Data her – es sind ja alles Schlagwörter, die nur eines sagen. Man muss sich mit den Mitarbeitern hinsetzen und schauen, wie es aktuell läuft und dann gemeinsame eine gute Lösung finden, dass es wieder besser läuft oder dass wir es anpassen. Man muss immer gucken, dass das für die Menschen passt, die das Ganze bewegen.“ Je größer die Firma, umso anspruchsvoller ist natürlich eine Veränderung. Thomas Voß, Abteilungsleiter Personalentwicklung, Zeitarbeit von der Firma Piening GmbH, kennt den Aufwand bei einer Unternehmensgröße von mehr als 7.500 Mitarbeitern in 80 Niederlassungen in Deutschland, wenn neue Gesetzgebungen die Anpassung der Prozesse und der IT erfordern. „Dann bilden sich bei uns im Hause Arbeitsgruppen, die sich intensiv mit den Veränderungen befassen. Diese werden möglichst aus verschiedenen Ebenen zusammengesetzt – vom Geschäftsleiter bis zum Disponenten.“ Doch oft geht es um die inhaltliche Seite von Change. Zu selten sind Dialoge, in denen der Chef fragt, wie es dem Mitarbeiter im Wandel geht. Denn Vorgesetzte stehen selbst zu sehr unter Druck. Sie nehmen sich nicht die Zeit dafür. Sie hoffen, die Mitarbeiter funktionieren. Und manch einem fehlt auch die Antenne, sich bei allem Change in die Perspektive der Mitarbeiter zu versetzen.

Z direkt! 01/2019 GASTBEITRAG 47 CHANGE-DIÄT STATT AKTIONISMUS Doch genau dieser Perspektivenwechsel ist wichtig, um nicht die eigene Mannschaft zu verlieren. Gerade flexible, offene und veränderungsfreudige Mitarbeiter sind besonders gefährdet in der permanenten Veränderungsmühle zermahlen zu werden. Denn es sind diejenigen, die sich bereitwillig und engagiert einbringen. Aber auch sie sind irgendwann am Ende ihrer Kräfte und schalten dann einen Gang herunter. © parkjisun Die Konsequenz aus all dem bisher Gesagten ist: Change-Diät statt Change-Aktionismus. Change-Diät bedeutet, Maß zu halten, damit die Mitarbeiter in einer gesunden Veränderungs-Balance bleiben und wahre Veränderung erreicht wird. Der wichtigste Gedanke dabei ist die Fokussierung. Anstatt eine große Zahl Themen gleichzeitig zu initiieren und sehr viel auf einmal zu wollen, gilt es auszuwählen, was der konkrete nächste Schritt ist, den die Mitarbeiter im Tagesgeschäft realisieren müssen. Doch die gängige Praxis sieht leider oft genau anders aus. Viele Chefs erwarten zu viel Veränderung von ihren Mitarbeitern in zu kurzer Zeit. Dabei müssten sie es doch selbst eigentlich besser wissen. Denn jeder von uns hat sich schon zu Silvester gute Vorsätze für das neue Jahr gemacht und gemerkt, wie schwer es ist, gewohnte Bahnen zu verlassen. Weniger ist also mehr, damit eine Veränderung funktioniert. IMPRESSUM Herausgeber iGZ – Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V. PortAL 10 | Albersloher Weg 10 48155 Münster presse@ig-zeitarbeit.de www.ig-zeitarbeit.de Verantwortlich Werner Stolz, Hauptgeschäftsführer Chefredaktion Svanja Broders Redaktion Wolfram Linke Andrea Resigkeit Marcel Speker Texte Julian Krinke, Kristin Mattheis, Dr. Benjamin Teutmeyer Fotos/Grafiken Titel: Timo Beylemans Editorial: Svanja Broders Award: Timo Beylemans Brücke: Sebastian Cornelje (Noun Project) Raupe/Schmetterling: parkjisun (Noun Project) Forum Marketing & Recruiting: Wolfram Linke Brexit: www.fotolia.de Art Direction Tanja Kossack Druck IVD GmbH & Co. KG Wilhelmstraße 240 49475 Ibbenbüren

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