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Z direkt!-Sonderausgabe 20 Jahre iGZ

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20 Jahre iGZ Arbeitsmarktpolitik Arbeitsmarktpolitik 20 Jahre iGZ Beiträge je 1.000.000 Euro Lohnsumme Einsatz für gerechtere VBG-Eingruppierung war iGZ-Gründungsinteresse VBG-Beiträge stark reduziert Heute wissen es eigentlich nur noch die iGZ-Mitglieder der ersten Verbandsstunden: Ursprünglich war der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen eine 1998 gegründete Interessengemeinschaft von Zeitarbeitsfirmen, die es sich auf die Fahnen geschrieben hatten, für eine gerechtere Eingruppierung bei der VBG-Prämierung einzutreten. Ergebnis: Der Beitragsfuß hat sich seitdem halbiert. Doch der Weg war steinig – unter der Federführung des iGZ-Bundesvorstandsmitglieds Martin Gehrke wurde die Ausschließlichkeitsregelung aufgehoben und die Eingruppierung in der Berufs-Kennzeichenliste (BKZ) neu und sinnvoller strukturiert. Auf sein Bestreben hin wurden die Zeitarbeitgeberverbände auch erstmals von der VBG zum Gefahrtarifgespräch eingeladen. Ursprünglich war die Gefahrtarifregelung ausschließlich in einen kaufmännischen und einen gewerblichen Bereich strukturiert. Bei einem einmaligen Einsatz im gewerblichen Sektor hatten die Unternehmen das Problem, dass sie komplett nach gewerblicher Prämie zahlen mussten – ein Betrag, der um das Zehnfache höher ist als der kaufmännische. 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 Erstes Prämiensystem Im Sinne einer höheren Beitragsgerechtigkeit wurde zudem ein Bonus-Malus-System diskutiert. iGZ-Geschäftsführer Dr. Martin Dreyer attestierte seinerzeit in einem Gutachten, dass es das in Deutschland zwar nicht gebe, es aber auch nicht verboten sei. Da die VBG jedoch laut ihrer Satzung ein Zuschlagssystem hat, wurde alternativ 2010 das erste Prämiensystem für die Zeitarbeitsbranche eingeführt. Teilnahmeberechtigt waren Zeitarbeitsunternehmen, die eine besonders geringe Zahl an meldepflichtigen Arbeitsunfällen, Arbeitsunfallrenten und Todesfällen im Vergleich zur gesamten Zeitarbeitsbranche zu verzeichnen haben. Konkret musste die Belastung mit den vorgenannten Versicherungsfällen 50 Prozent niedriger sein als im Durchschnitt der gesamten Branche. Maßgeblich waren dabei nur die Zeitarbeitnehmer, die im gewerblichen Bereich eingesetzt wurden. Überarbeitetes Prämienverfahren Die Berechnung des Beitragsfußes ist denkbar einfach: Die Lohnsumme des Zeitarbeitsunternehmens muss mit der Gefahrklasse und dem Beitragsfuß multipliziert und anschließend durch 1.000 dividiert werden. 70.000 60.000 50.000 40.000 30.000 20.000 10.000 10,66 10,66 10,66 10,66 10,66 10,66 10,66 10,66 10,66 5,9 62.894 54.899 5,15 50.102 47.437 47.437 47.437 45.838 45.838 45.838 4,7 Entwicklung der VBG-Beiträge 4,45 4,45 4,45 4,3 4,3 4,3 4,3 4,3 8,54 8,54 8,54 8,54 7,97 7,97 7,97 7,97 7,97 7,97 40.992 40.992 38.256 38.256 6,52 6,52 36.722 36.722 35.865 34.271 31.880 31.880 4,8 4,8 4,8 4,8 2009 2010 2011 2012 4,5 2013 4,3 2014 2015 2016 26.080 25.428 4,0 4,0 4,0 3,9 2017 2018 2015 beschloss die VBG-Vertreterversammlung ein neues Prämiensystem für die Zeitarbeitsbranche. Damit sollten vor allem Zeitarbeitsunternehmen, die in unfallverhütende und gesundheitserhaltende Maßnahmen investiert haben, honoriert werden. „Ziel“, so Gehrke, „war es, mit Hilfe dieses Prämienverfahrens einen finanziellen Anreiz für verstärkte Investitionen der Zeitarbeitsunternehmen in den Arbeitsschutz zu setzen.“ Geförderte Maßnahmen Das neue Verfahren trat am 1. August 2015 in Kraft, sodass die ersten Prämien bis sechs Wochen nach Ablauf des Prämienjahres 2015 beantragt werden konnten. Konkret wurden dabei im „Prämienkatalog Zeitarbeit“ unter anderem folgende Maßnahmen genannt: Gehörschutzotoplastiken und Korrektionsschutzbrillen, bei kostenfreier Bereitstellung für den Mitarbeiter: 40 Prozent Zuschuss der VBG zu den Anschaffungskosten Wiederholungs-/Wirksamkeitsbegutachtung AMS (oder gleichwertiges System) der VBG: 4.000 Euro Prämie Sprachförderung im Bereich Arbeitsschutz: 40 Prozent Zuschuss zu den Investitionskosten. „Ein zusätzlicher wichtiger Punkt dabei war die wesentliche Vereinfachung des Verfahrens. Damit wurden bürokratische Hürden weiter abgebaut“, verweist Gehrke auf das vereinfachte Prozedere bei der Prämienvergabe: „Zeitarbeitsunternehmen müssen einen Antrag auf die Prämie stellen. Dann schicken sie den Nachweis für die Präventionsmaßnahmen zur VBG – und fertig“, erläutert Gehrke den Ablauf. 14 15 - 0 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 1.000.000 Lohnsumme Gefahrklasse Beitragsfuß 12 10 8 6 4 2 Höhe Gefahrklasse / Beitragsfuß Beim VBG-Branchentreff Zeitarbeit 2018 überraschte iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz (l.) nach einer Podiumsdiskussion die Diskutanten mit Geschenken. 2007 Änderungen 2018 Seit Januar 2018 gilt ein neuer Prämienkatalog für die Zeitarbeitsbranche, der zusätzlich zu den bisherigen Prämien auch die Anschaffung einer Software zur Durchführung von Arbeitsplatzbesichtigungen mithilfe von digitalen mobilen Endgeräten fördert. Hier übernimmt die VBG zwischen 30 und 150 Euro der jährlichen Lizenzgebühr pro Nutzer (maximal 40 Prozent der Investitionskosten). Außerdem hat sich der iGZ im neuen Prämienverfahren mit dem Anliegen durchsetzen können, dass bereits die Erstbegutachtung des von der VBG angebotenen Arbeitsschutzmanagementsystems „Arbeitsschutz mit System (AMS)“ finanziell honoriert wird. Damit lassen sich über mehrere Jahre hinweg betrachtet hohe Summen einsparen. iGZ unterstützt AMS AMS ist ein wichtiger Baustein für die weitere Verringerung der Arbeitsunfälle und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren in der Zeitarbeit. Damit nimmt die Zeitarbeit ihre Verantwortung als guter Arbeitgeber wahr. Außerdem bedeuten weniger Unfälle auch mittelfristig weniger Beiträge. Der iGZ unterstützt seine Mitglieder auf dem Weg zum AMS: Der Verband bietet ein Kontaktnetz mit Fachkräften für Arbeitssicherheit an, die bei dem Weg zum AMS unterstützen. Der iGZ hält zudem Unterlagen für die Fachleute bereit, mit denen der Weg zum AMS effizient beschritten werden kann. Erfolg in Zahlen Der Erfolg dieses 20 Jahre währenden Engagements für mehr Arbeitssicherheit in der Zeitarbeitsbranche lässt sich auch konkret mit Zahlen dokumentieren: Kamen im Jahr 2007 noch mehr als 34 Arbeitsunfälle auf 1.000 Beschäftigte, lag die Zahl 2014 bei unter 25. Auch künftig wird sich der iGZ intensiv für die Belange der Zeitarbeit bei der VBG einsetzen – seit vielen Jahren vertreten Martin Gehrke und Dr. Martin Dreyer in der VBG-Vertreterversammlung die Interessen der Zeitarbeitsbranche und des iGZ. 2014 2015 Wolfram Linke 2018

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