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Z direkt! | Ausgabe 01 | 2015

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Z direkt! Titelthema Der Personaldienstleister der Zukunft Partner auf Augenhöhe „Vom Dienstleister zum Consultant“ wird die Herausforderung für die Zeitarbeitsunternehmen in Zukunft lauten, sind sich die Mitglieder der iGZ-Projektgruppe „Zeitarbeit 2030“ sicher. Sie sehen die Personaldienstleister als Gesprächspartner der Kunden auf Augenhöhe. Sie verfügen über eine hohe Kompetenz und Erfahrung bei der Lösung von Problemen und Herausforderungen, die sich aus dem flexiblen Personaleinsatz ergibt. Dazu benötigen Personaldienstleister jedoch einen umfassenden Überblick und ein entsprechendes Know- How über personalwirtschaftliche Themen und Dienstleistungen. Zeitarbeit ist in diesem Zusammenhang ein Angebot von mehreren. Schon heute gibt es eine ganze Reihe von Dienstleistungen, die Zeitarbeitsunternehmen neben ihrem klassischen Produkt, der Arbeitnehmerüberlassung, anbieten. Laut iGZ-Mittelstandsbarometer gehört die Personalvermittlung bei 59,7 Prozent ebenfalls zum Portfolio. 30,5 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, das Themenfeld „Rekrutierung und Bewerbermanagement“ mit abzudecken. Personalberatung (15,5 Prozent) und On-Site-Management (13,3 Prozent) komplettieren die TOP 5 bei dieser Umfrage. Leistungsspektren Interessant ist der Blick in die Zukunft. Nicht einmal jedes zweite Zeitarbeitsunternehmen hat bislang für sich die Notwendigkeit erkannt, weitere Geschäftsfelder zu erschließen. 43,8 Prozent der Befragten gaben an, ihr Leistungsspektrum in den kommenden drei Jahren erweitern zu wollen. Die TOP 5 der angestrebten neuen Geschäftsfelder liegen eng beieinander: Personalberatung (24,5 Prozent), On-Sitemanagement (24,5 Prozent), Aus- und Weiterbildung/Personalentwicklung (22,4 Prozent), Rekrutierung/Bewerbermanagement (22,4 Prozent) und Projektmanagement (20,4 Prozent). Geplante Erweiterung des Leistungsspektrums in den nächsten drei Jahren um zusätzliche Dienstleistungen Erweiterung des Leistungsspektrums 43,8% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Geplante zusätzliche Dienstleistungen in den nächsten drei Jahren Personalberatung On-Site-Management Aus- und Weiterbildung/Personalentwicklung Rekrutierung/Bewerbermanagement Projektmanagement Werkvertragsprojekte Personalvermittlung Master-Vendor-Modelle Direct Search/Headhunting Interimsmanagement Outplacement Payrolling Arbeitnehmerüberlassung/Zeitarbeit Joint Venture Sonstige 12 24,5% 24,5% 22,4% 22,4% 20,4% 18,4% 17,3% 13,3% 10,2% 6,1% 5,1% 3,1% 2,0% 1,0% 7,1% (Mehrfachnennungen möglich) 0% 10% 20% 30% 40% Quelle: iGZ-Mittelstandsbarometer

Titelthema Z direkt! Aber auch andere Bereiche, in denen Personaldienstleister über bestimmte Kompetenzen verfügen, sind als neue Geschäftsbereiche denkbar. Das sogenannte „Payrolling“ beispielsweise. Dabei geht es um die Übernahme von Gehaltsabrechnungen. Immerhin 2,2 Prozent der befragten Unternehmen bieten schon heute diese Dienstleistung an – und 3,1 Prozent der Unternehmen, die auf der Suche nach möglichen neuen Betätigungsfeldern sind, denken noch darüber nach. Dabei wird deutlich: Die Entwicklung neuer Geschäftsfelder kann sich nur an der eigenen Spezialisierung und den eigenen Fähigkeiten orientieren. Die Erweiterung von Geschäftsfeldern ist sicherlich kein Selbstzweck. Damit die iGZ-Mitglieder bei diesen bedeutenden strategischen Zukunftsentscheidungen nicht allein gelassen werden, hat der iGZ in diesem Halbjahr erstmals ein Seminar im Programm, das genau auf diese Erkenntnis abzielt: „Sicher in die Zukunft – allen anderen voran – neue Wege in der Personaldienstleistung“ wurde von einigen Mitgliedern der Projektgruppe gemeinsam mit den Trainern Nicole Truchseß und Markus Brandl entwickelt. Die Kernfrage, auf die eine Antwort gesucht wird, lautet: „Wie kann ich ein Unternehmen heute schon neu ausrichten, um in Zukunft noch erfolgreicher zu sein?“ Kooperation Ergänzend dazu wird der iGZ das Thema der zusätzlichen Dienstleistungen auch in einer Kooperation mit der Redaktion der Zeitschrift Personalwirtschaft vertiefen. Denn eins ist klar: Das Umdenken muss nicht nur innerhalb der Zeitarbeitsbranche einsetzen und um sich greifen – auch bei den Zeitarbeitskunden muss ein solcher neuer und selbstbewusster Ansatz von Personaldienstleistern erst einmal ankommen. Marcel Speker Drei Fragen an Erwin Stickling In einer neuen Kooperation präsentiert der iGZ auf seiner Homepage www.ig-zeitarbeit.de jeweils zum ersten Werktag eines jeden Monats exklusive Berichte aus der Personalwirtschaft-Redaktion, die sich damit auseinandersetzen, welche möglichen neuen Geschäftsfeldern Kundenunternehmen für Personaldienstleister sehen. Der erste Beitrag erscheint dort am 1. Mai. Z direkt! sprach dazu mit dem Chefredakteur der Personalwirtschaft, Erwin Stickling. Z direkt!: Experten erwarten in den nächsten Jahren einen steigenden Arbeits- und Fachkräftemangel und damit einhergehend einen höheren Flexibilitätsbedarf seitens der Unternehmen. Können Sie die Einschätzung bestätigen? Erwin Stickling: Ja, bestehende Arbeitsmarktanalysen weisen eindeutig darauf hin, dass wir in einzelnen Berufsfeldern und Regionen mit zunehmenden Engpässen rechnen müssen. Vor allem wenn die Baby-Boomer-Generation in den kommenden Jahren in Rente gehen wird, tun sich erhebliche Lücken auf. Gleichzeitig bietet die Digitalisierung der Arbeitsprozesse aber auch ein enormes Rationalisierungspotenzial. Die in diesem Zusammenhang aktuell skizzierte Arbeitswelt 4.0 benötigt vor allem höher qualifizierte Fachkräfte und flexible Strukturen. Z direkt!: Eine These in diesem Zusammenhang lautet, dass die Wirtschaft im Jahr 2030 von Personaldienstleistern mehr als nur Zeitarbeit erwartet. Wie stehen Sie dazu? Stickling: Das erwarten Unternehmen teilweise jetzt schon. Personalvermittlung, Weiterbildung, Projektarbeit, Outsourcing-Lösungen – all das steht bereits im Portfolio einiger Personaldienstleister. Ihr Hauptgeschäft ist aber nach wie vor die Zeitarbeit, weil sie hier die beste Expertise aufweisen. Z direkt!: Was muss geschehen, damit die Einsatzbetriebe in den nächsten Jahren Personaldienstleister als mögliche Unterstützung in diesem Bereich wahrund ernstnehmen? Erwin Stickling, Chefredakteur Personalwirtschaft Stickling: Um auf Augenhöhe mit Personalmanagern reden und ihnen umfangreiche Personaldienstleistungen anbieten zu können, müssen sich die Zeitarbeitsfirmen weiter professionalisieren. 13

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