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Z direkt! 02-2020

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Manuel Lewinski 6

Manuel Lewinski 6 TITELTHEMA Lichtblicke in der Krise Rita Bliefernich Daniel Jahn Daniel Klein Markus Baumann

Z direkt! 02/2020 TITELTHEMA 7 Das Coronavirus und seine Folgen treffen Deutschland und die Welt mit einer Härte, die ihresgleichen sucht. Selbst in der Finanzkrise 2009 haben Wirtschaft und Arbeitsmarkt nicht so stark gelitten. 2020 ist ein bitteres Jahr: Das Bruttoinlandsprodukt bricht ein, die Arbeitslosigkeit steigt. Für viele Unternehmen der Zeitarbeitsbranche ist es ein Jahr des Überlebenskampfes, aber es ist auch eine Zeit des Fortschritts, der Innovation und des Sich-Neuerfindens. Unvermittelter, allumfassend und extremer – das ist, was die Coronakrise von Konjunkturkrisen der Vergangenheit unterscheidet. Die Krise lähmt die ganze Welt und trifft nahezu alle Branchen. Der Shutdown schlägt sich bei den Auftragseingängen und der Produktion in der Industrie nieder. Bei der Unternehmensbefragung, die der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen unter seinen Mitgliedern durchgeführt hat, gaben knapp 35 Prozent der Teilnehmer an, dass sie die aktuelle Entwicklung aus der Coronakrise für „existenzgefährdend“ halten. Fast 90 Prozent der befragten Unternehmen kämpfen mit coronabedingten Abmeldungen. In diesem Jahr wird das reale Bruttoinlandsprodukt um neun Prozent zurückgehen, prognostizieren Experten. Vorausgesetzt es gibt keinen weiteren globalen Schock, wird sich die deutsche Wirtschaft erst im Herbst 2021 soweit erholt haben, dass sie das Produktionsniveau von 2019 wieder erreicht. Die Bundesregierung investiert Milliardensummen in die Unterstützung der Wirtschaft. Bereits in der Finanzkrise 2009 hat sich das Kurzarbeitergeld als wichtigstes Instrument erwiesen, in der Spitze gab es damals knapp 1,5 Millionen Kurzarbeiter. Nach Berechnungen des Münchener Ifo-Instituts waren im Mai 2020 knapp 7,3 Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit, ein neuer Rekord. Anders als in der Finanzkrise wurde das Kurzarbeitergeld diesmal auch direkt für die Zeitarbeitsbranche geöffnet. In der iGZ-Unternehmensbefragung gaben drei Viertel der Zeitarbeitsunternehmen im April an, bereits Kurzarbeit angemeldet zu haben. 674.400 Zeitarbeitnehmer registrierte das Statistische Amt der Bundesagentur für Arbeit im März – 74.000 oder 9,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Doch trotz aller negativen Schlagzeilen für die Zeitarbeitsbranche – es gibt Lichtblicke, wenn sie auch klein und vereinzelt sein mögen: den Schub für die Digitalisierung beispielsweise, aber vor allem die Stehaufmännchen, die Problemlöser, die Um-die-Ecke-Denker und die Sich-stets-Neuerfinder, die diese Branche ausmachen und am Leben halten. Es sind die Menschen und die Unternehmen, die sich weigern, aufzugeben – wie Zeitarbeitnehmer Manuel Beate, der eigentlich Maschinenanlagenführer gelernt hat, aber jetzt in der Krise für ein Abfallunternehmen arbeitet. Oder wie Personaler Manuel Lewinski, der gerade zwei Jobs gleichzeitig macht und als Intensivpfleger im Krankenhaus aushilft. Oder wie Linda Kronberg, die vor der Krise auf Messen hinter der Bar gestanden hat, aber jetzt im Supermarkt Regale einräumt und Einkaufswagen desinfiziert. Zeitarbeit heißt vor allem auch Flexibilität und die Dinge angehen und anpacken. Es geht aufwärts – gefühlt, aber auch durch Zahlen belegt: Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Juni auf 86,2 Punkte gestiegen, nach 79,7 Punkten (saisonbereinigt korrigiert) im Mai. Dies ist der stärkste jemals gemessene Anstieg. Die deutsche Wirtschaft sieht Licht(blicke). SaS Manuel Beate Linda Kronberg Michael Keller Osman Duque-Gomez

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