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46 BILDUNG So lernt man

46 BILDUNG So lernt man heute Der digitale Wandel verändert die Arbeitswelt und den Bereich Bildung grundlegend – und nie wurde dies deutlicher als in den vergangenen Wochen und Monaten. Denn seit Beginn der Schulschließungen und dem Wechsel vieler Büroangestellter ins Homeoffice vergeht kaum ein Tag, an dem digitale Bildung und die Digitalisierung in Deutschland nicht diskutiert und genutzt werden. Der iGZ hat auf die Bedürfnisse seiner Mitgliedsunternehmen reagiert und sein Angebot an digitaler Bildung stark erweitert. Wer in den vergangenen Jahren an Bildungskongressen teilgenommen hat, bekam nicht selten den Eindruck, dass überwiegend darüber lamentiert wurde, dass Deutschland bei der Digitalisierung weit hinter der internationalen Konkurrenz zurückliegt – quasi 4.0 im Schneckentempo. Vielerorts haben Bedenkenträger über Jahre den Fortschritt ausgebremst: „Große Gruppen in einem Online-Seminar schulen? Geht nicht, weil die IT-Sicherheit nicht gewährleistet ist und es an vielen – besonders ländlichen – Standorten kein schnelles Internet gibt.“ Oder: „Zusammenarbeitsplattformen für die Vor- und Nachbereitung von Seminaren nutzen? Der Prozess ist zu langwierig, weil er ein Umdenken im gesamten Unternehmen erfordert und alle Mitarbeiter mitgenommen werden müssen.“ Ein kleines Virus hat jetzt geschafft, was eine Vielzahl an Unternehmensberatern und Change-Coaches nicht erreicht haben: Unternehmen und Institutionen sind schlicht gezwungen, Innovation voranzutreiben. Arbeiten im Homeoffice wird auch – erfolgreich – in Unternehmen genutzt, wo es noch vor wenigen Monaten verpönt war, neue IT-Tools wurden kurzerhand eingeführt und erleichtern die Zusammenarbeit und so manche Dienstreise, die gestern noch unverzichtbar war, wird heute durch eine Videokonferenz ersetzt. iGZ-VERBANDSARBEIT 4.0 Auch der iGZ-Bildungsbereich musste sich im März kurz schütteln und sammeln. Innerhalb weniger Tage erarbeitete das Team ein neues Konzept: Das Angebot an

Z direkt! 02/2020 BILDUNG 47 digitaler Bildung wurde stark ausgebaut. Bis Ende Mai konnten iGZ-Mitglieder nicht nur an zahlreichen Online- Seminaren teilnehmen, der Verband stellte diese auch anschließend als Aufzeichnung zur Verfügung – und das alles kostenlos. Möglich war dies nur aufgrund der hohen Flexibilität und Innovationsbereitschaft der externen Dozenten und der anderen iGZ-Fachbereiche, kurzfristig alle Inhalte, die zuvor nur in Präsenzseminaren vermitteln wurden, auch für Online-Seminare aufzubereiten sowie ganz neue Online-Seminare zu konzipieren und sich mit der digitalen Plattform vertraut zu machen. POSITIVES FEEDBACK Offenbar hat der iGZ hier den richtigen Weg eingeschlagen: Die Beteiligung an den Online-Seminaren und der Abruf der Aufzeichnungen mit Rekordzahlen von bis zu 350 Teilnehmern sprechen für sich. Und auch das Feedback der Lernenden war sehr positiv, hier nur zwei Stimmen: „Die Möglichkeit, sich das Online-Seminar als Aufzeichnung anzusehen, ist super. So konnte ich mir das Lernen selber einteilen, wann immer es zeitlich am besten passte.“ Oder auch: „Das iGZ-Online-Seminar zur Telefon akquise in Krisenzeiten hat thematisch genau gepasst, denn das ist bei uns auch gerade Thema.“ Jetzt gilt es die positiven Erfahrungen und neuen Erkenntnisse beim Einsatz digitaler Bildungsformate mitzunehmen und sie für den weiteren Weg in die neue Bildungsnormalität zu nutzen. DIE MISCHUNG MACHT‘S Das bedeutet aber keineswegs, dass der iGZ nur noch Online-Seminare, Lernvideos und E-Learning anbieten wird. Die digitale Bildung allein ist sicherlich kein Allheilmittel, hat sie doch im Vergleich zu Präsenzveranstaltungen einige Nachteile: – Die Teilnehmer können sich ohne Dozenten verloren und abgehängt vorkommen. – Die Teilnehmer fühlen sich weniger in soziale Gruppen eingebunden und lernen individuell und eigenverantwortlich. – Es ist ein sehr hohe Selbstlernkompetenz erforderlich, was zu Motivationsproblemen führen kann. – Verständnisschwierigkeiten bleiben möglicherweise ohne die Unterstützung des Dozenten vor Ort unbemerkt. Auch wenn im Online-Seminar eine Interaktion zwischen Dozenten und Teilnehmern stattfindet, ist dies im Präsenzseminar doch in anderer Qualität möglich. DIE ZUKUNFT: BLENDED LEARNING Bei der Methode „Blended Learning“ werden die Vorteile von Onlineangeboten mit den Vorteilen von Präsenzveranstaltungen kombiniert. Ziel ist ein so gutes Lernergebnis, dass der Lernende sich durch ausgeprägte fachliche, persönliche und digitale Kompetenzen im harten Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt von morgen behaupten kann. Für das iGZ-Bildungsangebot bedeutet das: Es wird zu verschiedenen Themen mehrere Schulungsmodule geben, die miteinander kombiniert werden können. Zum Beispiel kann sich der Lernende als Vorbereitung auf eine Präsenzschulung vorab ein Lernvideo anschauen und im Nachgang zur Wissensauffrischung an einem Kurz-Online-Seminar teilnehmen. Oder er nutzt ein E-Learning – ein Lernen mit elektronischen Medien – als Basisschulung und löst anschließend Aufgaben, bei denen der Dozent über die Lernplattform als Sparringspartner bereit steht. Blended Learning bietet viele Vorteile: – Lernen im eigenen Tempo und mit Unterstützung, wenn sie benötigt wird. – Zahlreiche Methoden und Medien werden eingesetzt. – Das Präsenztraining ist auf Übungen und Reflexion fokussiert und effektiver. – Die Teilnehmer lernen, sich selbst besser zu organisieren. – Es ist leichter, das neue Wissen in den Arbeitsalltag mitzunehmen und anzuwenden. – Das Training und die Wissensvermittlung sind nachhaltiger. Gerade eine Krise kann sich anbieten, die Zeit für die Weiterentwicklung der wichtigsten Ressource im Unternehmen zu nutzen: die Mitarbeiter. Der iGZ unterstützt seine Mitgliedsunternehmen dabei – mit einem breiten Angebot aus der digitalen Bildung, aber seit Anfang Juni auch wieder in Form von Präsenzseminaren. CB/SaS ZUM iGZ-BILDUNGSANGEBOT www.ig-zeitarbeit.de/bildung/seminare

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