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Z direkt! Ausgabe 1/2013

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Z direkt! Titelthema: Deutsche Tugenden 16 17 Titelthema: Deutsche Tugenden Z direkt! Nicht was ich habe, sondern was Die hauseigene Statistik bestätigt die Aussage: Rund drei Viertel der ausländischen Zeitarbeiterschaft bleibt länger als sechs Monate im Unternehmen – knapp die Hälfte ist schon jahrelang dabei. „Es sind viele bei uns, die auch schon Übernahmeangebote der Kundenunternehmen abgelehnt haben“, fügt die Prokuristin hinzu. Bei hkw setze man ganz auf den direkten persönlichen Kontakt: „Wir führen die Unternehmensphilosophie des hkw-Gründers Richard Wagner weiter“, betont Kreitschmann. Ein erfolgreiches Konzept – die meisten Bewerbungen kommen über Empfehlungen der Zeitarbeitnehmerschaft untereinander zustande. Die Mund zu Mund-Propaganda wirkt, der Personaldienstleister hat rund 460 Zeitarbeitnehmer unter Vertrag, davon kommen 124 Mitarbeiter aus dem Ausland. „Größtenteils“, erläutert Yvonne Rüll, zuständig für Administration und Recruiting in der Niederlassung Nürnberg, „kommen die Kollegen aus dem europäischen Ausland wie etwa der Türkei, Ungarn, Polen, Italien, Kroatien, Russland und Österreich.“ Aber auch aus dem Irak und aus Kanada habe die Firma schon neue Mitarbeiter begrüßt. Häufig seien es Neuankömmlinge in Deutschland, die kaum oder gar kein Deutsch sprächen. Es sei allerdings erstaunlich, wie schnell sich diese Mitarbeiter meist akklimatisieren, die für sie fremde Sprache lernen und ihr Privatleben um den neuen Job herum organisieren. Da werde dann auch kurzerhand die Kinderbetreuung organisiert, wenn mal Schichtarbeit oder ein Wochenenddienst auf dem Arbeitsplan stehe. Der Großteil nehme Fachhelfertätigkeiten wahr, es gebe aber auch Industriemechaniker und Metallbauer unter den ausländischen Mitarbeitern. Rund die Hälfte der Kräfte habe eine abgeschlossene Berufsausbildung. Das Verhältnis männlicher und weiblicher Zeitarbeitnehmer spiegelt das Gesamtbild in der Branche wider. Von den 124 ausländischen Mitarbeitern bei hkw sind 21 weiblich. „Entweder ist die körperliche Belastung zu groß, oder die Kundenbetriebe sind schlicht zu umständlich oder gar nicht zu erreichen, weil der Mann das Auto hat und der öffentliche Personennahverkehr das jeweilige Unternehmen nicht ansteuert“, berichtet Ulrike Kreitschmann aus ihrer Erfahrung. In Nürnberg, hat Yvonne Rüll festgestellt, haben sich in jüngster Zeit verstärkt ausländische Studierende um einen Job in der Zeitarbeit bemüht. „Das sind meistens Akademiker, die ihr Studium damit nebenbei finanzieren wollen. Vorteil der Zeitarbeit sei eben, dass eine zeitlich befristete Beschäftigung beispielsweise während der Semesterferien möglich sei. Positives Feedback beiderseits Und warum erfreuen sich ausländische Mitbürger als Zeitarbeitskräfte großer Beliebtheit? „Die Bereitschaft und auch die Ernsthaftigkeit der Arbeitnehmer, eine unbefristete Anstellung zu finden, ist bei den Personen höher, die aus eigenem Antrieb entscheiden ihr Land zu verlassen, um einen Neuanfang zu wagen,“ erklärt Ulrike Kreitschmann, „wohingegen manche Arbeitsmöglichkeiten im Gespräch mit deutschen Bewerbern an Inflexibilität und überzogenen Ansprüchen scheitern.“ Bei den ausländischen Mitarbeitern sei es wie mit der Generation Ü50: „Diese Mitarbeiter machen einfach ihren Job, sind zufrieden und verdienen daher auch gutes Geld. Diese Kollegen wollen arbeiten“, resümieren beide ihre Erfahrungen. I Wolfram Linke ich schaffe, ist mein Reich. Thomas Carlyle, Essayist und Historiker (1795 – 1881)

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