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36 UNTERWEGS

36 UNTERWEGS Landeskongress Ost Verqueres Unternehmerbild in Deutschland Eine der zentralen Herausforderungen der Zeitarbeitsbranche ist das Image und dessen Wandel, stellte Werner Stolz, Hauptgeschäftsführer des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), beim Landeskongress Ost in Magdeburg fest. Das, so Stolz, sei das Ergebnis der Recherche nach den wesentlichen Anforderungen, denen sich die Zeitarbeit zu stellen habe. Dabei lasse sich feststellen, dass es, so der Hauptgeschäftsführer vor rund 100 Zuhörern, nie nur um Personaldienstleistung gehe. „Vielmehr existiert in Deutschland ein verqueres Unternehmerbild“, betonte Stolz. Natürlich gebe es negative Auswüchse wie überall sonst auch. Problem sei, dass dadurch das Vertrauen ins Unternehmertum zerstört werde. Dieses Bild werde dann auf alle Unternehmer generalisiert. Stolz: „Beim Blick auf die Unternehmerwelt wird nie darüber gesprochen, dass von Selbstständigen Risiken und Verantwortung übernommen werden.“ Niemand, der Unternehmer sei, habe einen Acht-Stunden-Tag, sondern sei ständig beschäftigt. Angesichts der negativen Darstellung sei es wichtig, „dass wir Farbe bekennen, unsere Leistungen dokumentieren und auch öffentlich verbreiten.“

Z direkt! 02/2019 UNTERWEGS 37 Zum Thema Fachkräftemangel äußerte er, der Problemdruck auf dem Arbeitsmarkt habe entscheidend dazu beigetragen, dass der Arbeitsmarkt für Flüchtlinge über Zeitarbeit geöffnet wurde. Der iGZ-Hauptgeschäftsführer kündigte in diesem Zusammenhang an, dass im September sehr wahrscheinlich die Vorrangprüfung ganz abgeschafft werde. Damit habe die Zeitarbeit dann mehr Möglichkeiten im Bereich der Ausländerbeschäftigung. Zeitarbeitsroboter Stolz warnte zudem davor, bei Qualifizierung und Weiterbildung als Zeitarbeit außen vor zu bleiben. Trotz „Arbeitswelt 4.0“ werde es keinen „Zeitarbeitsroboter“ geben. „Die Digitalisierung findet im Dreiecksverhältnis statt. Die Anforderungen wandeln sich. Die Profile der Mitarbeiter müssen den Bedarfen der Kunden angeglichen werden“, prognostizierte er für die nächsten Jahre. Die Personaldienstleistung wandele sich – es werde schon jetzt vermehrt auf Freelancer über Zeitarbeit zugegriffen. Zeitarbeit biete den Kunden mehr Flexibilität und Sicherheit. Für die kommenden Tarifverhandlungen ab Herbst kündigte Stolz an, der Manteltarifvertrag werde diesmal in der Diskussion stehen: „Seit Beginn der Regelung 2003 ist der Manteltarif nie angepasst worden“, erläuterte er das Ansinnen. Weitere Aufgabe sei die Evaluierung 2020 der Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG), die – so Stolz – sehr ernst zu nehmen sei. „Das kann uns auf die Füße fallen, wenn wir nicht die Interpretationshoheit der Untersuchungen bekommen“, mahnte er zur Wachsamkeit. Die Branche müsse aufpassen bei den Befragungen zur Novelle des AÜG. Auch gegenüber der Politik gelte es aufzupassen, um die Tariffähigkeit zu wahren. „Wir werden nur ernst genommen, wenn wir auch sprachfähig sind“, unterstrich er. Im Zweifel gelte es eben auch mal, das kleinere Übel bei Verhandlungen durchzusetzen. Qualitätsstandards einhalten Die Zeitarbeit müsse dabei die Qualitätsstandards einhalten, ständig verbessern und genau beobachten, um ins Ziel zu kommen. „Wir müssen gemeinsam die richtigen Themen und Kampagnen entwickeln und nicht das eigene Licht unter den Scheffel stellen“, appellierte er für Zusammenarbeit. WLI DAS VIDEO ZUM LANDESKONGRESS OST IN MAGDEBURG youtube.com /fairezeitarbeit Anzeige „AÜG-Reform im Tagesgeschäft – Einfach und (BA-)sicher!“ NEU HURST CONSULT Rechtsanwaltskanzlei Beratung | Recht | Seminare Seminar für die Zeitarbeits-Praxis! ›› Seminarschwerpunkte Wie schaffe ich den Spagat zwischen Praxistauglichkeit und (BA-) sicherer Umsetzung im Tagesgeschäft? Schwerpunkt des Seminars ist die rechtlich und auch wirtschaftlich sinnvolle Umsetzung der neuen AÜG-Vorgaben in praktischen Prozessen im Unternehmen. Dies geschieht unter dem besonderen Blickwinkel der aktuellen Prüfpraxis der BA. Welche Vorgaben der BA sind berechtigt und wie gehe ich mit unberechtigten Beanstandungen um? ›› Seminarformen Dieses Seminar eignet sich besonders als Inhouse-Veranstaltung. Setzen Sie Ihre Prozesse rechtssicher um und erhöhen Sie die (Rechts-)Sicherheit und das Selbstbewusstsein ihrer Mitarbeiter! Durch die Möglichkeit der Schulung mithilfe vorhandener Prozesse und Akten eignet sich dieses Thema auch als Coaching für Leistungsträger oder als BA-Audit für einzelne Niederlassungen! Jetzt informieren und individuelle Seminare sichern! RA Dr. jur. Adrian Hurst Beratung – Recht – Seminare / www.hurst-consult.de Gerne berate ich Sie bei der Auswahl des richtigen Schulungskonzeptes speziell für Ihr Unternehmen auch zu anderen Themen. 0228/9822033 oder info@hurst-consult.de

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