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Z direkt! Ausgabe 1/2014

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Z direkt! Gastbeitrag Prof. Dr. Michael Hüther: Deutschland 2014: Eine Menge Baustellen Die deutsche Volkswirtschaft ist dank ihres industriebasierten, dienstleistungsergänzenden und exportorientierten Geschäftsmodells gut durch die europäische Finanz- und Wirtschaftskrise gekommen. Die Beschäftigung liegt auf einem Rekordniveau und stellt sich als sehr robust dar. Das Wirtschaftswachstum weist momentan nur niedrige Raten auf, wird aber im Laufe des Jahres 2014 anziehen. Ein positives Bild zeigt in Deutschland auch die Finanzlage des Staates und der Sozialversicherungen. Die Steuereinnahmen klettern – unter anderem wegen der kalten Progression – auf immer neue Höchststände. Daraus ergab sich in den letzten beiden Jahren 2012 und 2013 ein quasi ausgeglichener Staatshaushalt. Zudem war es in den letzten Jahren aufgrund der äußerst positiven Einnahmensituation bei der Rentenkasse möglich, den Beitragssatz in mehreren Schritten um einen Prozentpunkt auf 18,9 Prozent zu senken. Allerdings stellen all diese guten Entwicklungen keinen Grund dafür dar, die Hände in den Schoß zu legen - im Gegenteil. Um diese gute Ausgangslage nicht zu verlieren und auch in der Zukunft zu sichern, sind jetzt Maßnahmen der Politik von Nöten, welche die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft erhöht. Aufgaben Der Autor, Prof. Dr. Michael Hüther, ist Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln. Leider zeichnet sich die aktuelle Politik in vielen Bereichen durch Nichtstun und Maßnahmen in Form von Wahlgeschenken aus, die schädlich für Wachstum und Beschäftigung in Deutschland sind. Einige Aufgaben, bei denen bisher eher Stilstand herrschte, erlauben keinen weiteren Aufschub. Hierzu gehört die Umsetzung der Energiewende, die mit bezahlbarem Strom sowohl für Haushalte als auch für die Industrie einhergehen muss, um die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und die Bereitschaft der Bevölkerung zur Energiewende nicht zu gefährden. ANZEIGE 30

Gastbeitrag Z direkt! Versorgungssicherheit Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Energiewende ist die Versorgungssicherheit, die für einen attraktiven Investitionsstandort, und damit auch für Arbeitsplätze, unabdingbar ist. Des Weiteren müssen die Sozialversicherungssysteme demografiefest gemacht werden, damit die Beitragssätze zukünftig nicht zu weit steigen und damit den Faktor Arbeit in Deutschland verteuern. Mögliche Entwicklungen Perspektivisch gibt es zwei mögliche Entwicklungen, die den Bedarf an Flexibilität insbesondere für die großen industriellen Zeitarbeitskunden der Metall- und Elektrobranche sowie der Chemiebranche massiv erhöhen. Auf der einen Seite scheint in die Eurokrise etwas Ruhe eingekehrt zu sein – in den Krisenländern kommt es langsam wieder zu einer Steigerung des Bruttoinlandsproduktes. Jedoch bedeutet dies nicht, dass die Eurokrise deswegen vollständig hinter uns liegt. Das Institut der deutschen Wirtschaft rechnet für 2014 mit einem leichten Wachstum des Bruttoinlandsprodukts. Rückschlag nicht ausgeschlossen Druck wird größer Die eingeleiteten Reformen in den Krisenländern und geschaffenen Institutionen entfalten langsam ihre Wirkung. Allerdings ist ein Rückschlag und damit ein Wiederaufflammen der Eurokrise nicht ausgeschlossen. Insbesondere stellt die aktuelle Schwäche Frankreichs ein massives Gefahrenpotenzial für die Stabilität des Euroraumes dar. Im Falle einer Verschlechterung ist eine flexible Anpassung der Produktionskapazitäten für die Industrie elementar, um auf mögliche Veränderungen reagieren zu können. Zweitens wird durch die voranschreitende Globalisierung und die drohenden Steigerungen der Kosten für die Faktoren Arbeit und Energie der Druck auf die Wettbewerbsfähigkeit für die Industrie immer größer. Um in dieser Situation wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen die Unternehmen flexibel reagieren können, wobei das Instrument der Zeitarbeit eine wichtige Rolle spielt. ANZEIGE 31

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