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Z direkt 04-2018

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Z direkt! Titelthema Z direkt! Referentenentwurf vorgelegt Fachkräfteeinwanderung: Gesetz muss Zeitarbeit zulassen Das Bundesinnenministerium hat einen Referentenentwurf für ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz vorgelegt. Ziel ist es, mehr Ausländern die Beschäftigung in Deutschland zu ermöglichen und dabei besonders die bürokratischen Hürden abzubauen. Spezialist in der Integration ausländischer Arbeitskräfte ist die Zeitarbeitsbranche. Doch gerade die findet im aktuellen Referentenentwurf keine Berücksichtigung. Nach dem jetzigen Stand der Dinge bleibt eine Beschäftigung in der Zeitarbeitsbranche für Drittstaatsangehörige nahezu unmöglich. Das ist nicht nur bedenklich, sondern nach einem Blick in die Statistik auch nicht nachvollziehbar. In der Gesamtwirtschaft lag der Anteil ausländischer Arbeitnehmer Ende 2017 laut Bundesagentur für Arbeit (BA) bei 11,2 Prozent. In der Zeitarbeit ist dieser Wert fast dreimal so hoch: 31,31 Prozent der Zeitarbeitskräfte sind Ausländer. Die Branche ist es also mehr als gewohnt, verschiedene kulturelle Besonderheiten zu berücksichtigen. Das hat sie auch bei der Integration Geflüchteter bewiesen: Keine andere Branche brachte so viele Asylbewerber in Arbeit wie die Zeitarbeitsbranche. 28.200 der 91.000 Flüchtlinge, die zwischen August 2017 und Juli 2018 einen Job fanden, fanden diesen in der Zeitarbeit. Das ist fast jeder Dritte. Viele Fachkräfte in Zeitarbeit Zudem ist die Zeitarbeitsbranche keine reine „Helferbranche“. Zwar ist der Anteil un- und angelernter Mitarbeiter mit 54,9 Prozent im gesamtwirtschaftlichen Vergleich überdurchschnittlich hoch. Es bleiben aber noch rund 500.000 Zeitarbeitskräfte, die laut BA-Statistik als „Fachkräfte“, „Spezialisten“ und „Experten“ tätig sind. Qualifikatorisch fallen diese Arbeitnehmer also in die Zielgruppen, die durch das Fachkräfteeinwanderungsgesetz aus Drittstaaten gewonnen werden sollen. Technische Branchen suchen Die größten Einsatzbranchen der Zeitarbeit in Deutschland sind nach Angaben der Lünendonk-Branchenstudie 2017 die Automobilindustrie (20,5 Prozent), der Maschinenbau (12,5 Prozent) und die Elektrotechnik (10,3 Prozent). In diesen Branchen suchen Personaldienstleister händeringend nach Fachkräften. Gleichzeitig sind das auch die drei Branchen, in denen besonders viele ausländische Zeitarbeitskräfte beschäftigt sind. Fachkräftemangel auch in Zeitarbeit Der Arbeitsmarktreport 2018 des Deutschen Industrie- und Handelskammertages hat belegt, dass auch die Zeitarbeitsbranche den Fachkräftemangel als Speerspitze zu spüren bekommt. 83 Prozent der Zeitarbeitsunternehmen haben Stellenbesetzungsprobleme. Deshalb muss auch die Zeitarbeitsbranche die Möglichkeit haben, Fachkräfte beschäftigen zu dürfen. Unterstützer gesucht Die Zeitarbeit wird insbesondere in der Wirtschaft, aber auch in der Politik als „Jobmotor des deutschen Arbeitsmarktes“ gelobt. Es ist daher sehr erfreulich, dass zum Beispiel die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände in ihrem „Sieben-Punkte-Plan für eine gezielte Stärkung der Fachkräfteeinwanderung“ für eine Aufhebung des Beschäftigungsverbotes in der Zeitarbeit plädiert. Auch auf dem 72. Deutschen Juristentag in Leipzig wurde beschlossen, dass das Beschäftigungsverbot für Drittstaatsangehörige in der Zeitarbeit gestrichen werden sollte. Das Problem ist also bekannt und scheint größere Aufmerksamkeit zu erlangen. Doch das genügt offenbar noch nicht. Maren Letterhaus / Judith Schröder 12 13

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