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14 TITELTHEMA CSR ist

14 TITELTHEMA CSR ist kein „Projekt“ Ein Botschafter ist eigentlich der ranghöchste diplomatische Vertreter eines Staates im Ausland. Aber auch beim iGZ gibt es Botschafter – unsere CSR-Botschafter. Was sie gemein haben mit den diplomatischen Botschaftern eines Landes? Sie gehen genauso mit gutem Beispiel voran und überbringen eine Botschaft: Corporate Social Responsibility – unternehmerische Verantwortung – geht uns alle an und ist eine Unternehmensphilosophie. Nicole Munk Hans-Joachim Scharrmann Natürlich kann der Ansatz sein, ein Unternehmen zu führen und sich dazu im sozialen Bereich oder für die Umwelt zu engagieren, sagt Hans-Joachim Scharrmann. Der Geschäftsführer der EUROMONT Montagen- und Dienstleistungs GmbH in Lünen ist einer von fünf iGZ- CSR-Botschaftern und hat folgenden Weg gewählt: „Wir handeln von vornherein nachhaltig unter der Berücksichtigung von Umwelt- und sozialen Aspekten und hoffen damit, die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu erhalten. Damit sind wir bisher gut gefahren und das ist aus meiner Sicht der bessere Ansatz.“ Bei EUROMONT hat Scharrmann schon vor Jahren einen Code of Conduct – Verhaltenskodex – eingeführt und schreibt im Leitbild des Unternehmens ethische Regeln „unter Berücksichtigung von Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz“ fest. Ähnlich handhabt es auch Nicole Munk. Die iGZ-CSR-Botschafterin hat sich mit ihrer Firma SYNERGIE Personal Deutschland GmbH in Karlsruhe bereits vor acht Jahren einem Ethik-Kodex verpflichtet, parallel zur Einführung des iGZ-Ethik-Kodex. „Wir haben Nachhaltigkeitsstrategien und Visionen erarbeitet, an denen wir langfristig festhalten –

Z direkt! 03/2020 TITELTHEMA 15 auch jetzt während der Corona-Pandemie“, berichtet die Diplom-Betriebswirtin. „Wir schreiben Kennzahlen nieder und analysieren regelmäßig, wie wir stehen. Das Messen bietet uns die Chance, dann auch neue Ziele auszumachen und uns dahingehend zu verbessern.“ Nachhaltiges Wirtschaften muss man leben, betont Munk. Für sie ist es daher selbstverständlich, dass SYNERGIE bestmöglich papierlos arbeitet – Kundenrechnungen werden per Mail versendet, Lohnabrechnungen sind über eine Online-Plattform abrufbar – oder für Dienstreisen Fahrgemeinschaften gebildet werden. Auch privat setzt die 48-Jährige bewusst ein Zeichen. Mit der Familie geht es selten per Flieger in den Urlaub, dafür werden lieber die Berge erwandert: „CSR ist kein „Projekt“, CSR ist eine Lebenseinstellung.“ ALLE ODER KEINER Nachhaltig wirtschaften ist erstmal eine Entscheidung der Unternehmensführung, sagt Ha-Jo Scharrmann, „aber die muss auch komplett dahinterstehen und es vorleben.“ Die Zeitarbeit ist branchenübergreifend und über alle Berufszweige hinweg tätig – und heute ist die Reputation eines Unternehmens in der Außenwirkung enorm wichtig, sowohl für Kunden also auch für Mitarbeiter. „Mit CSR bin ich ein attraktiver Arbeitgeber.“ Und das zeigen Scharrmann und EUROMONT im Großen und im Kleinen: Die eigene Hauptverwaltung wurde energieoptimiert gestaltet, dazu eine Elektro- Auto-Tankstelle installiert, eine Parkanlage geschaffen und ökologisches Pflaster verlegt, das ein Auffangen des Regenwassers möglich macht. Dazu blickt Scharrmann auch auf die Lieferanten, mit denen EUROMONT Verträge hat und bewertet sie. „Sie müssen eine Erklärung abgeben, dass sie bestimmte Standards einhalten. Wir haben uns auch schon von Lieferanten getrennt, weil sie keine Angaben zu den Lieferketten und zum Ursprung der Materialien machen konnten oder wollten.“ Viele Unternehmen in der Zeitarbeitsbranche seien nach Qualitätsmanagement DIN ISO 9001 zertifiziert, eine internationale Norm für Qualitätsmanagementsysteme. Bei der Zertifizierung handelt es sich um ein Verfahren zum Nachweis der Einhaltung bestimmter Anforderungen. Das enthalte auch eine Lieferantenbewertung. „Die kann ich leicht etwas ausführlicher machen und habe so ein gutes Supply-Chain- oder Lieferketten- Management“, lautet der Tipp von Scharrmann. SOZIAL ENGAGIERT Nachhaltig und ökologisch zu wirtschaften ist das eine, soziales Engagement das andere. „Meine Mitarbeiter haben ein gestiegenes Umweltbewusstsein und sind sehr engagiert.“ EUROMONT fördert daher verschiedene Tätigkeiten in sozialen und gemeinnützigen Vereinen: „Zwei meiner Mitarbeiter sind beispielsweise in der freiwilligen Feuerwehr“, erzählt Ha-Jo Scharrmann. „Und die macht nun jedes Jahr ihre Feuerwehrübung bei uns auf dem Gelände. Das ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten, denn es kommen dadurch viele Besucher aufs Gelände und lernen uns kennen.“ Bei SYNERGIE haben die Auszubildenden dem Unternehmen gleich mehrere Preise beschert, so wurde etwa das Projekt „Social Day“ beim iGZ-Award 2019 mit dem 3. Platz ausgezeichnet. „Wir wollen der Gesellschaft etwas zurückgeben“, erklärt Nicole Munk. „Unsere Auszubildenen organisieren jedes Jahr selbständig einen Tag des sozialen Engagements, zum Beispiel eine Pferde-Therapie für behinderte Kinder oder Basteln und Backen mit älteren Menschen im Seniorenheim.“ TUE GUTES UND SPRICH DARÜBER Ob man sich als Unternehmen sozial, wirtschaftlich und ökologisch engagiert hängt nicht von der Größe ab, ist sich Munk sicher. „Viele Zeitarbeitsunternehmen tun schon viel, aber oft unbewusst und nicht unter dem Label CSR.“ Darüber zu sprechen, bringe viel – nicht zuletzt auch Pluspunkte im Recruiting neuer Mitarbeiter: „Bewerber fragen bewusst nach, wie wir uns als Unternehmen nachhaltig aufgestellt haben und welche Werte bei uns gelten.“SaS ALLE iGZ-CSR-BOTSCHAFTER FINDEN SIE HIER www.ig-zeitarbeit.de/node/18264

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