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Z direkt! Extra iGZ-Award 2017

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Z direkt! Große Unternehmen 2. Platz: abakus Unternehmensgruppe Weiterbildung mit Erfolg Bei der Suche nach geeigneten Weiterbildungsmöglichkeiten überzeugte keins der bestehenden Angebote. Die abakus Unternehmensgruppe gründete daraufhin ihre eigene Weiterbildungsstätte. Das besondere Angebot von praktischen Übungsmöglichkeiten erwies sich als echtes Erfolgskonzept. Der Mangel an Fachkräften in Deutschland ist groß. Um diesem entgegenzuwirken, gründete die abakus Unternehmensgruppe die aba Service Akademie, in der Facharbeitskräfte im Bereich Logistik ausgebildet werden. „Es wurde immer schwieriger qualifizierte Bewerber zu bekommen“, erklärt Ralf Hochstein diesen Schritt. Er ist Leiter der aba Logistics GmbH in Hamm. Hochstein und sein Kollege Torsten Skerra ließen sich zunächst selbst fortbilden. Heute sind beide zertifizierte Ausbilder, unter anderem für Gabelstapler- sowie Flurförderzeugfahrer. Zusätzlich stellte Hochstein einen Logistikmeister ein. Das 2015 gegründete Schulungszentrum bietet mittlerweile verschiedene Weiterbildungsmaßnahmen an. Eine davon ist die „Modulare Qualifikation Lagerlogistik“. „Bei uns wird nicht nur die Theorie gelehrt. Unser Schulungszentrum hat knapp 240 Quadratmeter und ist mit Hochregalen ausgestattet. Bei uns können die Mitarbeiter alles auch direkt praktisch üben und darum geht es ja. Die spätere Arbeit ist schließlich auch praktisch“, beschreibt Hochstein das ungewöhnliche Angebot. Nach erfolgreichem Abschluss der über fünf Monate dauernden Schulung wurden bislang alle Teilnehmer der Maßnahme in ein langfristiges Arbeitsverhältnis übernommen. Es entsteht eine Kette von der Ausbildung über die Einstellung und Einarbeitung bis hin zum festen Job. Ein Erfolgsmodell, von dem auch Sabajdin Kindi profitierte: Der 23-Jährige hat vorher bereits an vielen Maßnahmen der Arbeitsagentur teilgenommen – aber keine abgeschlossen. Als er zur aba Service Akademie kam und an der Modularen Qualifikation Lagerlogistik teilnahm, zog er eine Weiterbildung zum ersten Mal durch. „Fünf Monate nur im Klassenzimmer ist für viele eine Herausforderung. Durch unsere praktischen Möglichkeiten fällt es ihnen leichter“, beschreibt Hochstein den Grund für den Erfolg. Neben den fachlichen Kenntnissen bereitet die Zeit in der Schulungsanlage auch ganz allgemein auf das Arbeitsleben vor. So wird möglichen Problemen wie Unpünktlichkeit oder Unzuverlässigkeit beim Kundenunternehmen vorgebeugt. „Unser Dozent und Logistikmeister Hans Werner Müller hat eine gute Art, mit den Teilnehmern umzugehen“, bekräftigt Hochstein. Sabajdin Kindi hat die Maßnahme vor knapp einem Jahr abgeschlossen und ist seitdem über abakus bei einem Kundenunternehmen eingesetzt. „Ein Musterbeispiel“, freut sich Hochstein. Für den Erfolg werden die Gruppen bewusst klein gehalten. Es gibt zeitgleich maximal zehn Teilnehmer. Das Konzept hat sich bewährt und wird beibehalten. Für die Zukunft könnte sich Hochstein sogar noch weitere Fortbildungen vorstellen. Antonia Aulbert 20

Große Unternehmen Z direkt! 3. Platz: Walter-Fach-Kraft GmbH & Co. KG Chance auf Ausbildungsplatz Bewerber mit unterdurchschnittlichen Noten werden häufig direkt abgewiesen. Gerade junge Menschen mit schlechten Noten haben deshalb Schwierigkeiten einen Ausbildungsplatz zu finden. Walter- Fach-Kraft gibt ihnen mit dem Azubi-Projekt die Chance, durch ihr Engagement direkt zu überzeugen. Mit schlechten Noten haben junge Menschen schlechte Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Gleichzeitig leiden viele Unternehmen an einem Bewerbermangel, und Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt. Das Unternehmen Walter-Fach-Kraft hatte die zündende Idee, dieses Problem zu lösen: „Angelehnt an den Grundgedanken, dass Zeitarbeitnehmer durch ordentlichen Einsatz im Kundenunternehmen die Chance erhalten, von dieser Firma unmittelbar angestellt zu werden, sollte es doch möglich sein, diese Verfahrensweise auch im Hinblick auf einen Ausbildungsplatz anzuwenden“, erklärt Marijana Hainc-Spandl, Niederlassungsleiterin in Gütersloh, die Idee. Das Prinzip ist einfach: Wer auf dem Ausbildungsmarkt insbesondere wegen unterdurchschnittlicher Schulzeugnisse keine Ausbildungsstelle erhalten hat, arbeitet für ein Jahr als Zeitarbeitnehmer in verschiedenen Einsatzbetrieben. In dieser Zeit lernen die Betroffenen unterschiedliche Arbeitsstellen und verschiedene Arbeitsanforderungen kennen. Vorteil dieses Verfahrens: „Das Schulzeugnis spielt für den jeweiligen Einsatz keine Rolle. Die Teilnehmer werden bei uns, dem Zeitarbeitsunternehmen angestellt, und an die Einsatzbetriebe überlassen. Die dortigen Personalverantwortlichen haben weder Einblick in das Schulzeugnis noch in den Lebenslauf der Betroffenen“, beschreibt Hainc-Spandl. So erhalten die Jugendlichen die Chance, durch ihr Engagement zu überzeugen. Außerdem können sie verschiedene Berufe und Unternehmen kennenlernen. Nach dem Jahr im Zeitarbeitsbetrieb folgt dann im Idealfall die Ausbildung. Die Idee für das Azubi-Projekt entstand im März 2016. Alexandru-Constantin Alexa war einer der Teilnehmer. Er wurde bei verschiedenen Unternehmen eingesetzt, unter anderem bei einem Fahrradhersteller. Schon im August vergangenen Jahres erhielt er einen Ausbildungsvertrag zum Zweiradmechaniker. Für diesen Erfolg war einige Unterstützung durch Walter-Fach- Kraft nötig: Der junge Mann kommt aus Rumänien und hatte Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache. „Wir haben ihn unverzüglich bei der VHS in Rheda-Wiedenbrück zur Teilnahme an einem Sprachkurs angemeldet“, beschreibt Hainc-Spandl. Die Niederlassungsleiterin nahm Alexandru-Constantin Alexa außerdem auf ihrem Weg zur Arbeit mit, setzte ihn beim Kundenunternehmen ab und brachte ihn nach der Arbeit auch wieder nach Hause. Die schlechte Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln sollte kein Hindernis auf dem Weg ins Berufsleben sein. „Das Projekt bietet leider keine Garantie für einen anschließenden Ausbildungsplatz“, bedauert Hainc- Spandl, „aber es ist eine tolle Chance.“ Walter-Fach- Kraft wird das Azubi-Projekt fortführen und versuchen, noch weitere Ausbildungsbetriebe überregional einzubinden. Antonia Aulbert 21

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