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Z direkt! 03-2017

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Z direkt! Unterwegs Z direkt! Norden hoch vier – Zeitarbeit hilft Zeitarbeit noch immer im Fokus „Im Schatten der Bundestagswahl“ fand der iGZ- Landeskongress Nord in Bremen statt. „Trotz der umfangreichen Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes sind wir noch immer nicht aus dem Fokus der Politik gerückt“, bedauerte Bettina Schiller, stellvertretende iGZ-Bundesvorsitzende und iGZ-Landesbeauftragte Bremen. Außer CDU und FDP hätten alle großen Parteien Einschränkungen der Zeitarbeit im Wahlprogramm festgeschrieben. „Das hat auch mit der Darstellung der Zeitarbeit in den Medien zu tun“, mutmaßte Schiller. Kürzlich habe in den Zeitungen gestanden, Bremen sei eine Hochburg der Zeitarbeit. „In dem Artikel fehlte aber jeder Hinweis darauf, dass Bremen als achtgrößter Industriestandort einfach einen sehr hohen Bedarf an flexiblen Mitarbeiterstrukturen hat“, kritisierte Schiller die fehlende Einordnung Bettina Schiller, stellv. iGZ-Bundesvorsitzende der Zahlen. Christian Baumann, iGZ-Bundesvorsitzender und iGZ- Landesbeauftragter Hamburg, hoffte auf Stabilität nach der Bundestagswahl. „Bei Gesetzen weiß man leider nie, wann sie sich wieder ändern“, so Baumann. Die tariflichen Strukturen, wie etwa die neuen Branchenzuschlags-Tarifverträge, seien im Vergleich dazu „viel besser, sicherer und langfristiger“. Besonderer Dank gelte daher der iGZ-Tarifkommission, die mit viel Einsatz die tarifliche Equal Pay-Lösung mit den Gewerkschaften verhandelt habe. „Wenn ich an die Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes denke, ist das für mich eher ‚Vergangenheit hoch sechs‘ statt ‚Zukunft hoch vier‘“, griff Dr. Martin Dreyer, iGZ-Geschäftsführer, das Motto des iGZ-Landeskongresses Nord in Bremen auf. „Trotzdem müssen wir mit den gesetzlichen Änderungen nun leider leben.“ In seinem Referat stellte er die tariflichen Antworten auf die AÜG-Reform vor. „So viele Änderungen wie nötig, so wenige wie möglich“, nannte er dabei die Maßgabe der iGZ-Tarifkommission. Dies sei bei den Anpassungen der Branchenzuschläge für die Metall-/ Elektro- und die Chemieindustrie gut gelungen. In enger Abstimmung mit den übrigen Einsatzbranchen werden noch weitere Abschlüsse angestrebt. Unter dem Motto „Die AÜG-Reform: Ihre häufigsten Fragen – unsere Antworten“ ging Stefan Sudmann, Leiter iGZ-Abteilung Arbeits- und Tarifrecht, im Anschluss auf konkrete Fragen der Kongressbesucher ein. iGZ-Mitglieder können sich mit ihren Anliegen jederzeit über das Online-Kontaktformular an die Verbandsjuristen richten. Viele Fragen beantwortet auch die interne Datenbank „Tarife und Recht“, die iGZ- Mitgliedern exklusiv zur Verfügung steht. „Wie rekrutiert eure Firma denn neue Mitarbeiter?“ „Über Tinder!“, antwortete Jan Hawliczek, stellvertretender Leiter Recruiting und HR Marketing bei der BFFT Gesellschaft für Fahrzeugtechnik mbH. „Bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter ist vor allem der Perspektivwechsel von hoher Bedeutung.“ Im Forum „Digitalisierung und Zielgruppenorientierung“ stellte er seine Ideen dazu vor. Laut Hawliczek sei es wichtig die Perspektive des Unternehmens aber auch des potenziellen neuen Mitarbeiters zu betrachten. Daher müssen Unternehmen bei der zunehmenden Digitalisierung auch mal ungewöhnliche Wege gehen, um neue Mitarbeiter zu finden. Im Datingportal Tinder veröffentlichte er eine Profilbeschreibung, die gleichzeitig die Ausschreibung für eine offene Stelle war. „Innerhalb von zehn Minuten hatten wir 152 neue Kontaktanfragen und haben vier Vorstellungsgespräche alleine am Standort In- golstadt generiert“, erzählte Hawliczek. „Das Handy stand gar nicht mehr still.“ Am Ende hat das Unternehmen eine neue Programmiererin eingestellt. Die Kosten für diese Art der Mitarbeitergewinnung seien gleich Null gewesen, und der Zeitaufwand betrug rund vier Stunden. Auch die fünf weiteren Fachforen des iGZ-Landeskongresses Nord in Bremen standen unter dem Zeichen der Digitalisierung. Dr. Thorsten Haase, Geschäftsführer, und Frank Düsterbeck, Berater für Organisationsentwicklung, beide bei der HEC GmbH, referierten über die Herausforderungen und Chancen bei der Organisation und Führung im Zeichen der Digitalisierung. Die Frage „Wie können Sie mit der Digitalisierung Ihre Produktivität steigern? – Die digitale Verwaltung von Zeitarbeit“ stand bei dem Fachvortrag von Jérôme Mouret, Direktor strategischer Entwicklung bei PIXID, im Vordergrund. Lutz Stratmann, Minister a.D. und Geschäftsführer bei der Demografieagentur für die Wirtschaft GmbH, referierte über die zukunftsfähige Unternehmenskultur und welche Chancen und Möglichkeiten sich daraus für die internen Mitarbeiter ergeben. Erste Schritte zum Aufbauen eines Netzwerkes in der Zeitarbeitsbranche konnten Christian Baumann, iGZ-Bundesvorsitzender Teilnehmer des iGZ-Landeskongresses in dem Fachforum „Lobbyarbeit in den Wahlkreisen – Kontakte knüpfen für die Zeitarbeit“ mit Dr. Benjamin Teutmeyer, iGZ-Referent Public Affairs, und Andrea Resigkeit, Leiterin des iGZ-Hauptstadtbüros, erlernen. Seinen Mitarbeitern Veränderungsprozesse schmackhaft zu machen, vermittelte Lars Lentfer, Geschäftsführer der Treibstoff HR, in seinem Vortrag „Changemanagement im Zeitarbeitsunternehmen: Wie nehme ich meine Mitarbeiter bei Veränderungsprozessen mit?“. Svanja Broders, Maren Letterhaus Anzeige 36 37

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