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Z direkt! 02-2014

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Z direkt! Titelthema Catharina Lubowietzki schnupperte in die Arbeit der Personalabteilung eines Safariparks. PDK-Azubis nutzen Auslandspraktika Hinter dem Horizont geht´s weiter… Ihren Horizont erweitert haben drei PDK-Azubis durch Auslandspraktika in England und Malta. Sie konnten dabei nicht nur in die Personalarbeit anderer Länder schnuppern, sondern auch ihre Sprachkenntnisse verbessern und interkulturelle Kompetenzen gewinnen. Personaldienstleistungskaufleute (PDK) arbeiten mit verschiedenen Arbeitsmarktakteuren zusammen, zu denen Mitarbeiter, Kunden, Institutionen und Kollegen gehören. Dahinter stecken Menschen mit kulturell unterschiedlich geprägten Verhaltens- und Denkmustern sowie unterschiedlichen Erwartungen. Und die Branche wird internationaler: Grenzüberschreitende Personaldienstleistungen gehören in vielen Unternehmen zum Tagesgeschäft. Personaldienstleister haben naturgemäß mit wesentlich mehr Menschen intensiv zu tun als viele andere Berufsgruppen. Interkulturelle Kompetenzen spielen dabei eine wichtige Rolle. Das hat die Berufliche Schule für Büro- und Personalmanagement in Hamburg-Bergedorf erkannt und bietet seit 2011 Auslandspraktika für PDK an. Bisher haben 30 Berufsschüler, die sich mindestens im zweiten Ausbildungsjahr befanden, diese Chance ergriffen. Ihre Motivation ist klar: Auslandserfahrungen sammeln, Sprachkenntnisse optimieren und etwas für die berufliche Entwicklung tun. Auf Safari in England Eine der ersten Praktikantinnen war Catharina Lubowietzki. Sie ist vor drei Jahren für einen Monat nach Bewdley in England gegangen. Dort hat sie im wahrsten Sinne des Wortes einen der exotischsten Praktikumsplätze gehabt. Sie arbeitete zwischen Elefanten, Tigern und Giraffen in der HR-Abteilung des West Midland Safari Parks und damit in einer der beliebtesten Touristenattraktionen südwestlich von Birmingham. 16

Titelthema Z direkt! Dadurch, dass sie in der Familie des HR-Managers gewohnt hat und täglich mit ihm ins Büro gefahren ist, hat Lubowietzki ganz nebenbei schon viel über die Arbeit im Safaripark erfahren. Sie wurde schnell in die Personalabteilung integriert und hat vor allem die Bereiche Azubi-Rekrutierung, Bewerberauswahl und Zufriedenheitsanalyse kennengelernt. „Die Kollegen haben mir viel zugetraut“, berichtet die PDK-Auszubildende. Falls es sprachliche Probleme gab, wurde ihr sofort geholfen. Interessant war es für sie zu sehen, welche arbeitsrechtlichen Unterschiede es gibt. So zum Beispiel erfuhr sie, dass befristete Verträge in England weiter verbreitet sind als in Deutschland und Stundenlöhne abhängig vom Alter eines Arbeitnehmers. „Die Arbeitsatmosphäre war locker und sehr freundlich. Meine Kollegen hatten sogar ein offenes Ohr für meine Ideen. Ich habe viele tolle persönliche und berufliche Erfahrungen gesammelt“, fasst Lubowietzki ihre Praktikumszeit zusammen. Auf die Frage, was man bei einem Job in England unbedingt beachten sollte, antwortet sie lächelnd: „Man sollte Instant Coffee mögen.“ Heute arbeitet die 24-Jährige als Vertriebsdisponentin beim iGZ-Mitglied Stegmann Aircraft Maintenance GmbH in Hamburg. Zwischen Buckingham Palace und Big Ben Mitten in London City hat der 22-jährige Christian Ahrens seinen Praktikumsplatz gefunden. Er assistierte im Frühjahr 2014 in der Personalabteilung des 4-Sterne Hotels Marylebone. Ahrens pendelte täglich 40 Minuten nach London, um einen Monat lang Einblicke in die Arbeit einer vierköpfigen Personalabteilung zu bekommen. Das Hotel hat 256 Zimmer und entsprechend viel Personal. „Die Personalabteilung war häufig mit Einstellungs- und Entlassungsverfahren beschäftigt, weil es branchenbedingt scheinbar eine hohe Fluktuation gibt“, erzählt Ahrens. Neben seinen Routineaufgaben hat Ahrens Videoaufnahmen von den Verhaltenstrainings der Hotelmitarbeiter gemacht, die zufällig zu seiner Praktikumszeit stattfanden. Dadurch hat er nicht nur die Personalabteilung, sondern alle Berufssparten eines Hotels kennengelernt. Auch er beschreibt das englische Arbeitsklima als sehr freundlich: „Der persönliche Kontakt wird groß geschrieben. Das heißt, bevor man einem Kollegen eine E-Mail schreibt, geht man lieber mal eben rüber. Und immer wird man gefragt wie es einem geht: Ein 'How are you?' gehört zum Höflichkeitsstandard.“ Als Besonderheit der Arbeitssituation nennt er die beengten Verhältnisse: „Die Büros waren klein und unglaublich voll – ich würde sagen, auch ziemlich unordentlich. Vielleicht hängt das mit der generell sehr beengten Raumsituation in London zusammen.“ Ahrens bringt einen wichtigen Lerneffekt auf den Punkt: „Durch das Praktikum weiß ich, dass ich mich in einem fremdsprachigen Land – sogar im Arbeitsleben mit seinem Fachvokabular – gut zurechtfinden kann. Ich hätte auch kein Problem damit, in ein Land zu gehen, dessen Sprache ich nicht beherrsche.“ 17

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