Aufrufe
vor 1 Monat

Z direkt! 04-2017

  • Text
  • Digitalisierung
  • Unternehmen
  • Mitarbeiter
  • Zeitarbeitsunternehmen
  • Arbeit
  • Employer
  • Digitale
  • Branding
  • Seien
  • Titelthema

Z

Z direkt! Titelthema Titelthema Z direkt! Mitarbeitersuche via Facebook – so geht‘s Überholspur Social Media 26,9 Millionen Deutsche haben aktuell ein Profil auf der Social-Media-Plattform Facebook. Längst hat sich die Plattform auch zu einer Stellenbörse für Bietende und Suchende entwickelt. Zahlreiche Zeitarbeitsunternehmen nutzen bereits die Möglichkeit, auf diesem Weg neue Arbeitskräfte zu gewinnen. Laut Statistik dominieren in Deutschland – im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn – Nutzer aus geringeren Bildungsschichten das Netzwerk. 51 Prozent aus dieser Gruppe sind auf Facebook vertreten. Von denen mit mittlerer formaler Bildung sind es 39 Prozent, und 41 Prozent der Facebook-Nutzer mit hoher formaler Bildung verfügen über einen Account. Wer Facebook bislang noch nicht für die Rekrutierung neuer Mitarbeiter genutzt hat, sollte vorab möglichst ein „privates“ Profil mit der Firmen-E-Mailadresse anlegen. Dann bleibt auf jeden Fall die Möglichkeit, das private vom geschäftlichen Profil zu trennen – der Nutzer hat dann eben zwei Profile. Zweiter Schritt: Für das Unternehmen muss eine „Seite“ angelegt werden, auf der anschließend die Angebote gepostet werden können. Vorab sollte man sich allerdings genau überlegen, wie die Seite heißen soll. Wichtig ist ein hoher Wiedererkennungswert. Ein ellenlanger Unternehmensname ist da nicht unbedingt förderlich. Im Zweifel ist eine Abkürzung mit dem Zusatz „Zeitarbeit“ also vorzuziehen. Dabei hilft die Frage, ob jemand bei Google danach suchen würde. Falls die Resonanz ausbleibt: Solange die Zahl der „Gefällt mir“-Klicks unter 100 bleibt, kann der Name noch geändert werden. Ergänzend kann das Logo oben links im Kopf platziert werden – ein knackiges Titelbild vervollständigt den Effekt. Beim Einrichten der Seite sollte das Einfügen eines Impressums an erster Stelle stehen – Abmahnanwälte lassen ihre Suchroboter ständig über die Facebook-Seiten laufen und fackeln nicht lange, wenn´s etwas abzukassieren gibt. Im nächsten Schritt sollte dann ein größeres Netzwerk aufgebaut werden. Das läuft einerseits über das eigene Profil per Freundessuche und andererseits mit der Bitte an eben jene Freunde und auch Kundenunternehmen, die neue Seite mit einem Klick auf „Gefällt mir“ zu bedenken. Unter dem Reiter „Info“ gilt es dann, alle relevanten Unternehmensdaten einzutragen – besonders wichtig sind hier die Kontaktinformationen. Wer sich für eine Stelle interessiert, möchte sich ja auch unmittelbar direkt beim richtigen Ansprechpartner melden. Viele Anzeigen, kaum Reaktion? Das könnte auch am einseitigen Inhalt liegen, denn die Facebook-Seiten leben vom gegenseitigen Austausch. Wer also Bewegung und Resonanz auf seiner Seite haben möchte, sollte sie täglich mit möglichst abwechslungsreichen Inhalten füttern. Das können beispielsweise die neuesten Brancheninfos von der iGZ-Seite „Faire Zeitarbeit“ auf Facebook sein, die einfach geteilt werden müssen – ein Button dazu findet sich unter dem jeweiligen Beitrag. Er muss lediglich angeklickt werden. Einblicke ins eigene Firmenleben – sei es per Foto oder auch mal in Blogform locker getextet – bauen zudem eine Vertrauensbasis auf. Dabei gilt es stets zu hinterfragen, ob der Inhalt so auch in einer Zeitung stehen könnte. Allzu Privates oder Beleidigungen gleich welcher Form haben an der Pinwand der Seite nichts zu suchen. Eminent wichtig ist es grundsätzlich, Kommentare zuzulassen. Wer auf Beiträge nichts posten kann, wird die Seite auch nicht erneut besuchen – und der Facebook-Auftritt lebt vom Dialog. Auch hier gibt es natürlich Grenzen: Beiträge von Trollen, die Hasskommentare schon fast gewerbsmäßig verbreiten, sollten einfach gelöscht werden – diese Zeitgenossen können außerdem mit den Bordmitteln von Facebook von der Seite ausgesperrt werden. Um nicht gänzlich im Trüben zu fischen, bietet die Social-Media-Plattform außerdem umfangreiche Statistiken an, in denen man zum Beispiel sehr genau kontrollieren kann, welche Artikel die beste Resonanz haben. Apropos Resonanz: Facebook hat auch ein Anzeigen- Element. Die Stellengesuche können also per Anzeigenkampagne für kleines Geld beworben werden. Die Zielgruppe kann sehr genau bestimmt werden. Einstellen lassen sich unter anderem das Geschlecht, das Alter und die Region, in der die Anzeigen platziert werden sollen. Zu guter Letzt kann noch eine geschlossene Gruppe eingerichtet werden, in der beispielsweise nur die eigenen internen Mitarbeiter Mitglied sind. Auch haben Personaldisponenten die Alternative, eine geschlossene Gruppe nur mit ihren externen Mitarbeitern zu installieren, über die dann Terminabsprachen erfolgen können. Maximal 5.000 Mitglieder kann eine geschlossene Gruppe haben, die öffentlich nicht – auch nicht in der Google-Suche – auftaucht. Die Personen werden jeweils vom Administrator hinzugefügt und können innerhalb dieses Kreises eigene Beiträge verfassen. Bei allen Aktionen existieren natürlich auch zahlreiche rechtliche Hürden und Stolpersteine, die es zu beachten gilt. Im Rahmen seines halbjährlich neu aufgelegten Seminarprogramms bietet der iGZ regelmäßig Seminare unter dem Titel „Neue Wege gehen: Netzwerken via Facebook“ an, in denen diese Möglichkeit der Rekrutierung Schritt für Schritt theoretisch wie auch praktisch erklärt wird. Zunächst lernen die Teilnehmer, ein Profil und eine zeitgemäße Unternehmenspräsenz bei Facebook anzulegen. Thematisiert werden dabei unter anderem rechtliche Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt, und gestalterische Elemente eines modernen Accounts. Dazu gibt es Ideen und Anregungen für eine attraktive Aufbereitung der Seite und die Präsentation aktueller Inhalte. Damit wird der Grundstein für erfolgreiches Social Media-Recruiting gelegt. Die Teilnehmer werden professionell in die Welt der sozialen Netzwerke eingeführt. Kleine Übungen lockern das Seminar auf. Wolfram Linke 14 15

Z direkt!

© 2017, Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V.