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Z direkt! 04-2015

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Z direkt! Titelthema Die Generation Y auf ihren Wegen erreichen Neue Rekrutierungskanäle Das sind „die Neuen“: Die Generation Y erobert den Arbeitsmarkt und definiert andere Herausforderungen für die Arbeitgeber. 2020 wird die Altersgruppe circa 50 Prozent aller globalen Arbeitnehmer ausmachen. Der demographische Wandel fordert auch die Abteilung der Personalbeschaffung heraus, sich mit den Eigenschaften der neuen Generation auseinanderzusetzen und sich dementsprechend weiterzuentwickeln. Die „Millennials“ sind zwischen den frühen 80er und späten 90er Jahren geboren. Die Gesellschaft während ihrer Kindheit und Jugend war geprägt von Technik, Wohlstand sowie dem ständigem kritischem Hinterfragen von sozialen und politischen Themen. Diese Aspekte beeinflussen die Ansprüche der jungen Bewerber an ihre Arbeitgeber. Die Zeiten des „Arbeitens um zu Leben“ sind mehr oder minder vorbei. Entwicklungsmöglichkeiten Das Stichwort heute lautet „Work-Life-Balance“. Laut einer Kienbaum-Studie schätzt es die Generation Y beim Arbeitgeber besonders, wenn dieser herausfordernde Arbeit bietet. Wichtig sind aber auch die Höhe der Vergütung, ein kollegiales Arbeitsumfeld, der Arbeitsstandort in Nähe des Wohnortes, die Karrieremöglichkeiten, die Work-Life-Balance sowie die Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Die Bereitschaft viel zu Arbeiten und der Wunsch nach einer klaren Karriere bestehen also nach wie vor. Es sind somit mehr die Bedingungen, unter denen die Berufseinsteiger effiziente Arbeit leisten wollen. Der junge Generation-Y-Arbeitnehmer gibt alles im Job – allerdings nur, wenn die Gegenleistung stimmt. Dazu gehört nicht nur das angemessene Gehalt, sondern auch die persönliche und berufliche Zufriedenheit. Begegnung auf Augenhöhe Um die Arbeitnehmer der Generation Y erfolgreich zu werben, müssen Firmen die neuen Bedürfnisse ernst nehmen, auf sie eingehen und all das auch nach außen hin zeigen. Die Bewerber sind nicht selten gut bis sehr gut ausgebildet und haben bereits verschiedene berufliche Erfahrungen im In- und Ausland sammeln können. Sie „bitten“ nicht mehr um eine Stelle, sie erwarten eine Begegnung auf Augenhöhe mit dem Personaler. Auf die selbstsichere Einstellung sollten Arbeitgeber freundlich aber bewusst eingehen. Typischer Wunsch des jungen potentiellen Arbeitnehmers ist eine flache Hierarchie innerhalb des Betriebs. Mehr Selbstbestimmung des Arbeitnehmers erfordert vom Betrieb Mut zu Neuem. Allerdings bringen Änderungen wie diese auch, je nach Art der zu vergebenden Stelle, „frische“ und innovative Ideen mit sich. Flexibilität Erstmal eingestellt, kann der Generationswechsel somit auch neue Denkweisen innerhalb der Betriebsstruktur eröffnen. Ein weiterer Aspekt, der den Bedürfnissen der Generation Y sehr entgegen kommt, ist die Möglichkeit der Arbeit von Hause. Das „Homeoffice“ und die damit verbundene örtliche und zeitliche Flexibilität ist ein großer Pluspunkt beim Recruiting etwa von jungen Eltern. Ein weiteres Kriterium, das enorm an Wichtigkeit gewonnen hat, ist das Arbeitsklima im Unternehmen. Personalgespräche, ernstgenommene Mitarbeiterfeedbacks und ein freundlicher Umgang sind heute so ausschlaggebend wie nie. Internet-Stellenbörsen Sich als Betrieb darüber im Klaren zu sein, was man den anspruchsvollen Bewerbern der Generation Y bieten kann, ist ein Aspekt. Ein anderer ist es, diese Werte, Einstellungen und Konditionen über geeignete Wege zu präsentieren. Laut einer Studie der Universität Bamberg 2015 sind Printmedien eine weniger populäre Alternative geworden, um Jobangebote zu veröffentlichen. Das entspricht auch dem aktuellen Verhalten von Bewerbern bei der Stellensuche. Sie greifen lieber auf Internet-Stellenbörsen, die direkte Unternehmenswebsite, Karrierenetzwerke (Xing, LinkedIn), Social Media, die Arbeitsagentur oder Mitarbeiterempfehlungen zurück. 18

Hintergrund Z direkt! Neben den klassischen Möglichkeiten sollten Unternehmen heute auch E-Recruiting nutzen. Virtuelle Plattformen E-Recruiting und der digitale Auftritt eines Unternehmens gewinnen immens an Bedeutung. Mit diesen Recruitingmethoden beschleunigt sich auch das Kommunikationstempo zwischen Personaler und Bewerbern enorm. Das wurde in den vergangenen Jahren bereits durch die Nutzung von E-Mails und Chats eingeleitet. Für Firmen hat sich der Versand direkter Rückmeldungen und Updates über den Stand und Ausgang der Bewerbung enorm erleichtert und verschnellert. Auch der Bewerbungsprozess kann mittlerweile schon verkürzt werden, zum Beispiel durch Online-Assessmentcenter. Soziale Netzwerke wie Facebook ermöglichen dazu die Begegnung zwischen Arbeitgeber und möglichem Angestellten auf einer neuen Ebene. Der einfache aber doch so ausschlaggebende Vorteil der „Social Networks“? Es sind virtuelle Plattformen, auf denen sich die Zielgruppe Y meist ohnehin schon aufhält. Die Berücksichtigung von Mobile Recruiting geht hier noch einen Schritt weiter: Die Nutzung von Smartphones und Tablets nimmt immer weiter zu. Arbeitnehmer, die sich über ihr mobiles Endgerät bewerben möchten, können dies deutlich besser, wenn der Online-Auftritt eines Unternehmens auch auf diese Geräte abgestimmt ist. Kanäle anpassen Durch die Ankunft von Generation Y auf dem Arbeitsmarkt gewinnen nun Anforderungen wie die Präsenz in Social Media und das professionelle Auswerten von Kurzprofilen in Karrierenetzwerken immer mehr an Bedeutung. Es gilt also, nicht die komplette Personalbeschaffungsstrategie zu überdenken, sondern vielmehr die Recruitingkanäle anzupassen und zu erweitern. Luisa Daldrup 19

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