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Z direkt! 02-2014

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Z direkt! Gastbeitrag Holger Schäfer: Stärkere Regulierung schadet dem Arbeitsmarkt Die Zeitarbeit steht nicht erst seit gestern unter der besonderen Beobachtung von Politik und Medien. Die altbekannte Grundthese lautet, dass Zeitarbeit Stammbelegschaften verdränge und somit für Arbeitnehmer Nachteile hinsichtlich des Lohns, der Arbeitsbedingungen und der Mitbestimmung mit sich bringe. Zeitarbeit ist ein Regulativ für schwankende Arbeitskräftenachfrage und dient mithin auch der Stabilisierung von Stammbelegschaften. Dabei wird – das ist der Unterschied zu anderen Flexibilisierungsinstrumenten wie Befristungen – die Flexibilisierungslast nicht von den Zeitarbeitnehmern getragen, sondern von den Zeitarbeitsunternehmen. Diese übernehmen sämtliche Arbeitgeberpflichten für ihre in der Regel unbefristet beschäftigten Arbeitnehmer. Die Beschäftigungssicherheit der Stammkräfte kann sich durch den Einsatz von Zeitarbeit sogar erhöhen, wenn dadurch die Wettbewerbsfähigkeit des Kundenbetriebes gestärkt wird. Kein Regulierungsbedarf erkennbar Vor diesem Hintergrund ist kein zusätzlicher Regulierungsbedarf durch den Gesetzgeber erkennbar. In ihrem Koalitionsvertrag haben die Regierungsparteien dessen ungeachtet zwei neue Regulierungsschritte in Aussicht gestellt. Begrenzung nicht erforderlich Erstens beabsichtigt die Große Koalition, die 2003 aus gutem Grund abgeschaffte Begrenzung der Höchstüberlassungsdauer wieder einzuführen und bei 18 Monaten zu fixieren. Eine solche Regelung fiele sogar noch hinter den Stand zurück, der vor den Hartz-Reformen galt. Seinerzeit waren Überlassungen von bis zu 24 Monaten zulässig. Die Begrenzung war abgeschafft worden, weil sie aufgrund des neu eingeführten Equal Pay-Grundsatzes als nicht mehr erforderlich angesehen wurde. Es ist nicht ersichtlich, warum sich an dieser Bewertung etwas geändert haben sollte. Langfristige Projekte Zuweilen wird angeführt, dass lange Überlassungen dem Daseinszweck der Zeitarbeit widersprechen würden, die in dem intertemporalen Ausgleich einer schwankenden Arbeitskräftenachfrage bestehe. Diese Sichtweise verkennt die Vielfalt der personalwirtschaftlichen Dienstleistungen, die auf dem Wege der Arbeitnehmerüberlassung von der Zeitarbeitsbranche heutzutage erbracht werden. So nehmen Überlassungen von hochqualifizierten Teams für fest definierte Projekte an Bedeutung zu. Solche Projekte dauern aber oft länger als die vom Gesetzgeber willkürlich festgelegten 18 Monate. 34 Holger Schäfer, Senior Economist, Institut der deutschen Wirtschaft

Gastbeitrag Z direkt! Zuschlagstarife werden ausgehebelt Darüber hinaus ergeben sich aus der Begrenzung handfeste Nachteile für Arbeitsmarkt und Arbeitnehmer. Auf der einen Seite kann die Begrenzung der Höchstüberlassungsdauer nicht verhindern, dass eine betriebliche Funktion auf Dauer durch Zeitarbeitnehmer ausgefüllt wird. Auf der anderen Seite erschwert die Höchstüberlassungsdauer aber, dass Zeitarbeit auch verstärkt für hochqualifizierte Fu nk tionen genutzt werden kann, was angesichts des Fachkräftemangels zu einer wichtigen Effizienzreserve des Arbeitsmarktes werden könnte. Vor allem aber verhindert sie, dass Zeitarbeitnehmer über einen längeren Zeitraum von den Zuschlagstarifen profitieren, die nach Überlassungsdauer gestaffelt sind. Gegensatz zur Stärkung der Tarifautonomie Der zweite Regulierungsschritt besteht in der Absicht, Zeitarbeitnehmer künftig nach neun Monaten hinsichtlich der Entlohnung den Mitarbeitern des Einsatzbetriebes gleichzustellen. Eine solche Gleichstellung ist keineswegs immer sachgerecht. Denn Stammbelegschaften und Zeitarbeitnehmer sind nicht beliebig gegeneinander austauschbar. Stammarbeitskräfte übernehmen in höherem Maße Verantwortung für betriebliche Prozesse, sodass eine höhere Entlohnung gerechtfertigt sein kann. Erst nach längerer Einsatzdauer gleicht sich die Produktivität an. An dieser Stelle greifen die Zuschlagstarife, die dafür sorgen, dass sich auch die Entlohnung im Laufe des Einsatzes angleicht. Eine gesetzliche Equal Pay-Regelung torpediert diese tariflichen Vereinbarungen und steht im Gegensatz zum erklärten Ziel der Stärkung der Tarifautonomie. Anzeige Schritt für Schritt in eine sichere Zukunft investieren. prosoft Sicherheit Effizienz Service Innovation Mit AÜOffice® von prosoft bearbeiten Sie alles, was in der Zeitarbeit anfällt und haben Service und Updates inklusive. So sind Sie immer auf dem neuesten Stand, egal ob Lohnabrechnungen, Zeiterfassung oder Tarifdschungel. Sie wollen es genau wissen? Wir zeigen Ihnen persönlich und unverbindlich, wie AÜOffice® auch Ihr Unternehmen effizient und zukunftssicher macht. www.prosoft.net >> Mail support@prosoft.net Jetzt kostenfrei informieren unter 0 800 - 930 09 10 15 35

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