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Z direkt! Ausgabe 1/2014

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Z direkt! Marketing Werben um Azubis PDK-Ausbildungsmarketing: Was der Nachwuchs von seiner Arbeit erwartet 849 Neueinsteiger haben im Schuljahr 2013/2014 ihren Ausbildungsvertrag als Personaldienstleistungskaufmann/ -kauffrau unterschrieben. Damit ist die Zahl der Auszubildenden – wie in anderen Branchen auch – im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Dennoch gehört die PDK-Ausbildung zu den 100 beliebtesten von über 300 Ausbildungsberufen in Deutschland. Der Rückgang der Ausbildungsverträge ist der demografischen Entwicklung geschuldet. Schon nächstes Jahr werden rund 300.000 Fachkräfte fehlen, und bis 2020 wird die Zahl der Schüler um ein Fünftel zurückgehen. Das heißt, für die Personaldienstleister wird es zunehmend schwierig, qualifizierte Azubis zu finden. Das Werben um geeigneten Nachwuchs hat begonnen. Mittelständische Personaldienstleister müssen sich darüber Gedanken machen, wie sie ihre Attraktivität steigern und dadurch den eigenen Fachkräftenachwuchs stabilisieren können. Nur wenn ein Personaldienstleister weiß, was er bietet und wofür er steht, kann er sich auf dem Markt erfolgreich positionieren – in der Zeitarbeitsbranche gleich mehrfach: bei seinen Kunden, bei internen und externen Mitarbeitern und bei potenziellen Azubis. Ausbildungsmarketing ist hier das Stichwort. Denn Schüler schauen nicht nur auf die Inhalte eines Berufsbildes, sondern auch sehr genau auf das Image des Ausbildungsbetriebes. Drei Studien Was bewegt die jungen Menschen von heute generell, wenn es um Arbeit geht? Darüber geben drei aktuelle Studien Aufschluss. Die junge Generation weiß genau, dass sie für die Wirtschaft wichtig ist. Das zeigt eine Umfrage des iGZ- Mitglieds Orizon, die 2013 von der Unternehmensberatung Lünendonk durchgeführt wurde. Jobs, die junge Menschen attraktiv finden, müssen vor allem gut bezahlt sein: 95,8 Prozent der Umfrageteilnehmer sagen, dass eine leistungsgerechte Bezahlung für sie an erster Stelle steht. Danach folgen Kriterien wie eine abwechslungsreiche Aufgabe und ein sicherer Arbeitsplatz (jeweils mit 91,7 Prozent) sowie Weiterbildungsangebote und die Attraktivität des Standortes. 77,4 Prozent der Befragten geben an, dass für sie das Image eines Unternehmens besondere Bedeutung hat. (Orizon-Studie „Arbeitsmarkt 2013 – Perspektive der Arbeitnehmer“, Arbeitsmarktteilnehmer zwischen 18 und 65 Jahren). An erster Stelle zählt für Schüler, ob ein Beruf ihren eigenen Fähigkeiten und Neigungen entspricht. An zweiter Stelle folgt der Aspekt der Zukunftsfähigkeit und des Erfolgsversprechens, so die repräsentative McDonald’s-Ausbildungsstudie 2013, die vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt wurde. Befragt wurden darin junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren, wobei festzustellen ist, dass der Wunsch nach Arbeitsplatzsicherheit mit zunehmendem Alter steigt. Junge Menschen haben ernsthafte Lebensziele: Ein erfüllender Beruf steht auf Platz drei und ein sicherer Arbeitsplatz auf Platz fünf von 24 genannten Kriterien. Für Schüler, die eine betriebliche Ausbildung machen möchten, hängt die Wahl des Betriebes also zu allererst davon ab, ob sie eine Chance haben, nach der Ausbildung übernommen zu werden. Sehr wichtig sind auch ein harmonisches Betriebsklima und selbstständige Arbeitsmöglichkeiten. Auf Platz sechs von 16 steht auch hier der gute Name des Unternehmens! Vier Aspekte Laut der IG BCE-Jugendstudie 2013 antworteten die Teilnehmer (15- bis 29-Jährige, die schon in der Berufswelt sind) 22

Marketing Z direkt! auf die Frage, wie Arbeitgeber die berufliche Situation junger Beschäftigter verbessern könnten, vor allem mit vier Aspekten: unbefristete Arbeitsverträge, mehr Geld, Weiterbildungsmöglichkeiten, bessere Atmosphäre/Kommunikation. Die aktuellen Studien zeigen klar, welche Botschaften bei potenziellen Auszubildenden ankommen. Personaldienstleister sollten sich also fragen, ob ihr Unternehmen diese Erwartungen erfüllen kann. Was sind die Stärken des Unternehmens? Was hebt es eventuell von anderen Unternehmen ab? Es ist wichtig, die Werte und Qualitäten des Unternehmens zu kommunizieren und die Zukunftssicherheit, die verantwortungsvollen Aufgaben, den Abwechslungsreichtum und die Weiterbildungsmöglichkeiten des Berufsbildes deutlich zu machen. Das Ausbildungsangebot PDK geht genau auf diese Ansprüche der jungen Menschen ein, was Personaldienstleistungskaufleute in persönlichen Gesprächen immer wieder bestätigen. Wer Interesse daran hat, auszubilden, aber noch keinen Azubi gefunden hat, sollte nicht zu lange warten. Folgende Maßnahmen, die nicht viel kosten, können Mittelständlern helfen, passende Auszubildende zu rekrutieren: • Ausbildungsplatz-Ausschreibung auf der eigenen Website • Unternehmensseite bei Facebook • Kooperation mit örtlichen Berufsschulen: Berufsinformationstage, Angebot von Praktikumsplätzen • Angebot eines Betriebserkundungstages • Teilnahme am Girls‘ Day oder Boys‘ Day, Infos unter www.girls-day.de, www.boys-day.de • Teilnahme an regionalen Ausbildungsmessen • Teilnahme an örtlichen Events wie z.B. „Nacht der Ausbildung“ • PR-Arbeit mit lokalen Medien: Personaldienstleister können sich als kompetente Interviewpartner anbieten oder einen Artikel über das Berufsbild liefern – der iGZ hilft gerne dabei • Anzeigen in Schülerzeitungen, Jugendmagazinen, Tageszeitungen • Ausbildungsplatz-/Lehrstellenbörsen der IHK, der Bundesagentur für Arbeit und des iGZ unter www.alle-achtung.info Der iGZ stellt unter dem Kampagnentitel „Alle Achtung – Personaldienstleistungskaufmann/-kauffrau“ kostenlos vielfältige Werbemedien für iGZ-Mitglieder zur Verfügung – von Infobroschüren über den Berufsfilm bis zu Anzeigen-Vorlagen. Außerdem hält der iGZ für ausbildungsinteressierte Unternehmen eine Infomappe mit praktischen Tipps und inhaltlichen Hinweisen zur PDK-Ausbildung bereit. Dr. Jenny Rohlmann www.ig-zeitarbeit.de/bildung/seminare 23

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