Aufrufe
vor 6 Jahren

Z direkt! Ausgabe 2/2013:

  • Text
  • Zeitarbeit
  • Arbeit
  • Linke
  • Halbjahr
  • Kuss
  • Wolfram
  • Zeitarbeitsbranche
  • Unternehmen
  • Zeitarbeitsunternehmen
  • Beylemans
  • Frei

Z

Z direkt! Spezial: VBG Spezial: VBG Z direkt! Gerechtere VBG- Prämien dank iGZ 15 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit mit der VBG Die VBG Homepage Mitte der 90er Jahre wuchs die Unzufriedenheit der Zeitarbeitsunternehmen über die hohen Abgaben an die Berufsgenossenschaft. 1998 gründete sich eine Interessengemeinschaft, um unter anderem eine gerechtere Prämierung zu erkämpfen – der iGZ war geboren. Zu den Mitgliedern der ersten Stunden gehörte auch iGZ-Bundesvorstandsmitglied Martin Gehrke, ein Experte in Sachen VBG und Arbeitsschutz. 2002 wurde er als VBG-Experte in den Vorstand kooptiert und suchte das Gespräch mit der VBG – Ergebnis: Die Zeitarbeitgeberverbände wurden erstmals zum Gefahrtarifgespräch eingeladen, der Beginn einer langen und fruchtbaren Zusammenarbeit. „Früher war die Gefahrtarifregelung ausschließlich in einen kaufmännischen und einen gewerblichen Bereich aufgeteilt. Problem war, dass die Unternehmen bei einem einmaligen Einsatz im gewerblichen Sektor, dessen Beitrag zehnfach höher ist als der kaufmännische, komplett nach gewerblicher Prämie zahlen mussten.“ Dabei kam es aufgrund der damaligen Festlegungen zu kuriosen Variationen. Eine Sekretärin (kaufmännisch) beispielsweise, die einmalig einen Dienst als Telefonistin (gewerblich) übernahm, wurde dann automatisch als gewerblich eingestuft. Gehrke verhandelte mit der VBG. Die Ausschließlichkeitsregelung wurde aufgehoben und die Eingruppierung in der Berufs-Kennzeichenliste (BKZ) neu und sinnvoller strukturiert. Nächster Schritt auf der To-Do-Liste war die Forderung des Verbandes, eine höhere Beitragsgerechtigkeit zu schaffen. „Ursprüngliche Idee war, die Zeitarbeit in eigene Gefahrtarifstellen aufzuteilen. Das ging aber nicht, weil viele Stellen zu klein gewesen wären, um sich selbst zu tragen“, erinnert sich das iGZ-Vorstandsmitglied. Laut VBG habe dieses Ansinnen zudem dem Gedanken der Solidargemeinschaft widersprochen. Alternativ wurde ab 2003 ein Bonus-Malus-System diskutiert. Während die VBG zunächst dagegen argumentierte, das sei nur für alle Branchen in der VBG realisierbar, klärte iGZ-Geschäftsführer RA Dr. Martin Dreyer mit seinem Gutachten darüber auf, dass es das in Deutschland zwar nicht gebe, es aber auch nicht verboten sei. Gehrke startete einen neuen Anlauf für diese Lösung. „Für uns kam positiv hinzu, dass in dieser Zeit die VBG mit der BG Glas/Keramik fusionierte, in der das Bonus-Malus-Prinzip bereits existierte“, blickt der Duisburger zurück. Da die VBG jedoch seit jeher ein in der Satzung verankertes Zuschlagssystem hat, entschloss man sich, das Prämiensystem für die Zeitarbeitsbranche als Pilotversuch laufen zu lassen. 2010 war es dann soweit, erstmals konnten die Firmen den Bonus beantragen. Das Projekt verlief erfolgreich, so dass es bis Ende 2013 verlängert wurde. „Nun müssen wir darüber nachdenken, es zu vereinfachen“, gibt Gehrke die künftige Richtung vor. Denkbar sei beispielsweise, „dass jemand, der 50 Prozent unter dem Durchschnitt der anderen Unternehmen liegt, automatisch die Prämie erhält.“ Zurzeit muss dafür noch ein sechsseitiger Fragenkatalog abgearbeitet werden. „Die Zahl der Anträge – in den ersten beiden Jahren waren es weit über 2.000 – zeigt eindeutig, dass in den Unternehmen Unfallschutz und Vorbeugung betrieben werden“, erläutert Gehrke. Wer 50 Prozent unter dem Durchschnitt liege, sei „einfach gut“. Ein Beispiel, das auch andere Branchen interessiert: „Wir haben es so ausgelegt, dass es auch von anderen Wirtschaftszweigen genutzt werden kann. Vor allem Unternehmen in hohen Gefahrklassen interessieren sich dafür. Es gilt, immer wieder Anreize zu schaffen, den Arbeitsschutz zu verbessern“, unterstreicht der Unternehmer. Parallel entwickelte Gehrke einen speziellen Beitragsservice ex- klusiv für die iGZ-Mitgliedsunternehmen: Jährlich stellt der iGZ den Mitgliedern Anfang April eine Excel-Tabelle, ein manuelles Berechnungsblatt sowie eine Erklärung für die VBG-Beiträge zur Verfügung, so dass die Beitragsberechnung schnell und komfortabel erledigt werden kann. In Zusammenarbeit mit der VBG entstanden außerdem zwei Leitfäden, für die „Gestaltung der Arbeitsorganisation in der Zeitarbeit“ und – für Kundenunternehmen – die Broschüre „Zeitarbeit nutzen“. Aktuell werden beide Broschüren neu aufgelegt und stehen ab August beziehungsweise Herbst bei der VBG unter www.vbg.de als Download zur Verfügung. Mittlerweile fest etabliert haben sich auch die VBG-Seminarreihen zur Zeitarbeit. Neben den PET-Seminaren werden auch, auf Initiative des iGZ, PDK-Seminare zur Arbeitssicherheit angeboten, die den Inhalten der Leitfäden angepasst sind. Gehrke: „Diese Seminare werden angeboten, seitdem das Bundesinstitut für Berufsbildung das Thema in den Rahmenlehrplan aufgenommen hat. Das ist ein weiterer schöner Erfolg unserer Arbeit in den vergangenen 15 Jahren.“ I Wolfram Linke Anzeige Anzeige 16 16

Z direkt!

© 2017, Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V.