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Z direkt! 04-2017

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Z direkt! Titelthema Bericht aus Berlin Z direkt! Digitale Vorstellungsgespräche Schon jetzt sind beim Bremer Unternehmen digitale Vorstellungsgespräche Realität – wenn auch bislang eher in Ausnahmefällen. „Zum Beispiel sind Skype- Interviews eine gute Möglichkeit, um Bewerber aus dem Ausland kennenzulernen“, betont sie. Gleichzeitig sei es so für die Bewerber leichter, Fragen zur Beschäftigung zu stellen. Erfreulicherweise gebe es bei den ausländischen Kandidaten auch kaum Berührungsängste mit digitalen Medien: „Wer ein Smartphone besitzt, kann in der Regel auch ein Videotelefonat führen“, so Oetting. Fokus im Lokalen Doch obwohl die Wirtschaft immer internationaler wird, suchen die meisten Unternehmen ihre Mitarbeiter derzeit noch primär im Inland. Das iGZ-Mitglied Hays fand in seinem HR-Report 2017 heraus, dass nur knapp 40 Prozent der 600 befragten Unternehmen versuchen, Mitarbeiter aus dem Ausland anzuwerben. 55 Prozent der Unternehmen suchen laut Studie bundesweit nach Bewerbern. Vier von zehn Unternehmen halten sogar nur regional Ausschau nach passenden Mitarbeitern. Wenn Firmen außerhalb der Landesgrenzen rekrutieren, dann zumeist im deutschsprachigen Ausland (43 Prozent) oder in Westeuropa (27 Prozent). Persönlicher Kontakt noch bevorzugt Könnte das digitale Vorstellungsgespräch auch bei deutschen Bewerbern bald das herkömmliche Vorstellungsgespräch ersetzen? „Ganz sicher nicht vollstän- dig, aber in einigen Bereichen bestimmt“, so die Personalerin. Zum Beispiel bei Bewerbern aus digitalen Berufsgruppen kann sie sich eine solche Form auch für Kandidaten aus Deutschland vorstellen. Nach wie vor sei aber in der Personaldienstleistung der direkte persönliche Kontakt wichtig, um den passenden Arbeitsplatz für einen Bewerber zu finden. Gutes digitales Netzwerk Zu lokalen Bewerbergruppen gehören auch Flüchtlinge, die bereits eine Arbeitserlaubnis haben. „Gerade bei dieser Zielgruppe ist es erstaunlich, wie gut sie digital vernetzt ist“, weiß Oetting. Es gebe zahlreiche WhatsApp-Gruppen, in denen relevante Informationen ausgetauscht werden – auch über Jobangebote. Deshalb seien Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Aktionen bei Flüchtlingen besonders erfolgreich. Rekrutierungswege werden digitaler Laut HR-Report 2017 stieg der Anteil der Unternehmen, die diese Form der Bewerbersuche nutzen, im Vergleich zur Vorjahresbefragung von 36 Prozent auf 43 Prozent an. Auch die Social-Media-Plattformen wachsen in ihrer Bedeutung. Statt 18 Prozent gaben in diesem Jahr 28 Prozent der Unternehmen an, die sozialen Netzwerke zwecks Rekrutierung zu nutzen. Anzeigen in Printmedien seien inzwischen mit einem Anteil von 16 Prozent weit abgeschlagen. Breit aufstellen Am Ende komme es darauf an, den Rekrutierungsprozess möglichst breit aufzustellen. Jede Bewerbergruppe habe andere Eigenschaften und Kommunikationswege. „Und wir wollen schließlich allen Interessierten die Tür in unser Unternehmen öffnen“, resümiert Oetting. Maren Letterhaus Doppelinterview mit Pascal Kober (FDP) und Beate Müller-Gemmeke (Grüne) Hält das Arbeitszeitgesetz der Digitalisierung Stand? Eigentlich wollten FDP und Grüne gemeinsam mit der CDU regieren – doch die Verhandlungen scheiterten. Andrea Resigkeit, Leiterin iGZ-Hauptstadtbüro, und Dr. Benjamin Teutmeyer, iGZ-Referent Public Affairs, suchten mit MdB Pascal Kober (FDP) und MdB Beate Müller-Gemmeke (Grüne) nach Gründen. Z direkt!: Zum Thema Digitalisierung und Arbeitswelt, was hätte man mit den Grünen durchsetzen können und woran ist es gescheitert? Kober: Die Unterschiede werden im Konkreten erkennbar. Bei der Flexibilisierung der Arbeitszeit etwa vertritt Frau Müller-Gemmeke, die Mitglied bei GewerkschaftsGrün ist, andere Positionen als wir. In den Bereichen Digitalisierung und Bildung hätten wir hingegen mehr Gemeinsamkeiten. Dass der Bund aber die Länder bei der Finanzierung der Schulen unterstützt, wir die Kleinstaaterei im Bildungsföderalismus überwinden, ist auch am grünen Ministerpräsidenten aus Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, gescheitert. Es wäre aber richtig gewesen. In einer globalisierten Welt stehen nicht Schulabgänger aus Bayern und Bremen miteinander in Konkurrenz, sondern beide mit Schülern aus Shanghai und New York. Z direkt!: Wo wäre es nicht so gut gegangen? Kober: Mehr Selbstbestimmung und Freiheit bei der Gestaltung von Arbeitszeiten wäre mit den Grünen schwierig geworden. Beim Glasfaserausbau wären wir wohl gemeinsam vorangekommen Z direkt!: Die Grünen haben vier Wochen mit der CDU, der CSU und der FDP Sondierungsverhandlungen geführt. „Jamaika“ war das Zauberwort, das Zukunft verheißen wollte. Die Digitalisierung war hierbei ein wesentliches Thema. In welchen Punkten hätten Sie sich mit der FDP einigen können? Müller-Gemmeke: Beim Thema Digitalisierung gab es viele Übereinstimmungen: Ausbau der digitalen Infrastruktur, Netzneutralität, gute Rahmenbedingungen für digitale Geschäftsmodelle, IT-Sicherheit, steuerliche Forschungs- und Entwicklungsförderung, Stärkung der beruflichen Bildung. Es gab viele wichtige Punkte, auf die wir uns verständigt haben, auch wenn es noch nicht bis auf den letzten Euro durchgerechnet war. Z direkt!: Wo war es schwierig? Müller-Gemmeke: Schwierig wird es mit der FDP, wenn es um die konkreten Arbeitsbedingungen in der (digitalen) Arbeitswelt geht – insbesondere bei der Arbeitszeit. Die Digitalisierung eröffnet Chancen für die Betriebe, aber auch für die Beschäftigten, weil Arbeit nicht mehr an Ort und Zeit gebunden ist. Aber wir Grünen sehen auch Ri- 22 23

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