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Z direkt 02-2016

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Z direkt! Unterwegs iGZ-Mitgliederversammlung in Bremen Christian Baumann in den iGZ-Bundesvorstand gewählt Christian Baumann ist der neue Beauftragte für Arbeitsmarktpolitik im Bundesvorstand des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ). Mit großer Mehrheit wählten die iGZ-Mitglieder den iGZ-Landesbeauftragten für Hamburg bei ihrer Versammlung in Bremen zum Beisitzer im Bundesvorstand. Er übernimmt das Amt von Armin Zeller, der die Aufgabe zuvor kommissarisch für Angelo Wehrli weitergeführt hatte. „Aufgrund der geplanten Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes hat die Bedeutung des Ressorts Arbeitsmarktpolitik in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen“, betonte iGZ- Bundesvorsitzende Ariane Durian den Wert seines Vorstandsamtes. Denn die Forderung nach einer Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten und gesetzlichem Equal Pay nach neun Monaten bedeute einen deutlichen Einschnitt in die Tarifautonomie. Tariföffnungsklauseln gefordert „Bei den Branchenzuschlägen haben wir sehr deutlich unter Beweis gestellt, dass wir die Rahmenbedingungen für unsere Mitarbeiter fair und ohne Zutun der Regierung regeln können“, machte Durian auf die gute Tarifpartnerschaft mit den Gewerkschaften aufmerksam. Sie forderte, dass die Bundesregierung diese Partnerschaft anerkennen und im geplanten Gesetz Tariföffnungsklauseln verabschieden müsse. „Und die müssen so gestaltet sein, dass wir als Branche selbst über unsere Rahmenbedingungen verhandeln dürfen und nicht abhängig von unseren Kundenbranchen sind“, richtete sie klare Worte nach Berlin. Rechnungsprüfer gewählt Andreas Schmincke, iGZ-Bundesvorstandsmitglied Finanzen, stellte in seinem Bericht fest, dass dem iGZ inzwischen 3.106 Mitglieder angehören. „Wir sind eine starke Gemeinschaft – und die Kurve der Mitgliederentwicklung zeigt weiter nach oben“, freute er sich. Seinem Etatbericht sowie der Entlastung des Bundesvorstandes wurde ohne Gegenstimme zugestimmt. Als neue Rechnungsprüfer wählte die iGZ- Mitgliedschaft Sascha Lange und Carsten Ahrens. Die iGZ-Einigungsstelle bilden Inka Becker, Sven Janßen und Manuela Bölts. Nachrücker sind Marc Papajewski und Frederik Mehnert. Maren Letterhaus Der iGZ-Bundesvorstand (v.l.): Sven Kramer, Martin Gehrke, Andreas Schmincke, Thorsten Rensing, Ariane Durian, Petra Eisen, Bettina 24 Schiller, Werner Stolz, Christian Baumann und Dietmar Richter.

Unterwegs Z direkt! Yasmin Fahimi, Staatssekretärin im BMAS, beim iGZ-Bundeskongress in Bremen: „Zeitarbeitsimage soll sauber bleiben“ „Völlig unumstritten ist, dass die Zeitarbeit ein wichtiges Instrument des Arbeitsmarktes und der flexiblen Wirtschaft ist“, stellte Yasmin Fahimi, Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, in ihrer Rede beim iGZ-Bundeskongress in Bremen fest. Vor knapp 500 Zuhörern unterstrich sie, es sei aber auch wichtig, Rahmenbedingungen und Regeln in diesem sehr besonderen Arbeitsverhältnis zu schaffen. Der Gesetzentwurf zur Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) verfolge drei Ziele: Mit Ausgewogenheit sollen die flexiblen Formen des Personaleinsatzes erhalten bleiben. Andererseits gelte es, Missbrauch abzustellen. Außerdem solle Rechtssicherheit für die Zeitarbeitsunternehmen und für die Beschäftigten vor allem bei Mitbestimmung und Gehalt geschaffen werden. „Und wir wollten der Tariflandschaft das Signal geben, dass es nicht darum geht die Arbeitnehmerüberlassung abzuschaffen, sondern sichere Grundlagen für die Branche zu bilden“, erläuterte Fahimi. Ein weiterer Kernpunkt sei das Bestreben der Politik, eine Formel zur Abgrenzung von Arbeitnehmerüberlassung und Werkverträgen zu definieren. „Arbeitslose und Geringqualifizierte haben durch Zeitarbeit eine Chance, Fuß auf dem Arbeitsmarkt zu fassen – die Quote liegt bei 18 Prozent. Es wäre mein Wunsch, dass sich diese Quote weiter ausbaut“, verdeutlichte die Staatssekretärin den Stellenwert der Branche. Das gelte jetzt mit besonderem Blick auf die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt. „Jeder vierte Zeitarbeitnehmer hat ausländische Wurzeln – deshalb sieht die Politik auch eine Chance für die Flüchtlinge in der Zeitarbeit“, zeichnete sie den hohen Erfahrungsschatz der Zeitarbeit in diesem Bereich nach. Fahimi: „Aktuell können Flüchtlinge bereits nach 15 Monaten in Zeitarbeit arbeiten – das reicht uns nicht, wir wollen die Vorrangprüfung generell für bestimmte Regionen mit überdurchschnittlich guter Arbeitsmarktlage aussetzen. Dort soll dann der Einsatz bereits nach drei Monaten möglich sein.“ Nichtsdestotrotz existiere ein großes Risiko, in dieser Branche schnell arbeitslos zu werden. Daher wolle die Regierung gesetzgeberisch aktiv werden. „Wir haben uns verantwortlich gefühlt einzugreifen. Wir wollen uns darauf konzentrieren, dass dieses Geschäftsfeld und das Image sauber bleiben, sowie dafür sorgen, dass Zeitarbeitnehmer nicht die letzten in der Nahrungskette sind und auch die Stammarbeitskräfte geschützt „Mit dem Fernrohr nicht nur nach links gucken!“ – Werner Stolz, iGZ, überreichte Yasmin Fahimi ein symbolisches Präsent. werden“, erklärte Fahimi. Zeitarbeit solle funktional eingesetzt werden. „Sie haben die Herausforderung selbst erkannt und Branchenzuschläge verhandelt. Jetzt stellt sich die Frage, wie wir das dauerhaft umgesetzt bekommen, um diesen Ansatz über die gesamte Breite realisiert zu bekommen“, richtete sie den Blick nach vorn. Wolfram Linke 25

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