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Z direkt! 02-2017

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Z direkt! Kurz berichtet Anzeige M+E: Branchenzuschläge gültig Am 1. Juni ist rückwirkend zum 1. April ein neuer Branchenzuschlagstarifvertrag in Kraft getreten. Für die Metall- und Elektroindustrie gibt es ab dem 1. Januar 2018 sechs Lohnerhöhungsstufen anstelle der bisherigen fünf. Die sechste Stufe greift nach 15 Monaten ununterbrochenen Einsatzes. Nach Ablauf dieser Zeit steht den Zeitarbeitern ein Zuschlag in Höhe von 65 Prozent zu. Damit erhalten sie ein gleichwertiges Entgelt im Vergleich zu den Stammbeschäftigten. Die Tarifvertragsparteien haben eine Übergangsregelung vereinbart, nach der die neue Zuschlagsstufe frühestens ab dem 1. Januar 2018 gilt. Die vorherigen Einsatzzeiten zählen für die Berechnung der Einsatzdauer mit. VBG-Umlage sinkt weiter Der VBG-Vorstand hat beschlossen, den Beitragsfuß für die Umlage für Pflicht- und freiwillig Versicherte im Vergleich zum Vorjahr um 0,10 Euro auf 3,90 Euro zu reduzieren. Damit sinkt der Beitragsfuß seit 2014 zum vierten Mal in Folge. Die Gründe hierfür sind laut VBG die gute Wirtschaftslage der Mitgliedsunternehmer und die vorausschauende Finanzplanung der VBG. Alle Kleinunternehmen zahlen weiterhin den Mindestbeitrag von 48 Euro. Dieser hat sich zum Vorjahr nicht verändert. Zeitarbeit Experte für Flüchtlingsintegration Laut Bundesagentur für Arbeit (BA) sind bislang rund ein Fünftel der Flüchtlinge, die eine Arbeit aufgenommen haben, in Zeitarbeitsfirmen beschäftigt. Das passt zu der Tatsache, dass rund ein Viertel der Beschäftigten in der Zeitarbeitsbranche einen Migrationshintergrund hat. Laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sind bereits 31 Prozent der 2013 zugezogenen Flüchtlinge erwerbstätig. Innerhalb von fünf Jahren wird die Zahl auf rund 50 Prozent steigen, schätzt das IAB. Allgemeinverbindlicher Zeitarbeitsmindestlohn Die Dritte Verordnung über eine Lohnuntergrenze in der Arbeitnehmerüberlassung ist am 1. Juni 2017 in Kraft getreten. Der momentane Zeitarbeitsmindestlohn in Westdeutschland wird dann schrittweise bis zum 1. Oktober 2019 von 9,23 Euro auf 9,96 Euro steigen. In Ostdeutschland und Berlin wird der Mindeslohn von 8,91 Euro auf 9,66 Euro erhöht. Der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) hatte gemeinsam mit dem Tarifpartner BAP und den DGB-Einzelgewerkschaften beantragt, dass der tarifliche Mindestlohn grundsätzlich für alle Zeitarbeitsverhältnisse in Deutschland gelten soll. Branchenzuschläge für Chemie-Industrie Rückwirkend zum 1. April gelten in der Chemiebranche höhere Branchenzuschlagstarife. Durch die neuen gesetzlichen Anforderungen in der Arbeitnehmerüberlassung musste auch der bisherige Branchenzuschlag in der Chemiebranche um eine sechste Lohnerhöhungsstufe ergänzt werden. Nach dem 15. Einsatzmonat beträgt der Zuschlag in den Entgeltgruppen 1 und 2 dann 67 Prozent. In den Entgeltgruppen 3, 4 und 5 sind es 45 Prozent. In den Gruppen 6 bis 9 gibt es 24 Prozent Tarifzuschlag. Der neue Branchenzuschlagstarifvertrag läuft bis zum 31. Dezember 2020. Höhere Mindestlöhne in zwei Kundenbranchen Seit dem 1. Mai gelten höhere Mindestlöhne in dem Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk sowie dem Gerüstbauerhandwerk. In Westdeutschland und Berlin erhalten Steinmetze und Steinbildhauer 11,40 Euro pro Stunde. Arbeitskräfte in Ostdeutschland bekommen mindestens 11,20 Euro. Ab dem 1. Mai 2018 gilt dann ein bundesweiter Mindestlohn von 11,40 Euro. Im Gerüstbauhandwerk müssen den Arbeitskräften bundesweit 11 Euro bezahlt werden. Außerdem gilt für sie ein Mindesturlaub von 30 Tagen je Kalenderjahr. Integration von Langzeitarbeitslosen Zwei Drittel der Zeitarbeitnehmer kommen aus der Beschäftigungslosigkeit. Davon waren 16 Prozent langzeitarbeitslos. Vor allem für diese 200.000 Langzeitarbeitslosen möchte Detlef Scheele, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit (BA), mit intensiveren Beratungs- und Vermittlungsgesprächen in den Jobcentern Perspektiven schaffen. Der Fokus liegt dabei auf öffentlich geförderten Jobs. Ziel ist es, den Betroffenen normale Arbeitsplätze anstelle von „reiner Beschäftigungstherapie anzubieten“, so Scheele. Der Bewerber muss dafür mindestens vier Jahre arbeitslos sein und mindestens drei Vermittlungshemmnisse aufweisen. Studium wird immer beliebter Die Ausbildung zu Personaldienstleistungskaufleuten (PDK) ist erneut unter den Top 100 der beliebtesten Ausbildungsberufe. Rund 1.000 neue PDK-Azubis verzeichnet das Statistische Bundesamt jährlich. Insgesamt haben im Jahr 2016 mehr als 511.000 Jugendliche eine Ausbildung begonnen. Das ist allerdings ein Prozent weniger als im Jahr 2015. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln begründet diesen Trend mit der gestiegenen Anzahl von Studienanfängern. Dabei mangelt es nicht an offenen Stellen in Unternehmen: Insgesamt sind 660.000 Stellen und davon rund 43.500 Ausbildungsplätze zu besetzen. Gerade für Geflüchtete im Alter von 18 bis 25 Jahren bietet eine duale Ausbildung eine Chance auf die Integration in den deutschen Arbeitsmarkt. Zeitarbeit wächst weiter Die Beschäftigung in der Zeitarbeit ist laut Bundesagentur für Arbeit (BA) weiter gestiegen. Im März arbeiteten 837.300 Beschäftigte in der Zeitarbeitsbranche. Das entspricht einem Plus von 1,1 Prozent im Vergleich zum Februar. Im Vorjahresvergleich hat sich die Zahl der Zeitarbeitnehmer um 33.300 erhöht, das ist ein Plus von 4,1 Prozent. Positiv sieht die BA in ihrem Monatsbericht Mai auch den Rückgang der Zahl der Arbeitslosen: Von April auf Mai hat sich die Zahl um 71.000 auf 2.498.000 verringert. Svanja Broders 6 7

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