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Ausgabe 4/2011:

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Zeitarbeit schwarz auf

Zeitarbeit schwarz auf weiSS Mindestlöhne Sache der Tarifparteien Die Tarifparteien sollten für alle Branchen die Mindestlöhne aushandeln, erklärte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel. Eine Anlehnung an den Zeitarbeitslohn halte ich jedoch für entbehrlich. Dr. Angela Merkel Detlef Wetzel Bereit zu Equal Pay-Regelung Wir sondieren mit den zwei Zeitarbeitsverbänden zurzeit die Lage, erläuterte Detlef Wetzel, zweiter Vorsitzender der IG Metall. Der Grundsatz „gleiche Arbeit – gleiches Geld“ gilt nach wie vor. Das wollen wir durch drei Elemente erreichen. Da ist zum einen der Grundlohn aus den bestehenden Tarifverträgen. Zusätzlich brauchen wir einen spezifischen Branchenzuschlag. Und das dritte Element ist eine Einsatzzulage, mit der die Feinjustierung auf der einzelbetrieblichen Ebene stattfindet. Ich fände es gut, wenn wir es gemeinsam jenseits der Politik schaffen würden. Wir als IG Metall sind entschlossen und bereit zu einer guten Equal-Pay- Regelung. RA Werner Stolz Eigenständige Branchentarife Es gibt viele Ideen, wie man der politischen Vorgabe, vermeintliche Gerechtigkeitslücken zu schließen, nachkommen kann. Im Ergebnis brauchen wir auch in Zukunft eigenständige Branchentarife, die einfach, fair und praktikabel umsetzbar sein müssen, betonte iGZ-Hauptgeschäftsführer RA Werner Stolz. Eine Idee ist es etwa, gestaffelte Branchenzuschläge einzuführen. Wer länger im Unternehmen ist, soll im Vergleich zu den Stammbeschäftigten stufenmäßig gleichgestellt werden. Denn Zeitarbeit ist ein unverzichtbares Flexibilitätsinstrument der Wirtschaft, darf aber kein Mittel sein, dauerhaft billigere Reservekräfte vorzuhalten. Joachim Möller Stufenweise zu Equal Pay Nach spätestens sechs Monaten sollte der Grundsatz der gleichen Bezahlung von Leiharbeitern und Stammkräften gelten, unterstrich der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Joachim Möller. Bereits nach zwei und nach vier Monaten wird die Differenz zwischen dem Einstiegslohn der Zeitarbeiter und dem Lohn der Stammkräfte um jeweils ein Drittel reduziert.“ Die stufenweise Anhebung verringere die Gefahr, dass zum jeweiligen Stichtag die Zeitarbeiter einfach durch neue Zeitarbeiter ersetzt werden, um die Lohnangleichung zu vermeiden. 22

iGZ im spiegel der Presse presseschau Know-how braucht Zeit Ariane Durian Akzeptanz verbessern Wenn sich die Zahl der aktuell rund 870.000 Beschäftigten in der Zeitarbeit signifikant erhöhen soll, muss die gesellschaftliche Akzeptanz verbessert werden, sagte die iGZ-Bundesvorsitzende Ariane Durian. In der Politik, in den Medien, in Arbeitnehmer- und sozialen Kreisen wird gern und oft auf der Zeitarbeit herumgehackt. Dagegen anzukämpfen, ist unglaublich schwer. Dennoch: Zeitarbeit zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen, sehe ich als meine Aufgabe an. Rainer Dulger Bis zu 40 Prozent der Zeitarbeitnehmer sind zuvor Hartz-IV-Empfänger gewesen, erläuterte Rainer Dulger, Vorsitzender und Verhandlungsführer des Arbeitgeberverbands Südwestmetall. 14 bis 17 Prozent der Zeitarbeitnehmer gehen in dem Unternehmen in Festanstellung, das sie ausgeliehen hat. Sie haben darüber hinaus einen weiteren Vermittlungseffekt von etwa 20 Prozent in anderen Unternehmen. Solange überschaubar bleibt, wie lange Arbeitskräfte als Zeitarbeitnehmer beschäftigt sind, ist gegen unterschiedliche Bezahlung nichts einzuwenden. Es vergeht eben eine gewisse Zeit, bis das Knowhow der Zeitarbeitnehmer dem des Stammbeschäftigten gleichkommt. Tarifliche Lösung Die angestrebte tarifliche Lösung könnte in einer stufenweisen Annäherung an ein „equal pay“ liegen, schlug BDA-Präsident Dieter Hundt vor. Allerdings ist ein gleicher Lohn für Zeitarbeitskräfte und Stamm-Mitarbeiterschaft immer dann unzuträglich, wenn es nur um kürzere Einsätze geht. Obwohl die Branchen-Arbeitgeberverbände mit den DGB-Gewerkschaften einen gültigen Tarifvertrag bis Ende 2013 abgeschlossen haben, besteht eine erklärte Bereitschaft, hier vorzeitige Verbesserungen tariflich zu vereinbaren. Dieter Hundt Hartnäckige Vorurteile Die Branche hat gegen hartnäckige Vorurteile und eine Skandalisierung in Gewerkschaftskampagnen zu kämpfen, kritisierte die iGZ-Regionalkreisleiterin für die Region Bodensee bis Villingen-Schwenningen, Angelika Palermita. Wir haben die gleichen Gesetze wie andere Unternehmen. Eine Klassifizierung der Zeitarbeit als „illegale“ oder „prekäre Arbeitsverhältnisse“ ist schlichtweg falsch. Die Besonderheiten der Zeitarbeitsbranche werden darüber hinaus ignoriert und durch andere Regeln zunehmend fremdbestimmt. Angelika Palermita 23

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