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46 DIGITAL UNTERWEGS

46 DIGITAL UNTERWEGS Persönlicher Einsatz als Türöffner Das persönliche Engagement ist möglicher Türöffner für das Thema Zeitarbeit im Bundestagswahlkampf. Darüber herrschte in der Diskussionsrunde anlässlich des iGZ-Kongresses PERSONAL.PRAXIS.MITTE.DIGITAL. Einigkeit. Unter dem Titel „Was erwartet uns im Bundestagswahlkampf?“ sprachen Dr. Lutz Meyer, Wahlkampfberater und Kommunikationschef des Verbandes der Automobilindustrie VDA, Andrea Resigkeit, iGZ-Leiterin Fachbereich Politische Grundsatzfragen, und Johannes Vogel, Sprecher für Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik der FDP-Bundestagsfraktion sowie Generalsekretär der FDP NRW, über Aspekte und Perspektiven zur Stellung der Zeitarbeit in Zeiten von Corona und Wahlkampf. Marcel Speker Dr. Lutz Meyer Johannes Vogel Andrea Resigkeit MITTE.

Z direkt! 01/2021 AKTIV 47 Vor rund 200 digital zugeschalteten Teilnehmern erläuterte Lutz Meyer, die Einschränkungen wegen der Coronapandemie erzeugten mittlerweile auch einen gewissen Staatsverdruss. Jetzt müsse es die Wirtschaft wieder richten. „Wir müssen vor allem stoppen, dass wir international abgehängt werden“, unterstrich Meyer. Johannes Vogel resümierte, absehbare Versäumnisse seien in der Coronakrise offensichtlich geworden: „Wir wussten doch, dass Impfen der einzige Weg aus der Krise ist.“ Auch die Digitalisierung hänge in Deutschland weit zurück und sei nun virulent. Bestes Beispiel sei das Verschicken von Faxen für einen Impftermin. „Wir müssen in Jahrzehnten und über das Ende von Legislaturperioden hinausdenken“, betonte Vogel. „Man kann ja auch aus Stärken lernen. Der Impfstoff ist zuerst in Deutschland entwickelt worden.“ „Wir müssen dabei kommunizieren, dass Zeitarbeit die Lösung für den Aufschwung ist“, machte Andrea Resigkeit deutlich. Die oft negative Einstellung der Politiker gegenüber der Branche sei durch Nichtwissen und „Informationen“ aus Medienschlagzeilen geprägt. „Das gilt es zu ändern, und das werden wir aktiv gemeinsam mit unseren Mitgliedsunternehmen angehen“, kündigte die iGZ-Leiterin des Fachbereichs Politische Grundsatzfragen an. POSITIVES MEINUNGSKLIMA SCHAFFEN „Zeitarbeit geht’s aber auch nicht anders als anderen Branchen. Viele Berichte sind zu 50 Prozent erdichtet“, analysierte Meyer die Situation. Das Thema solle in der Öffentlichkeit positiv erzählt sowie mit Zahlen und Fakten untermauert werden. „Die Aufgabe der Branche ist es, ein positives Meinungsklima zu schaffen“, stellte er fest. Höchste Relevanz habe ein Thema, wenn es im jeweiligen Wahlkreis diskutiert werde. Dort bekomme Zeitarbeit dann Relevanz: „Die Politiker tragen es weiter in Land- und Bundestag, wo es dann rumort“, appellierte Meyer an das Engagement vor der eigenen Haustür. „Wir haben auch unsere Funktionsträger immer wieder ermuntert, sich vor Ort an die Politiker zu wenden und das persönliche Gespräch zu suchen. Das lief in der Vergangenheit bereits recht erfolgreich und muss jetzt noch weiter intensiviert werden“, gewährte Resigkeit Einblick in die iGZ-Verbandsarbeit. Vogel bestätigte, diese Vorgehensweise sei völlig richtig: „Die Einladung vor Ort ist auch eine Türöffnungsmöglichkeit. Die Relevanz des Themas Zeitarbeit interessiert jeden politischen Generalisten in den Wahlkreisen. Nach Corona werden wir wohl eine gestiegene Sockelarbeitslosigkeit haben, und Zeitarbeit verschafft Beschäftigungsperspektiven sowie Möglichkeiten zum Einstieg in den Arbeitsmarkt“, fasste Vogel zusammen. Zeitarbeit sei keine Nischenfrage, „sondern ist auch künftig ein wesentlicher wirtschaftlicher Aspekt in der weiteren Entwicklung des Arbeitsmarktes.“ PERSÖNLICHES GESPRÄCH SUCHEN Mit unattraktiven Entscheidungen unterm Strich sei dabei jedoch immer wieder mal zu rechnen. „Das gibt´s für alle Branchen. Dann sammeln wir wieder neue Argumente und gehen erneut auf die Politiker zu. Man darf die Politik nicht verteufeln, sondern muss das persönliche Gespräch suchen“, erklärte Resigkeit – und betonte: „Die Zeit spielt für die Zeitarbeit, Zick-Zack-Biographien sind heute bereits eine Selbstverständlichkeit.“ Entscheidungen fielen – so Meyer immer unter zwei Gesichtspunkten: Wichtig sei der Korridor der Mehrheitsmeinung in der Politik, und die theoretische Entscheidung sei am Ende auch immer emotional. Meyer: „Das Thema muss also so positioniert sein, dass es im Mainstreamkorridor fest verankert ist. Hauptsache ist zudem, es fühlt sich gut an, Fakten sind dabei immer nur ein Hilfsargument." POLITIK IM STETEN WANDEL Johannes Vogel zog das Fazit aus der Sicht des Politikers: „Die“ Politik gebe es nicht. Mehrheitsmeinung sei stets im Wandel. „Wenn´s keine Wechselwähler gäbe, würden sich nie Positionen verändern. Das gilt auch für Meinungswechsel in der Politik. Es wird immer die Partei gewählt, die überzeugt. In starren Blöcken würden sich nie Meinungen verändern und es gäbe kaum politisches Engagement.“ WLI VIDEO DER DISKUSSIONSRUNDE https://youtu.be/54R6fCoDHZM

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