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Z direkt!-Sonderausgabe 20 Jahre iGZ

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20 Jahre iGZ Öffentlichkeitsarbeit Öffentlichkeitsarbeit 20 Jahre iGZ Zeitnahe und intensive Aufklärung sind gefragt Mediale Aufreger der Branche Manchmal ist die Arbeit des iGZ wie ein Kampf gegen Windmühlen: Wer Öffentlichkeitsarbeit für eine so vielfältige Branche wie die Zeitarbeit macht, dem wird selten langweilig. Seit 20 Jahren setzt sich der iGZ für faire Rahmenbedingungen in der Zeitarbeitsbranche ein. Doch in der öffentlichen Wahrnehmung musste die Branche immer wieder Rückschläge hinnehmen, die auch der Arbeit des Verbandes schadeten. Unter dem Motto „iGZ fairändert Zeitarbeit“ hat der mitgliederstärkste Verband der Zeitarbeitsbranche in den 20 Jahren seines Bestehens einiges auf die Beine gestellt. Tarifverträge, Branchenzuschläge, Ethikkodex samt unabhängiger Kontakt- und Schlichtungsstelle (KuSS), ein eigener Ausbildungsweg für angehende Personaldienstleistungskaufleute (PDK) – der iGZ hat sich wahrlich nie auf die faule Haut gelegt. Und doch ist das Image der Zeitarbeitsbranche weit von dem entfernt, wie es den Bemühungen der über 3.500 iGZ-Mitglieder gerecht würde. Schlecker Einen der wohl bekanntesten Skandale bescherte im November 2009 die Drogeriemarktkette Schlecker der Zeitarbeitsbranche, obwohl es sich bei der konzerninternen Überlassung gar nicht um klassische Zeitarbeit handelte. Schlecker ist durch Insolvenz inzwischen von der Bildfläche verschwunden. Der Drogerieriese entließ massenweise Mitarbeiter und stellte sie zu deutlich schlechteren Konditionen in einer eigens dafür gegründeten Firma wieder ein. Von dort wurden sie zurück an den Drogerieriesen überlassen. Diese konzerninterne Überlassung war damals zwar noch legal, aber keinesfalls legitim. Klare Abgrenzung Aufgrund der guten Kontakte der iGZ-Pressestelle zu den einschlägigen Wirtschaftszeitungen gelang es Pressesprecher Wolfram Linke, schon im ersten Artikel über diesen Fall ein Statement des iGZ unterzubringen. Abgrenzung war das klare Motto der Stellungnahme. Die damalige iGZ-Bundesvorsitzende Ariane Durian wies die Praktiken als „gezieltes Lohndumping“ zurück. iGZ-Geschäftsführer Dr. Martin Dreyer wirkte später maßgeblich an der Formulierung der Anti-Drehtürklausel mit, die bis heute im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz steht. Dennoch blieb ein bis heute nicht verwundener Imageschaden. Dumpinglöhne à la CGZP Begleitet wurde die Problematik damals durch die Dumpingtarifverträge mit der Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Per- sonal-Service-Agenturen (CGZP). Teilweise kursierten Meldungen über Stundenlöhne von nur wenigen Euro. Es dauerte bis in das Jahr 2012, bis die Gerichte der CGZP endgültig die Tariffähigkeit absprachen – auch für die Vergangenheit. Es folgten Lohnklagen von ehemaligen Zeitarbeitnehmern und Nachforderungen der Sozialversicherungen. iGZ setzte sich für Lohnuntergrenze ein Der iGZ setzte sich parallel zu dieser Diskussion wie bisher weiter intensiv für gerechte Löhne ein, wie sie das iGZ-DGB-Tarifvertragswerk seit 2003 sichert. „Zeitarbeit: Fair, flexibel, sicher.“ war die Maßgabe, die der iGZ in dieser Zeit kommunikativ nutze. Erst nach langem Einsatz des iGZ wurde am 1. Januar 2012 der erste allgemeinverbindliche Mindestlohn in Form einer Lohnuntergrenze eingeführt. Der iGZ feierte diesen Schritt mit der Kampagne „Zeichen guter Zeitarbeit“. Amazon-Dokumentation Durch die Einführung des iGZ-Ethikkodexes samt unabhängiger Kontakt- und Schlichtungsstelle (KuSS), der tariflich gesicherten Gleichbezahlung bei Anwendung von Werkverträgen sowie der Branchenzuschläge befand sich das Zeitarbeitsimage vorübergehend in ruhigeren Fahrwassern. Die ARD-Dokumentation „Ausgeliefert“ sorgte dann im Februar 2013 erneut für Furore. Ein engagiertes TV-Team deckte die vermeintliche Ausbeutung spanischer Zeitarbeitnehmer auf, die für den Online-Versandhandel Amazon arbeitete. Kritisiert wurden unter anderem Arbeitszeit und Unterbringung. Im Nachgang wurden den Redakteuren schwere Recherchefehler achgewiesen. Dennoch blieb der Fall „Amazon“ in den Köpfen der Bevölkerung. Krankenstandszahlen Als mitgliederstärkster Arbeitgeberverband der Zeitarbeitsbranche ist der iGZ seit jeher gefragter Ansprechpartner für Medienvertreter und steht Redakteuren regelmäßig für Fragen und Antworten parat. Ariane Durian (l.) zu Gast bei Sandra Maischberger (M.) (2010). Holger Piening (r.) mit einem arte- Fernsehteam (2009). Werner Stolz als Experte bei ZDF heute (2011). Seitdem hat es immer wieder mal Medienberichte gegeben, mit denen die Zeitarbeitsbranche in die Schusslinie geriet. Meist handelte es sich um Fälle, in denen Werkverträge missbraucht oder das Dreiecksverhältnis missverstanden wurde. Zuletzt standen die Zahlen der Krankmeldungen von Zeitarbeitnehmern, ermittelt von einzelnen Krankenkassen, im Fokus der Berichterstattung. Der iGZ ging auch diesmal in die Offensive und wies auf die umfangreichen Präventionsprogramme und -maßnahmen von Verband und VBG hin. Kurze Zeit später veröffentlichte die Bundesregierung dann die Gesamtzahlen und kam zu dem Ergebnis, dass Zeitarbeitnehmer durchschnittlich weniger krank sind als andere Beschäftigte. Nur Platz für weiße Schafe Der iGZ machte und macht kommunikativ deutlich, dass Ausbeutung im mitgliederstärksten Arbeitgeberverband der Zeitarbeitsbranche nicht geduldet wird. Der iGZ versteht sich als Verband der weißen Schafe unter den Zeitarbeitsunternehmen. Die iGZ-Mitgliedschaft wird immer stärker als Qualitätssiegel guter Zeitarbeit wahrgenommen. Maren Letterhaus 24 2009 2010 2003 2009 2011 2012 25

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