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Z direkt! Ausgabe 3/2013:

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Z direkt! Titelthema Schluss mit starren Strukturen Ein Medizinstudent, der mit Nachtwachen sein Studium finanzieren möchte. Eine alleinerziehende Krankenschwester, die wegen der Kinderbetreuung nur noch Frühdienste übernehmen kann. Ein zugezogener Anästhesist, der so schnell wie möglich einen Job braucht. Fachkräfte, die in der Zeitarbeit besser aufgehoben sind, „weil wir die starren Strukturen des Personalmanagements in der Pflegebranche aufbrechen“, meint Kerstin Seiferth, Geschäftsführerin des iGZ-Mitglieds promedis24. Der Arbeitsalltag in den meisten Pflegeberufen folgt klaren Strukturen. Frühschicht, Spätschicht, Nachtschicht. Schließlich müssen die Patienten rund um die Uhr betreut sein. Schwierig, wenn dann ein Arbeitnehmer mit „Extrawünschen“ kommt. Nur Dienstag, Mittwoch und Donnerstag? Und nur vormittags? Aber erst ab acht? Unmöglich! Der alte Zopf „Klar, kriegen wir hin“, entgegnet hingegen Seiferth solchen Bewerbern. „Puzzeln“ sei ein Hauptbestandteil ihrer Arbeit. Irgendwie passe es eigentlich immer. Das Problem sei eher, dass der Gesundheitssektor bislang wenig flexibel sei. „Dabei ist es doch ganz egal, ob vormittags ein anderes Gesicht vor Ort ist als nachmittags! Wenn der Mitarbeiter dafür ausgeruht und motiviert zum Dienst kommt, haben letztlich alle Seiten gewonnen.“ Ein Umdenken, das nur langsam voranschreite. Erst wenn die Not sehr groß sei, gerate in den Köpfen der Personalentscheider etwas in Bewegung. „Da hängt überall noch der alte Zopf dran“, beschreibt sie. „Und wir sind hier alle mit der Schere unterwegs.“ Steigende Nachfrage Im Berliner Hauptsitz sind rund 180 Zeitarbeitskräfte angestellt, die allermeisten sind Frauen zwischen 25 und 45 Jahren. „Und wir könnten locker noch 50 Mitarbeiter mehr gebrauchen“, bedauert Seiferth. Einsatzfreie Zeiten gebe es quasi nicht, die Nachfrage von Seiten der Kunden steige extrem. Allein in Berlin habe das Unternehmen inzwischen 516 Kunden – von großen Krankenhäusern über Pflegeheime, Arztpraxen, Rehazentren und Labore bis hin zu Kindergärten sei eigentlich alles dabei. Tagesdisposition Genauso vielfältig seien auch die Gründe, warum die Personalchefs beim iGZ-Mitglied anrufen: „Krankheit, Schwangerschaft, Urlaub, Kündigung“, zählt Seiferth nur wenige Möglichkeiten auf. Meistens werde von jetzt auf gleich Ersatz benötigt. „Tagesdisposition“, nennt sie daher das Motto. Der Flexibilität seien dabei kaum Grenzen gesetzt, die kürzeste Einheit betrage vier Stunden. Darunter lohne sich für die Mitarbeiter die Anfahrt nicht. Kaum Übernahme Fällt ein Stammmitarbeiter längerfristig aus, bieten die Pflegeeinrichtungen den Zeitarbeitskräften häufig eine direkte Anstellung an. Die Übernahmequote des iGZ-Mitglieds sei trotzdem gering. „Gut die Hälfte unserer Mitarbeiter ist alleinerziehend und hat sich ganz bewusst für eine Stelle in der Zeitarbeit entschieden“, erklärt Seiferth. Denn als Stammbeschäftigte würden sie den entscheidenden Vorteil der Zeitarbeit wieder aufgeben – die individuellen Arbeitszeiten. I Maren Letterhaus

Titelthema Z direkt! „Wenn der Mitarbeiter dafür ausgeruht und motiviert zum Dienst kommt, haben letztlich alle Seiten gewonnen.“ Kerstin Seiferth, Geschäftsführerin des iGZ-Mitglieds promedis24 und ihr Team. 15

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