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Z direkt 03-2018

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Z direkt! Titelthema Titelthema Z direkt! Z direkt!: Visionär nach vorn geblickt: Wäre es in diesem Zusammenhang auch denkbar, dass der Unterricht künftig online, etwa wie nach dem Modell einer Fernuni, stattfindet? Kiehn: Wir haben in dem Beruf kaum Lerninhalte, die einfach auswendig zu lernen sind. Im Regelfall geht es um komplexe Zusammenhänge, häufig in Form von betrieblichen Situationen, die zurzeit meines Erachtens ohne die Moderation einer Lehrkraft in einer Präsenzveranstaltung unter Zuhilfenahme von Präsentationsmaterialien schwer zu vermitteln sind. Um die Schülerinnen und Schüler auf die Praxis vorzubereiten erfolgt der Unterricht weitgehend schülerzentriert, wobei die Heterogenität der Auszubildenden in Bezug auf Lebenserfahrung und Alter – wir haben viele Umschüler – sowie schulische Vorkenntnisse berücksichtigt wird. Als Ergänzung kann ich mir einen Online-Unterricht gut vorstellen – vielleicht auch in Verbindung mit der eben angesprochenen Idee des Blockunterrichts. Z direkt!: Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung des PDK-Berufs ein? Kiehn: Die weitere Entwicklung des Berufs hängt natürlich auch von der schwer einschätzbaren allgemeinen Entwicklung der Personaldienstleistungsbranche ab. Persönlich bin ich sehr zuversichtlich, denn der Strukturwandel in der Wirtschaft erfordert immer mehr qualifizierte Personaler, die auch durch die Digitalisierung nicht wegrationalisiert werden. Aus Gesprächen mit Ausbildern weiß ich, dass es immer schwieriger wird, qualifizierte Bewerber für den Beruf zu finden. Die Anstrengungen, Kandidaten für die Ausbildung zu finden, sind wohl zu erhöhen. Gern können wir auch mal wieder gemeinsam mit den Zeitarbeitsverbänden eine Aktion in den sozialen Medien über einen Azubi-Wettbewerb starten. Von Beginn an stand der iGZ im engen Austausch mit den Berufsschulen, die die Ausbildung der Personaldienstleistungskaufleute anbieten. Dr. Jenny Rohlmann, Strategisches Marketing/Public Relations, überreicht Torsten Kiehn hier einige Ausgaben des Fachmagazins Z direkt!. Torsten Kiehn unterrichtet seit zehn Jahren angehende Personaldienstleistungskaufleute an der BBS Neustadt am Rübenberge. Z direkt!: Lässt sich auf dieser Basis erwarten, dass die Zeitarbeit sich von einer Branche der Seiteneinsteiger zu einem Wirtschaftszweig der Spezialisten entwickelt? Kiehn: Wegen der zunehmenden Anforderungen in der Branche wird ein Seiteneinsteiger in Zukunft noch mehr Schwierigkeiten haben, die in einer dualen Ausbildung erworbenen Basisqualifikationen berufsbegleitend zu erlangen. Innerhalb der Personaldienstleistungsbranche kann ich mir vorstellen, dass es in Zukunft immer schwieriger wird, als Einzelperson über die Branchenfachkompetenz zu verfügen. Wie in anderen Branchen wird es auch hier bald mehr Spezialisten geben, die nur einen Bereich der Branche inhaltlich abdecken, aber eine fundierte Grundausbildung als PDK haben und gelernt haben, sich flexibel auf neue Gegebenheiten einzustellen. Z direkt!: Ihr Fazit zur Entwicklung der PDK-Ausbildung seit dem Start im Jahr 2008? Kiehn: Das „Baby PDK“ ist inzwischen erwachsen geworden. Der PDK ist ein anerkannter Beruf mit zumindest an unserer Schule stabilen Ausbildungszahlen, bei dem die Absolventen auf dem Arbeitsmarkt wesentlich besser als in anderen kaufmännischen Berufen eine Beschäftigung finden. Vorbehalte gegenüber der Zeitarbeitsbranche haben abgenommen. Als Bildungsgangsgruppenleiter für die Ausbildung in der BBS Neustadt am Rübenberge werde ich zunehmend von Personalern aus Dienstleistungs- oder auch Produktionsunternehmen gefragt, ob wir Auszubildende im letzten Ausbildungsjahr haben, die Interesse hätten, als Personalreferentin/-referent zu arbeiten. Schon allein darin zeigt sich der Erfolg des Berufes. Als Fachlehrer freue ich mich, motivierte Schülerinnen und Schüler unterrichten zu dürfen, die mit Zuversicht in den Beruf starten. 16 17

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