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anzeige bericht TarifAUTONOMIE – ein hohes gut Suchen Sie noch motivierte Zeitarbeiter? Das Grundgesetz schützt in Deutschland die Werte, die für die Funktion unserer Gesellschaft von besonderer Bedeutung sind. Die Tarifautonomie gehört ausdrücklich und aus gutem Grund dazu. Staatliche – und somit fast immer gleichzeitig auch politisch motivierte – Eingriffe in die Lohnfindungsmechanismen sind gefährlich: Der Arbeitsmarkt reagiert sehr sensibel auf solche externen Impulse. Dort, wo es Auswüchse gegeben hat und die Tarifpartner gleichzeitig nicht in der Lage waren, diese Entwicklungen in den Griff zu bekommen, hat es sich der Gesetzgeber nicht nehmen lassen, über verschiedene Werkzeuge steuernd einzugreifen. Die Gefahr hierbei: Nicht jedes Werkzeug eignet sich gleichermaßen. Mancher Politiker greift im Überschwang des Wahlkampfes zum Vorschlaghammer, wo der Schraubenzieher eigentlich besser geeignet wäre. Das drohte jetzt auch der Zeitarbeit. Die Tariflücke zwischen der Zeitarbeit und den Einsatzbranchen wurde in der öffentlichen Diskussion zur Gerechtigkeitslücke. Und schließlich forderte die Politik im Frühjahr 2011 von den Tarif- partnern eine Verbesserung der Situation. Immerhin stellte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor die Wahl: Entweder eine tarifliche Lösung binnen Jahresfrist, oder der Gesetzgeber würde tätig werden. Es war schnell klar: Die Tariflücke kann nur für jede Branche einzeln geschlossen werden. Zu unterschiedlich sind die Differenzen, teilweise gibt es auch gar keine, oder der Zeitarbeitstarif liegt höher als die tarifliche Situation in den Kundenbranchen. Um einen ersten Aufschlag zu bekommen und weil es sich auch um die größte Branche handelt wurden zunächst Sondierungsgespräche und dann Verhandlungen mit der IG Metall geführt. Das Drohpotenzial der Gesetzeslösung im Hintergrund war dabei stets präsent, zumal verschiedene Politiker ihre materielle Vorstellung deutlich formulierten: Selbst Mitglieder der Regierungskoalition sprachen von maximal drei Monaten, bis die Gleichbehandlung greifen sollte. Ein Bundesratsantrag rot-grüner Länder sieht gar die ersatzlose Streichung der Tariföffnungsklausel vor – das bedeutet Equal Treatment vom ersten Tag des Einsatzes. Für die iGZ-Verhandler war insofern fraglos: Der Gesetzesbagger durfte keine Fahrt aufnehmen. Eine schnelle, elegante und überzeugende tarifliche Lösung sollte stattdessen die Politik ausbremsen und die Arbeitsministerin zufrieden stellen. Wichtig hierbei war, die tarifliche Eigenständigkeit der Branche Zeitarbeit sicherzustellen und zu betonen. Mit dem System von individuellen, der jeweiligen Tariflücke angepassten Branchenzuschlägen wird dies gewährleistet. Eine Übertragung auf andere Branchen ist mit diesem System ebenfalls möglich. So wird auch verhindert, dass die administrativen Hürden für die Zeitarbeitsunternehmen unverantwortlich hoch werden. Wenn man – wie in diesem Fall auf gesellschaftlichen Druck durch die Politik geschehen – den Begriff der „Gerechtigkeit“ in die Lohnfindung einführt, dann bleiben natürlich immer mögliche Aspekte unberücksichtigt. Indem man dem Grundsatz des „Gleichen Lohns für gleiche Arbeit“ im Zeitablauf angleicht, verlässt man gleichzeitig den Grundsatz des „Gleichen Lohns für gleiche Zeitarbeit“. Ein Mitarbeiter wird also künftig unterschiedlich dafür bezahlt, wenn er Turbolader ins Regal räumt – je nachdem, ob er das im produzierenden M+E-Betrieb oder im verkaufenden Großhandel tut. Mit tariflichen Branchenzuschlagslösungen erhält die Zeitarbeit ihre Handlungsfähigkeit. Der gefundene Kompromiss vermittelt zwischen den Forderungen der Politik und der praktischenAdministrierbarkeit in der täglichen Arbeit derPersonaldisponenten – und in letzter Konsequenz natürlich auch in der wirtschaftlichen Darstellbarkeit. Niemand kann dieses filigrane Zusammenspiel so verantwortungsvoll nachvollziehen, wie die Tarifpartner selbst. Darum ist es gut, wenn die Politik nun andeutet, die gefundene Regelung zu akzeptieren. Alles andere wäre auch eine unangemessene Tarifzensur – und mit der Tarifautonomie nicht zu vereinbaren. Marcel Speker mehr als 3 Mio Besucher jährlich über 93.000 Bewerbungen pro Jahr Den Richtigen finden Sie bei uns! Deutschlands größter Jobbörse für die Zeitarbeitsbranche Kontaktieren Sie uns! (030) 4372 5311 | timeworkers.de info@timeworkers.de 10 11

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