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Z direkt! Service iGZ-Mittelstandsbarometer schafft wissenschaftliche Basis Mittelstand tickt anders Der Fokus des aktuellen iGZ-Mittelstandsbarometers kompakt liegt auf den Rekrutierungswegen von Unternehmen sowie deren Umsetzung. 88,6 Prozent der befragten Unternehmen geben an, im 1. Quartal 2015 neue Mitarbeiter eingestellt zu haben. Der Facharbeiter- und Helferbereich sind dabei mit zusammen 94,8 Prozent am stärksten vertreten. Der akademische Bereich kommt auf 5,2 Prozent. Bei den Rekrutierungswegen der Unternehmen liegt die Agentur für Arbeit mit 61,7 Prozent eindeutig vor dem Jobcenter mit 33,8 Prozent (Mehrfachnennungen möglich). Bemerkenswert ist allerdings, dass 35,1 Prozent der Firmen keine der genannten Servicestellen nutzte. Mit Blick auf die neu eingestellten Zeitarbeitskräfte zeigt sich, dass die eindeutige Mehrheit der neuen Angestellten von den Firmen selbst rekrutiert wurden (Helferbereich 64,1 Prozent, Facharbeiterbereich 70,1 Prozent, akademischer Bereich 80,2 Prozent). Diese Wege können unter anderem Ausschreibungen in Zeitungen oder auf der eigenen Homepage sein. Zusammenarbeit mit der BA Im aktuellen Mittelstandbarometer werden zudem die Angebote der Agentur für Arbeit bzw. des Jobcenters nochmal explizit behandelt. Dabei kennen 85,9 Prozent der befragten Unternehmen mindestens ein Förderinstrument der beiden Institutionen. 73,3 Prozent geben an, dieses auch zu nutzen. Davon ist mit 96,9 Prozent der Eingliederungszuschuss (EGZ) das populärste Programm, von dem 95,3 Prozent auch Gebrauch machen. Als aufgelistete Option im Fragebogen ist JobPerspektive die unbekannteste (11,4 Prozent) und auch am wenigsten genutzte (6,8Prozent). Die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter wurde anhand von zehn Faktoren des Bereichs Service bewertet. Hierbei wurden die befragten Unternehmen gebeten, die Wichtigkeit der einzelnen Aspekte anzugeben und zu bewerten, wie zufrieden sie mit der Umsetzung sind. Zufriedenheit mäßig Bei der Agentur für Arbeit ist die größte Übereinstimmung bei der IT-Nutzung (zum Beispiel Matchingverfahren) zu finden: 91,4 Prozent der Unternehmen ist dies wichtig und 75,3 Prozent sind damit auch zufrieden. Ein bemerkenswerter Unterschied zwischen Servicewunsch und tatsächlicher Situation ist hingegen besonders bei der direkten telefonischen Kontaktmöglichkeit mit den Bewerbern zu sehen. 86,3 Prozent ist dieser Aspekt wichtig. Nur 20,8 Prozent geben an damit zufrieden zu sein. Bei der Kooperation mit dem Jobcenter sieht es ähnlich aus. Auch hier ist die Kontaktaufnahme ein von vielen (89,7 Prozent) als wichtig gewerteter Punkt. Nur 26,1 Prozent sind damit auch zufrieden. Vorauswahl der Bewerber Ähnliche Ergebnisse gelten bei beiden Einrichtungen für den Aspekt der passgenauen Vorauswahl von Bewerbern. Die größte Übereinstimmung von Wichtigkeit und Zufriedenheit findet sich beim Jobcenter ebenfalls bei der IT-Nutzung durch die Zeitarbeitsfirmen (Wichtigkeit 90,5 Prozent, Zufriedenheit 58,1 Prozent). Bei der Frage nach der Zufriedenheit mit der Zusammenarbeit schneidet die Bundesagentur für Arbeit bei den Umfrageteilnehmern mit 63,2 Prozent besser ab als das Jobcenter mit 48,9 Prozent. Erwartete wirtschaftliche Entwicklung Die prognostizierte wirtschaftliche Entwicklung für das eigene Unternehmen in den nächsten sechs Monaten zeigt im 1. Quartal 2015 wieder einen Aufschwung. Nachdem Ende 2014 nur 39,7 Prozent der Firmen diese positiv eingeschätzt haben, sind es Anfang 2015 wieder 54,5 Prozent. Zwar sinkt die Rate der Unternehmen, die ihre Entwicklung gleichbleibend vorhersagen, von 45,7 Prozent auf 38,5 Prozent, aber auch die negativen Prognosen gehen zurück (4. Quartal 2014 – 14,7 Prozent, 1. Quartal 2015 – 7 Prozent). 26

Service Z direkt! Unternehmen mit Neueinstellungen im 1. Quartal 2015 Unternehmen mit Neueinstellungen 88,6% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Unternehmen mit Neueinstellungen nach Tätigkeitsbereichen Helferbereich Facharbeiterbereich Akadenischer Bereich 15,3% 74,0% 82,6% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Quelle: Soziale Innovation Repräsentative Zahlen Die Notwendigkeit sowie die Vorteile des iGZ-Mittelstandsbarometers liegen auf der Hand: Mitgliedsunternehmen wissen wo sie stehen, und der iGZ kann verlässliche Schlüsse für seine verbandspolitische Arbeit ziehen. Der Interessenverband dokumentiert seit fünf Jahren die Schwerpunkte der mittelständischen Zeitarbeit. Davor fehlten repräsentative Zahlen zur Branche – über die Umstände und Aussichten der Zeitarbeit wurde mehr vermutet anstatt zuverlässig festgestellt. Große Resonanz Als der iGZ Mitte 2011 die erste Befragung durchführen ließ, beteiligten sich auf Anhieb 900 von den damals 2.300 Mitgliedsunternehmen. Erfragt werden grundsätzliche Werte wie die Unternehmensgröße nach Anzahl der Zeitarbeitskräfte und die Einschätzung der eigenen Geschäftsentwicklung. Auf lange Sicht ermöglichen diese Aspekte die Erstellung repräsentativer Querschnitte und langfristiger Vergleiche. Zusätzlich beinhaltet das Mittelstandsbarometer jedes Mal eine individuelle und aktuelle Masterfrage. Beispiele dafür sind die Frauenquote oder Meinungen der Firmen zu bevorstehenden politischen Entscheidungen wie der Höchstüberlassungsdauer im Koalitionsvertrag 2015. Mittelstandsbarometer kompakt Die Teilnahme ist anonym und freiwillig. Die Befragung und Auswertung selbst wird vom unabhängigen Forschungsinstitut SI – Soziale Innovation GmbH durchgeführt. Seit Beginn dieses Jahres gestaltet die SI GmbH die Umfrage kompakter. Dieses neue Format macht die Befragung komfortabler, da die Teilnahme noch einfacher und schneller vonstattengeht. Weitere Ziele der Umstrukturierung sind außerdem noch eindeutigere und konzentriertere Ergebnisse. Um auch die Entwicklung der Basisdaten zu erfassen, findet einmal im Jahr eine umfangreichere Befragung statt. www.ig-zeitarbeit.de/zeitarbeit/ mittelstandsbarometer Luisa Daldrup Das Archiv mit den ausführlichen Ergebnissen aller durchgeführten Mittelstandsbarometer im PDF-Format sowie Zusammenfassungen der wichtigsten Aspekte stehen online unter: 27

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