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Z direkt 04-2018

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Z direkt! Unterwegs Z direkt! iGZ-KAS-Hauptstadtforum zum sozialen Arbeitsmarkt Zeitarbeit hat Brückenfunktion Rund 60 Vertreter von Verbänden, Unternehmen und aus der Politik nahmen am gemeinsamen Hauptstadtforum Sozialer Arbeitsmarkt von der Konrad Adenauer Stiftung (KAS) und dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) teil. Es ging um das neue Teilhabechancengesetz und darum, wie ein sozialer Arbeitsmarkt in der Praxis funktionieren kann. „Ich komme gerade von der Debatte im Bundestag. Das Thema hier heute ist brandaktuell“, leitete Hermann Gröhe, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und stellvertretender Vorsitzender der KAS, seinen Vortrag ein. Manche Menschen seien seit Jahren vom Arbeitsmarkt abgeschnitten und hätten ganz individuell unterschiedliche Lebenslagen zu bewältigen. Genau hier müssten Brücken gebaut werden. „Die Zeitarbeit nimmt die Brückenfunktion ein. Unsere Branche kann diese Integration leisten“, betonte Christian Baumann, iGZ-Bundesvorsitzender. „Es ist ein Steg und wir freuen uns über jeden, der hinüber geht und es schafft!“ Zurzeit arbeiten eine Millionen Menschen in Zeitarbeit. Davon seien 54 Prozent im Helferbereich tätig. „Ich sehe eine Zweiteilung zwischen Universitätsabsolventen und Hilfskräften, die größer wird“, erklärte Baumann. Die Integration und Betreuungsleistung könnten nur Personaldienstleister übernehmen, die sich in diesen Dingen auskennen. Baumann hob mit Blick auf die geplanten Förderprogramme besonders hervor: „Mit Geld alleine werden wir diese gewaltige und enorm wichtige Aufgabe nicht lösen. Wir brauchen Ideen, Visionen und Konzepte. Die Zeitarbeit beteiligt sich gerne an der Konzeption solcher Ideen – auch mit den Sozialpartnern.“ An der anschließenden Podiumsdiskussion nahmen Elke Hannack, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Dr. Annette Niederfranke, Direktorin Internationale Arbeitsorganisation, Georg Streiter, ehemaliger Regierungssprecher und Kommunikationsexperte in der Funktion als Moderator und Christian Baumann teil. „Der soziale Arbeitsmarkt soll kein zweiter Arbeitsmarkt, sondern eine sinnstiftende Erwerbsarbeit sein“, betonte Hannack. Sie betreue viele Erwerbslose. Eine Begleitung zur Integration dieser fehle im Gesetz. Auch Niederfranke beobachtet eine steigende Anzahl Hochqualifizierter und Spezialisierter. Es fehlen aber Helfer, beispielsweise in der Seniorenbetreuung. Baumann stimmte den Aussagen zu und hob die Bedeutung der Zeitarbeit hervor: „Zeitarbeit leistet sehr viel Integrationsarbeit. Diese Aufgabe können viele große Unternehmen im Alltagsgeschäft nicht leisten. Personaldienstleister bieten genau diese Erfahrung und Hilfe an.“ Kristin Mattheis iGZ-Bundesvorsitzender Christian Baumann (l.) referierte beim Hauptstadtforum „Sozialer Arbeitsmarkt“, das die Konrad Adenauer Stiftung gemeinsam mit dem iGZ veranstaltete. Christian Kulick (l.), Mitglied der Geschäftsführung Bitkom e.V., forderte bessere Angebote in Sachen Künstlicher Intelligenz: „Wirtschaft und Politik haben die Aufgabe, sich zusammenzusetzen und konkrete Angebote zu entwickeln.“ iGZ und Naumann-Stiftung diskutierten Zukunft der Arbeit Ein Netflix für Weiterbildung? Der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) hatte zusammen mit der Friedrich-Naumann-Stiftung Politiker, Unternehmensvertreter und Interessierte eingeladen, um über Digitalisierung und damit die Zukunft der Arbeit zu diskutieren. Rund 50 Teilnehmer waren ins Basecamp nach Berlin gekommen. „Ich rate kleinen und mittelständischen Unternehmen intuitiv und flexibel zu bleiben, wenn es um digitale Transformation geht“, betonte iGZ-Bundesvorsitzender Christian Baumann im Rahmen seines Vortrags bei der Veranstaltung „Zukunft der Arbeit“ in Berlin. Es habe immer schon technologische Veränderungen gegeben, heute seien sie nur schneller. Das sei kein Grund zur Panik und niemand wisse jetzt schon genau, was komme. Konkrete Angebote fehlen noch „Man trifft sich heute im Netz, nicht in der Kneipe“, leitete Moderatorin Anke Plättner die Diskussionsrunde um Arbeit 4.0 ein. Christian Kulick, Mitglied der Geschäftsführung Bitkom e.V., betonte, dass die richtig guten Angebote in Sachen Künstliche Intelligenz noch fehlen würden. „Wirtschaft und Politik haben die Aufgabe, sich zusammenzusetzen und konkrete Angebote zu entwickeln“, meinte er. Manuel Höferlin, Digitalpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion der Freien Demokraten, sah bei diesem Thema andere Länder weiter vorn: „Wir brauchen in Deutschland Freiräume, um Dinge auszuprobieren. Bei uns gibt es eine starke Zurückhaltung. Länder wie China sind schon viel weiter vorn mit dem Motto ‚digital first, analysis second‘“. Dem stimmte Technikphilosoph Mads Pankow zu: „In Deutschland suchen alle erstmal nach Zertifikaten, während sich unsere Jugendlichen alles bei YouTube selbst beibringen und viel weiter sind.“ Digitalisierung verändert Weiterbildung Auch beim Thema Weiterbildung gab es verschiedene Tendenzen mit Blick auf die Digitalisierung. „44 Millionen Leute müssen die neuen Technologien auch beherrschen und damit arbeiten. Ich stelle mir ein Netflix für die Weiterbildung vor. Das heißt, Universitäten, Unternehmer und Studenten entwickeln ein Qualifikationsportfolio auf einer Plattform, wo sich Interessierte selbst einloggen und eigenständig lernen können“, erläuterte Kai Whittaker, Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Arbeit 4.0, eine jüngst vorgestellte Initiative seiner Fraktion. Nach der Diskussionsrunde konnten sich alle Gäste in moderner Atmosphäre austauschen und netzwerken, während der Roboter „Robot 4 Work“ seine Bahnen zog und Hilfe anbot. Kristin Mattheis 44 45

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