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Z direkt! | Ausgabe 01 | 2015

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Z direkt! Titelthema Textilreinigerbranche setzt auf Kooperation mit Zeitarbeit Bildungskonzepte erarbeiten Nicht der gesetzliche Mindestlohn, sondern vielmehr der horrende Fachkräftemangel beschäftigt die Textilreinigerbranche: „Mit Blick auf unseren Bedarf spielt der Mindestlohn gar keine Rolle“, unterstreicht Jürgen Felmet, Obermeister der Textilreiniger-Innung Münsterland. Innungsobermeister Jürgen Felmet verweist auf den großen Fachkräftebedarf der Textilreiniger – und sieht darin eine Chance für die Zeitarbeit. „Die Branche ist bereit, bei entsprechenden Fachkenntnissen auch den passenden Lohn zu zahlen“, verdeutlicht Felmet ein branchenübergreifendes Dilemma: „Wir würden Zeitarbeitnehmer sofort nehmen, aber die Zeitarbeitsunternehmen können uns diese Textilfachkräfte nicht bieten.“ Der Mangel habe nicht zuletzt auch damit etwas zu tun, „dass der Beruf des Textilreinigers im öffentlichen Bewusstsein noch nicht verankert ist“. Früher habe es das Wäscherei-/Plätterhandwerk und chemisch Reiniger gegeben. In den 80er Jahren wurden die Berufsbilder zum Ausbildungsberuf Textilreiniger zusammengeführt. Und gerade das Stichwort Ausbildung beherberge eine ganz große Chance – besonders für die Zeitarbeit: „Gemeinsam mit uns Kunden könnte die Zeitarbeit ein Weiterbildungskonzept erarbeiten, so dass am Ende diese Bedarfe gedeckt werden könnten“, nennt der 54-Jährige eine Alternative. Das sei deshalb möglich, weil sich hier auch gute Chancen für Quer- 16

Z direkt! einsteiger bieten: „Im Textilreiniger Bildungszentrum Münsterland (TBZ) in Rheine kann man sich von der Fachkraft über den Gesellen bis hin zum Meister ausbilden lassen“, nennt Felmet ein Beispiel für denkbare finanzielle Kooperationen zwischen Kunden- und Zeitarbeitsunternehmen. Ansprechpartner zum Thema sitzen auch im TBZ. Die Teilfinanzierung könne die Zeitarbeitsfirma dann via Rückzahlungsvereinbarung absichern. Die Weiterbildung erfolge je nach Bedarf – ob etwa Fachkraft oder Geselle – passgenau fürs jeweilige Kundenunternehmen. Weiterer Vorteil: Die Zeitarbeitsbetriebe haben anschließend spezialisierte Fachkräfte, die in der Textilreinigerbranche stark nachgefragt sind. Ausbildungsmöglichkeiten seien für Textilreiniger zunehmend eingeschränkt, da immer weniger Berufsschulen diesen Zweig anbieten: „Wer in Münster ausbilden will, muss seinen Azubi zur Berufsschule nach Hannover, Köln oder Schleswig-Holstein schicken und unter Umständen für die Kosten aufkommen“, benennt der Obermeister die Ausbildungshürden. Die Nachfrage nach Textilreinigern sei garantiert vorhanden: „Vor allem vor und nach den Ferien hat unsere Branche echte Auftragsspitzen, die rasch abgearbeitet werden wollen, und dann fehlen uns die Fachkräfte“, verweist Felmet auf ein klassisches Tätigkeitsfeld der Zeitarbeitsbranche. Ebenfalls von großem Interesse seien echte Fachkenntnisse, „denn der Beruf des Textilreinigers ist ebenso wie Kleidung in allen ihren Facetten äußerst vielfältig“, betont der Experte, der mit 23 Jahren als jüngster Absolvent der Schule den Meisterbrief erwarb. Ein Berufsfeld mit echten Perspektiven für die Zeitarbeitsbranche. Felmet: „In Deutschland gibt es keinen arbeitslosen Textilreiniger.“ Wolfram Linke 17

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