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Z direkt! Ausgabe 1/2014

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Z direkt! Unterwegs iGZ-Landeskongress Bayern Ein echtes Musterländle Eine Beschäftigungsquote weit über dem Bundesdurchschnitt und die niedrigste SGB II-Quote in ganz Deutschland: Besonders in Sachen Arbeitsmarkt ist der Freistaat Bayern ein echtes Musterländle. Das gilt auch für die Zeitarbeit. Im Rahmen des iGZ-Landeskongresses Bayern in Fürth präsentierte Klaus Beier, Geschäftsführer der BA-Regionaldirektion Bayern, ein umfangreiches Zahlenwerk zum Arbeitsmarkt vor Ort. 3.137 Zeitarbeitsunternehmen, so der Geschäftsführer, existierten im Dezember 2012 in Bayern. 63 Prozent davon seien überwiegend oder ausschließlich in der Arbeitnehmerüberlassung tätig. Zeitarbeit biete eine echte Chance vor allem für Berufsrückkehrer und -einsteiger: „80 Prozent der Zeitarbeitnehmerschaft war zuvor beschäftigungslos“, nannte Beier Zahlen. Die iGZ-Landesbeauftragte Petra Eisen (l.) begrüßte 250 Teilnehmer zum Landeskongress Bayern und dankte den ehrenamtlichen Funktionsträgern (r.) des iGZ, Andreé Sammeth, Peter Schütz, Rudolf Sagner (v.r.) und Sabine Frank (2.v.l.). Arbeitsmarkt stabil Diese Form der Arbeit stabilisiere sich zunehmend: Während im Jahr 2009 noch 63 Prozent der Zeitarbeitsverhältnisse weniger als drei Monate dauerten, waren es 2012 51 Prozent. Insgesamt sei der Arbeitsmarkt in Bayern stabil: Im Juni 2013 verzeichnete die BA 4.912.300 sozial versicherungspflichtig Beschäftigte – und damit eine Quote von 56,3 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Durchschnitt bei 52,9 Prozent. Mit 4,2 Prozent hatte Bayern im Mai 2013 außerdem mit Abstand die geringste SGB II-Quote (bundesweit 9,6 Prozent). Nichtsdestotrotz mache sich auch der Freistaat Gedanken über den demographischen Wandel und den damit einhergehenden drohenden Fachkräftemangel. „Das Fachkräfteangebot lässt sich nur durch einen Mix verschiedener Hebel nachhaltig steigern“, betonte Beier. Möglich sei das etwa durch die Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften sowie durch eine Erhöhung des Arbeitszeitvolumens. Ausbildung und Qualifizierung sowie die Erhöhung der Transparenz des Arbeitsmarktes seien weitere realisierbare Aspekte. Nötig sei eine Doppelstrategie: Neben der Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte gelte es auch das inländische Fachkräftepotenzial zu fördern. Allerdings sei die Attraktivität von Zeitarbeitsstellen durch höhere Vergütung wie beispielsweise die Branchenzuschläge besonders für Fachkräfte gestiegen. Um dem Bedarf langfristig gerecht zu werden, müsse sich auch die Zeitarbeitsbranche Gedanken über die Qualifizierung und Weiterbildung der Mitarbeiter machen, mahnte Beier. Wolfram Linke 26 www.ig-zeitarbeit.de/presse/artikel/ igz-landeskongress-bayern-2013

Unterwegs Z direkt! iGZ-Landeskongress Nord Klassischer Einsatz von Zeitarbeit „Die Bedeutung der Zeitarbeit stabilisierte sich“, stellte Prof. Dr. Michael Hüther, Institut der deutschen Wirtschaft Köln, auf dem iGZ-Landeskongress Nord in Hannover mit Verweis auf die von ihm erstellte Studie zur wirtschaftlichen Lage der Zeitarbeitsbranche fest. Vor rund 300 Zuhörern merkte er an, dass sich der Anteil der Zeitarbeit bei 2,1 Prozent am Gesamtgefüge der deutschen Wirtschaft etabliert habe. Ihm sei nicht erklärlich, wie Gewerkschaften bei einem solch geringen Anteil an allen Erwerbstätigen auf eine Prekarisierung der gesamten Arbeitswelt schließen könnten. Das Beständige liege allerdings im Wandel: Kamen 1996 noch über 50 Prozent der Zeitarbeitnehmerschaft aus den Bereichen Metall & Elektro sowie andere Bau- und Industrieberufe, waren es im Jahr 2011 lediglich noch circa 28 Prozent. Im Gegensatz dazu wuchs die Zahl im Dienstleistungsbereich von 20 auf rund 30 Prozent. Die IAB-Studie bestätige zudem, dass 63 Prozent der Zeitarbeitnehmer aus der Beschäftigungslosigkeit kommen. Unbefristete Beschäftigung Von schlechten Beschäftigungsverhältnissen könne dabei überhaupt keine Rede sein: „89,3 Prozent der Zeitarbeitnehmer sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 81,2 Prozent haben einen unbefristeten Arbeitsvertrag in der Tasche, und 90,9 Prozent arbeiten in Vollzeit“, zählte Hüther auf. Hier lasse sich ebenfalls eine Entwicklung beobachten: Im Jahr 2002 wurden rund 30 Prozent der Arbeitsverhältnisse nach drei oder mehr Monaten beendet. 2012 dauerten bereits über 50 Prozent drei Monate oder länger. Lohnsteigerungen Als beispielhaft nannte er die Lohnsteigerungen innerhalb von nur drei Jahren: Von Juli 2010 bis Januar 2014 sei der Lohn im Osten um 18,2 Prozent gestiegen, im Westen stieg er um 11,85 Prozent. Ein Blick über den Tellerrand zeige dabei, dass die Arbeitsstunde im verarbeitenden Gewerbe im internationalen Vergleich mit fast 40 Euro in Deutschland am höchsten sei. Zeitarbeit sei auf jeden Fall auch als Rekrutierungsinstrument „ein echtes Sprungbrett“: 18 Prozent der Unternehmen und 38 Prozent der Industrie bezeichnen die Zeitarbeit laut Untersuchung als wichtiges Instrument zur Einstellung neuer Mitarbeiter. „37,3 Prozent der Zeitarbeitnehmer wechseln in das Angestelltenverhältnis beim Kundenunternehmen“, erläuterte Hüther, „und rund 60 Prozent der Akademiker sowie Techniker werden vom Kunden übernommen.“ Keine Verdrängung der Stammbelegschaft Die Studie räume zudem mit dem Vorurteil auf, Zeitarbeit verdränge Stammbelegschaften – im Gegenteil: „Unternehmen, die Zeitarbeit nutzen, bauen die Stammbelegschaft um 50 Prozent auf.“ Motiv: Flexibilität Nach wie vor klassisch sei die Intention für den Einsatz von Zeitarbeit: 87 Prozent nannten Flexibilität und kurzfristige Kapazitätsanpassung als Gründe, 81 Prozent setzen auf die schnelle Verfügbarkeit von Arbeitskräften. Zu den geplanten Regulierungen der politischen Koalitionspartner merkte Hüther lakonisch an: „Die Tarifpartner finden selbst angemessene Lösungen.“ Wolfram Linke 27 Prof. Dr. Michael Hüther (l.), IW Köln, referierte über die Zeitarbeit. Landesbeauftragter Jürgen Sobotta dankte Bettina Schiller, Frauke Schacht, Karsten Wellnitz, Karsten Gerhardy und Angelo Wehrli (v.r.).

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