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24 AUS DER BRANCHE

24 AUS DER BRANCHE Zwischen den Jahren Zwischen Weihnachten und Neujahr heißt es für Zeitarbeitnehmer – je nach Kundenanforderung – durcharbeiten oder durchatmen. Manche Einsatzunternehmen lassen die Produktion über die Feiertage fortlaufen, andere reduzieren die Arbeit oder schließen komplett. Doch diese alljährliche Erwägung wird von der Coronakrise auf den Kopf gestellt. Drei iGZ-Mitgliedsunternehmen erzählen, wie sie vorgehen und warum das Coronavirus auch hier eine Rolle spielt. 24 25 26 27 28 29 30 31 1 In der Pflegebranche laufe das Geschäft momentan zwar schlechter, aber es laufe weiter, berichtet Yvonne Pollmer, Geschäftsführerin von Silver Personallogistik. Während der Coronakrise werde externes Personal oft misstrauisch behandelt und sei nicht erwünscht. Trotz der Vorurteile sei das iGZ-Mitgliedsunternehmen aus Hamburg zwischen Weihnachten und Neujahr aber weiterhin gut beschäftigt. Denn auch zu dieser Zeit und insbesondere während der Pandemie seien Patienten auf Pflegekräfte angewiesen. Aus diesem Grund gelte für die Mitarbeiter zum Ende des Jahres eine Urlaubssperre. „Auch an den Feiertagen werden unsere Arbeitskräfte gebraucht“, so Pollmer. Der Feiertagszuschlag von 100 Prozent motiviere auf jeden Fall, bestätigt die Geschäftsführerin. HOHER BEDARF IN DER LEBENSMITTELINDUSTRIE Beim iGZ-Mitglied at-work Fachpersonal GmbH aus Münster verhält es sich anders: Rund 80 Prozent der Belegschaft haben zwischen Weihnachten und Neujahr nichts zu tun und gehen in Betriebsruhe. „Es kommt immer darauf an, was für einen Bedarf der Kunde hat“, erklärt Geschäftsführer Jaroslaw Kral. Bei den Kundenbetrieben aus der Maschinenproduktion und Schweißerei sei es üblich, zur Weihnachtzeit die Produktion ruhen zu lassen. Dies liege jedoch nicht an zu wenig Aufträgen. „Viele Mitarbeiter wollen den Urlaub zu dieser Zeit nehmen. Da möchte man auch entgegenkommen“, so Kral. Dies helfe auch den Urlaub der Mitarbeiter zu bündeln. Ansonsten käme es dazu, dass zu Gilbert Schlösser viele Arbeitskräfte zeitgleich Urlaub nehmen und bei

Z direkt! 04/2020 AUS DER BRANCHE 25 geringer Belegschaft rechne es sich nicht, den Betrieb am Laufen zu halten. Stattdessen gehen die Unternehmen zwei Mal im Jahr – im Winter und im Sommer – für mehrere Wochen in Betriebsruhe. Allerdings bleibe die Geschäftspause nicht ungenutzt: „Während die Mitarbeiter Urlaub machen und die Produktion stillliegt, werden Maschinen gereinigt, inspiziert und gewartet. Einige Unternehmen behalten während der Betriebsruhe für Notfälle einige Mitarbeit in Bereitschaft“, erläutert der Geschäftsführer. Zeitarbeitskräfte würden für den Bereitschaftsdienst jedoch nicht eingesetzt. Etwa ein Fünftel der Kundenbetriebe von at-work sind hingegen auch zur Weihnachtszeit gut beschäftigt. Dabei handelt es sich vor allem um Firmen in der Lebensmittelindustrie. Diese bräuchten momentan mehr Arbeitskräfte für die Verpackung und Lieferung der Produkte, so Kral. Während der Pandemie und insbesondere zur Weihnachtszeit werde deutlich mehr von Großkunden versendet und geliefert. Dieser Wirtschaftszweig habe ohnehin seinen größten Bedarf immer zum Ende des Jahres, erinnert sich der Personaldienstleister. Aus diesem Grund würden Unternehmen zum Jahresende noch weitere Zeitarbeitnehmer einstellen, um die Auftragsspitzen zu bewältigen. AUSGLEICH FÜR MINDERARBEIT ÜBER ARBEITS- ZEITKONTO Besonders Zeitarbeitsunternehmen, die in die Automobilindustrie überlassen oder an Zulieferer in diesem Bereich, kennen das: Zwischen den Jahren oder auch im Sommer gehen die Kundenunternehmen in Betriebsferien, um etwa eine Modellpflege eines Autos durchzuführen, die Fließbandfertigung umzustellen oder auch um Instandhaltungsmaßnahmen vorzunehmen. „Wenn das Kundenunternehmen in Betriebsruhe geht, ist es für die Zeitarbeitsunternehmen wichtig, dass der Arbeitnehmerüberlassungsvertrag über die Betriebsruhe hinweg weiterläuft und nicht gekündigt wird“, erläutert iGZ-Tarifrechtsexperte Olaf Dreßen. So könne man dann die Minderarbeit über das Arbeitszeitkonto ausgleichen. „Diese Option steht den Mitgliedsunternehmen erst seit Inkrafttreten des neuen iGZ-DGB-Tarifwerkes zur Verfügung. Dort wurde vereinbart, dass die Arbeitszeit bei einem laufenden Einsatz aus dem Konto saldiert werden kann“, so Dreßen. Zwischen Betriebsruhe und Durcharbeiten entscheiden Personaldienstleistern üblicherweise, doch mit der Coronakrise kommt auch Ungewissheit – verlässliche Planungen sind kaum mehr möglich: Gibt es überhaupt genug Aufträge, um die Zeitarbeitnehmer zu beschäftigen? Wäre es besser, die Mitarbeiter in die Winterpause zu schicken? Diese Fragen stellt sich auch Mustafa Cura. Der Geschäftsführer des iGZ-Mitglieds Metallbau Cura GmbH aus Ahlen im Münsterland kann die Auftragslage zum Jahresende nicht einschätzen. Zu ungewiss sei die Lage in der Krise. So geht es momentan vielen Zeitarbeitsunternehmen und die Ungewissheit wird die Branche mit Sicherheit auch in das kommende Jahr begleiten. GB Anzeige TIME JOB in der Cloud – die perfekte Homeoffice-Lösung ERP-Lösung für Personaldienstleister ganzheitlich integrativ produktiv • flexibler und schneller Zugriff von überall • hohe Datensicherheit dank deutscher Server • Vertriebschancen nutzen durch Aktivitäten gesteuerte Prozesse ein Produkt von www.timejob.de Wir sind für Sie da Tel. 06421 9445-0 E-Mail info@gedat.de

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