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Z direkt! 03-2017

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Z direkt! Kurz berichtet Anzeige Zeitarbeit attraktiv für Pflegekräfte 21.484 Pflegekräfte sind über Zeitarbeitsunternehmen angestellt. Das bedeutet einen Anstieg um 20 Prozent innerhalb eines Jahres, ergab eine statistische Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit (BA) im Auftrag des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ). Dennoch sind nur circa 1,3 Prozent der Pflegestellen über Zeitarbeit besetzt. In der Gesamtwirtschaft liegt die Zahl der Zeitarbeit bei 2,7 Prozent. Die Entwicklung hängt vor allem mit den immer schlechter werdenden Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern zusammen. Zeitarbeit bietet hier mehr Flexibilität sowie ein übertarifliches Entgelt. Bundesförderprogramm für Langzeitarbeitslose Seit 2015 läuft ein spezielles Bundesförderprogramm zur Wiedereingliederung Langzeitarbeitsloser in den Arbeitsmarkt (LZA-Programm). Bislang wurden nur drei Prozent der Teilnehmer des LZA-Programms in die Zeitarbeit vermittelt. Das liegt daran, dass Jobcenter Zeitarbeitsfirmen bewusst ausgrenzen. Zehn von zwölf Jobcentren gaben an, im Rahmen des Programms keine Zeitarbeitsunternehmen zu kontaktieren. Dabei werde mittlerweile fast jeder fünfte Zeitarbeitsvertrag mit einem ehemals Langzeitarbeitslosen oder mit einem Berufseinsteiger geschlossen. Auswirkungen der AÜG-Reform 81,3 Prozent der Zeitarbeitsunternehmen befürchten durch die Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes eine Konsolidierung des Marktes. Rund zwei Drittel (64,6 Prozent) rechnen mit einer enormen Einschränkung der Flexibilität des deutschen Arbeitsmarktes. Diese Ergebnisse wurden in der Lünendonk- Studie zu Zeitarbeits- und Personaldienstleistungsunternehmen in Deutschland 2017 veröffentlicht. 60,4 Prozent erwarten Qualitätseinbußen bei Projekten über eine längere Dauer. 58,3 Prozent prognostizieren, dass kleinere Zeitarbeitsunternehmen vom Markt verschwinden. Laut Studie stehe die Zeitarbeitsbranche mit der Reform vor großen Herausforderungen. Insbesondere sei Equal Pay nicht hinreichend gesetzlich definiert, und auch bei der Höchstüberlassungsdauer seien noch Fragen offen. DGFP: Vorrangprüfung abschaffen Für Flüchtlinge bietet vor allem die Zeitarbeitsbranche gute Integrationsvoraussetzungen. Das betont die Deutsche Gesellschaft für Personalführung (DGFP) in ihrem aktuellen Standpunktpapier. Die DGFP fordert insbesondere, den Zugang zum Arbeitsmarkt für Geflüchtete in Deutschland zu vereinheitlichen und zu vereinfachen. Bürokratische Hindernisse müssen durch die Politik beseitigt werden. Besonders die Vorrangprüfung sei laut DGFP eine schwere und veraltete Hürde für Flüchtlinge. Sie fordert, diese Prüfung gänzlich abzuschaffen. Derzeit haben 133 von 154 Agenturbezirken der Bundesagentur für Arbeit die Vorrangprüfung für drei Jahre ausgesetzt. Sinkende Azubi-Zahlen Während die Gesamtzahl der Beschäftigten in Deutschland kontinuierlich steigt, sinkt die Zahl der Auszubildenden. Im Jahr 2015 kamen auf 100 Beschäftigte nur noch 5,1 Auszubildende. 1999 waren es auf 100 Beschäftigte noch 6,1 Azubis. Laut Soziologischem Forschungsinstitut Göttingen bieten immer weniger Betriebe Ausbildungsplätze an. 2015 boten nur noch 4,9 Prozent der Kleinstbetriebe Lehrstellen an. 1999 waren es noch sieben Prozent. Auch die Nachfrage der Jugendlichen nach Ausbildungsplätzen sei im Bundesdurchschnitt gesunken. Regional gebe es jedoch Unterschiede. In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen sei die Ausbildungsquote konstant geblieben. In den neuen Bundesländern habe sich die Quote allerdings halbiert. Viele Jugendliche orientieren sich eher in Richtung alter Bundesländer. Ulrike Kücker im DRV-Vorstand Rund 25,65 Millionen Rentner erhielten im Jahr 2016 Bezüge von der Deutschen Rentenversicherung. Damit stieg die Gesamtzahl im Vergleich zum Vorjahr leicht um rund 126.000 Renten an (+ 0,5 Prozent). Ebenfalls ist die durchschnittliche Rentenhöhe um rund vier Prozent gestiegen. 2015 lag die Zahl bei 753 Euro. Durch die Rentenanpassung zum 1. Juli 2016 wurden dann im Schnitt 785 Euro ausgezahlt. Auch der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) ist in der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland vertreten: iGZ-Landesbeauftragte Ulrike Kücker wurde neu als Stellvertreterin in den Vorstand gewählt. Hohe Vollzeitquote bei Zeitarbeitnehmern 990.792 Zeitarbeitskräfte arbeiteten im Jahresdurchschnitt 2016 in Deutschland. Davon sind 920.043 Zeitarbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. 78,1 Prozent arbeiten in Vollzeit. Laut Bundesagentur für Arbeit (BA) lag der Anteil der Zeitarbeitnehmer an allen Beschäftigten damit bei 2,7 Prozent. Mit 4,7 Prozent hat Bremen den höchsten Anteil an Zeitarbeit. Danach kommen Thüringen mit 3,9 Prozent, Hamburg und Sachsen mit jeweils 3,1 Prozent. Schlusslichter sind Mecklenburg-Vorpommern (1,9 Prozent) und Schleswig-Holstein (2,0 Prozent). Svanja Broders 6 7

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