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Ausgabe 1/2007:

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| 4 5 | ccjvhyxcvyxcjvhj Zeitarbeit in der Automobilindustrie „ZEITARBEIT INZWISCHEN TEIL DES OPERATIVEN GESCHÄFTS“ In einer empirischen Untersuchung analysierten Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center of Automotive Research der Fachhochschule Gelsenkirchen (CAR) und Carina Büttner, wissenschaftliche Mitarbeiterin im CAR, die Nutzungen, Erfahrungen und Einschätzungen zur Zeitarbeit in der Automobilindustrie. Hierzu wurden 148 Automobilhersteller und Zulieferer im Herbst 2005 schriftlich befragt. Die Studie ist Teil der Gemeinschaftsstudie „Erfolgsfaktoren in der Automobilindustrie: Unternehmens-Know-How und Arbeits-Flexibilität“, die am CAR und der Westfälischen Hochschule Zwickau mit Unterstützung der Stadt Leipzig und Randstad Deutschland GmbH durchgeführt wurde. Z direkt! sprach mit Carina Büttner über die Bedeutung der Zeitarbeit in der Automobilindustrie. Carina Büttner gehört seit 2000 zum Team des Center of Automotive Research der Fachhochschule Gelsenkirchen. Die Betriebswirtin ist Projektleiterin für verschiedene Marktforschungsprojekte im Bereich Marktbeobachtung, Kundenzufriedenheitsanalysen etc. und Eventmanagerin verschiedener Veranstaltungen der Fachhochschule sowie insbes. der jährlich stattfindenden CAR-Symposien. Wie hoch ist der von Ihnen gemessene Verbreitungsgrad von Zeitarbeit in der Automobilindustrie? Wie viele Zeitarbeitsunternehmen bzw. Zeitarbeitnehmer sind in die Automobilindustrie involviert? 86 Prozent aller Unternehmen der Automobil- und Zulieferindustrie in Deutschland setzen Zeitarbeit ein. Das entspricht über 1 400 Unternehmen/ Betriebsteilen - von insgesamt 1 650 Unternehmen. Knapp 15 000 Zeitarbeitsfirmen sind in Deutschland aktiv. Hochrechnungen des CAR ergaben, dass es in der deutschen Automobilund Zulieferindustrie über 60 000 Zeitarbeitnehmer gibt. In welchen Bereichen wird Zeitarbeit bei den Automobilherstellern und Zulieferern eingesetzt? Ganz klar dominiert hier der Bereich Produktion. Gut ein Drittel der Unternehmen setzen Zeitarbeit permanent in der Produktion ein. Weitere Einsatzbereiche sind der Verwaltungsbereich sowie die Bereiche Logistik bzw. Beschaffung. Worin sahen die in der Studie befragten Personalmanager und Geschäftsführer die Hauptmotive für den Einsatz von Zeitarbeitnehmern? Zeitarbeitnehmer werden vor allem eingesetzt, wenn flexible Arbeitskräfte benötigt werden, zum Beispiel bei Auftragserweiterungen oder bei Akquisitionen von Neuaufträgen, also bei Kapazitätsschwankungen. Der Einsatz von Zeitarbeit macht die Unternehmen flexibler! Wieso ist gerade die Automobilindustrie in besonderem Maße Kapazitätsschwankungen ausgesetzt? In der Automobilindustrie ergeben sich Kapazitätsschwankungen und Risiken durch den Lebenszyklus der Produkte sowie saisonale, konjunkturelle und strukturelle Nachfrageschwankungen. Gerade hier bietet sich der Einsatz von Zeitarbeitnehmern an, um die Risiken auszugleichen. Das heißt, Automobilhersteller und Zulieferer setzen Zeitarbeit in erster Linie zur Bewältigung von Auftragsspitzen und zur Überbrückung von Urlaubs- und Krankenzeiten ein? Nein, die Zeiten in denen Zeitarbeit nur zur Bewältigung von Auftragsspitzen oder Überbrückung von Urlaubs- und Krankheitszeiten Einsatz fand, sind längst vorbei. Zeitarbeit bildet inzwischen einen Teil des operativen Geschäfts. Waren die befragten Unternehmen mit der Qualität der Zeitarbeitsanbieter zufrieden oder wurden Produktivitätsverluste beklagt? Zeitarbeitnehmer sind längst keine Billigarbeiter mehr, sondern qualifizierte Arbeitnehmer, die es erlauben die Flexibilität der Unternehmen wesentlich zu verbessern. Außerdem beschränkt sich der Einsatz von Zeitarbeit in der Automobilbranche keinesfalls nur auf Hilfskräfte. 24 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, über 10 Prozent aller Fachkräfte und Facharbeiter von Zeitarbeitsanbietern gestellt zu bekommen. Die entleihenden Firmen sind durchaus zufrieden. Wie langfristig sind die Beziehungen der Unternehmen zum Zeitarbeitsanbieter in der Regel? Über 85 Prozent der befragen Unternehmen arbeiten mit den Zeitarbeitsunternehmen länger als zwei Jahre zusammen. Knapp ein Drittel sogar länger als fünf Jahre. Man bleibt sich treu und schafft langfristige Bindungen. Die Automobilindustrie ist in besonderem Maße von der Verlagerung von Arbeitsplätzen ins kostengünstigere Ausland betroffen. Kann Zeitarbeit die Produktionsverlagerung ins Ausland bremsen? Die Mehrzahl unserer befragten Manager geht nicht davon aus, dass zusätzliche Zeitarbeit die Produktionsverlagerungen stoppen kann. Allerdings glauben die Manager, dass Zeitarbeit einen Dämpfungseffekt hat. Je mehr Zeitarbeitnehmer eingesetzt werden, desto mehr Arbeitsplätze bleiben in Deutschland. Nach welchen Kriterien wählen Automobilhersteller und Zulieferer ihre Anbieter aus? Spielt auch die Tarifbindung der Zeitarbeitsunternehmen eine Rolle? Die befragten Manager gaben als Kriterien für einen Anbieter die Qualität der Zeitarbeitskräfte und die Liefergeschwindigkeit an. Die Tarifbindung wurde wegen des sonst zur Geltung kommenden „Equal-Pay“-Prinzips als wichtiges Kriterium an dritter Stelle genannt. Wer entscheidet in den Unternehmen der Automobilbranche über die Auswahl des Zeitarbeitsanbieters – die Personalabteilung oder der Einkauf? Wie beurteilen Sie den Trend zur Verlagerung auf den Einkauf? Überwiegend entscheidet heute die Personalabteilung bei der Auswahl des Dienstleisters. Nur bei 6 Prozent aller befragten Unternehmen ist der Einkauf in die Entscheidung mit eingebunden. Wir gehen jedoch davon aus, dass in den nächsten Jahren der Einfluss des Einkaufs bei der Auswahl von Zeitarbeitsunternehmen steigen wird. Damit werden auch der Preisdruck und die Konzentrationsgeschwindigkeit in der Branche erhöht. Z direkt! Z direkt!

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