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Z direkt! 01-2021

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6 TITELTHEMA LOCKDOWN?!

6 TITELTHEMA LOCKDOWN?! 1 Jahr Kampf gegen Corona

Z direkt! 01/2021 TITELTHEMA 7 Zwischen Shutdown und Schnelltest, Homeoffice und Web-Meeting, Distanz-Unterricht und Online-Klausur, Angst und Aufatmen – seit nunmehr einem Jahr bestimmt die Pandemie den Alltag in Firmen, am Arbeitsplatz, in den Familien und unter Freunden. Am letzten Tag des Jahres 2019 erfuhr die Weltgesundheitsorganisation von den ersten Fällen einer neuartigen Lungenentzündung in China. Innerhalb der folgenden zwölf Monate haben sich weltweit über 80 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 1,8 Millionen sind bis dato daran oder in Folge einer Ansteckung mit Covid-19 gestorben. Während die Pandemie in zwei Wellen über die Welt hereinbrach, fuhren die meisten Länder das öffentliche Leben und die Wirtschaft runter. Die Coronakrise wirkte sich verheerend auf den Arbeitsmarkt aus. Laut den Vereinten Nationen wurden 2020 weltweit rund 255 Millionen Vollzeit-Arbeitsplätze vernichtet. Gut ein Jahr nach Beginn der Pandemie und mitten in der dritten Welle befindet sich Deutschland noch immer im Lockdown, der zum Knockdown zu drohen wird. Die Pandemie kostet Deutschland laut Bundesregierung bereits 1,5 Billionen Euro, mehr als 150 Milliarden Euro gehen allein an Unternehmen und Selbstständige, die coronabedingt schwere Umsatzeinbußen hatten. 3,6 Milliarden Euro hat die Bundesagentur für Arbeit bis Mitte März für Kurzarbeitergeld ausgegeben. Für das gesamte Jahr 2021 rechnet die Behörde mit Kosten von etwa 12,5 Milliarden Euro für Kurzarbeit. Für die tiefste wirtschaftliche Krise unserer Generation habe niemand eine Blaupause, sagt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil. Es gebe zwar rund 500.000 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig sei es aber gelungen, die Zahl der Arbeitslosen unter der Drei-Millionen-Marke zu halten. Das wichtigste Instrument im Kampf um Arbeitsplätze in der Krise sei das Kurzarbeitergeld. Auch die Unternehmen der Zeitarbeitsbranche nutzen dieses Instrument. Eine Kurzumfrage unter iGZ-Mitgliedsunternehmen ergab, dass nahezu 73 Prozent der befragten Betriebe Kurzarbeit angemeldet haben. Viele Unternehmen sehen sich mit ernsthaften Problemen konfrontiert, besonders die Reiseindustrie, das Gastgewerbe und Kulturbetriebe sind betroffen. Aber auch fast ein Viertel der befragten iGZ-Mitglieder sehen ihre Existenz gefährdet. In dieser Ausgabe kommen einige Unternehmen zu Wort und beschreiben ihre wirtschaftliche Situation. Doch es gibt auch Licht am Ende des Tunnels, auch wenn die groß angelegten Impfkampagnen immer wieder mit Rückschritten – wie um den Impfstoff AstraZeneca – zu kämpfen haben. In jeder Krise steckt auch eine Chance. Wer unten am Boden liegt, mag über diesen Satz nur müde lächeln können. Aber die Pandemie hat auch positive Aspekte: weniger CO 2 -Emissionen, Homeoffice für alle, deren Beruf es erlaubt, kreative Ideen und Innovationen, die nur die Krise hervorbringen konnte. Die Ausnahmesituation zeigt, was anders sein könnte und was möglich ist. Eine beispielhafte innovative Idee wurde gerade mit dem dritten Platz des iGZ-AWARD 2021 ausgezeichnet: Inmitten der Pandemie stellte die KBS Group GmbH aus Dortmund mehreren ihrer Kundenunternehmen Covid-19-Teststationen auf vier Rädern zur Verfügung – samt ausgebildetem medizinischen Personal und Schnelltests. Der Personaldienstleiter konnte so die Sicherheit und Gesundheit der Zeitarbeitnehmer sicherstellen und auch den Kundenbetrieben und dem Stammpersonal Testmöglichkeiten bieten. Aber auch die weiteren AWARD-Gewinner überzeugten mit durchdachten Konzepten und überragender unternehmerischer Verantwortung für ihre Mitarbeitenden. Einige Entwicklungen aus den vergangenen zwölf Monaten sind wohl unumkehrbar. Videokonferenzen und das Führen auf Distanz etwa gehören für einen Teil der Arbeitswelt nun zum Alltag. „Corona hat einen Quantensprung im modernen Führen erzwungen“, bringt es Buchautorin und Change-Management-Expertin Susanne Nickel im Interview in dieser Zdirekt! auf den Punkt. Auch die Veranstaltungswelt hat sich verändert: Der iGZ begrüßte zum ersten digitalen Forum Marketing fast 250 Teilnehmer – ein neuer Rekord – und auch die weiteren Verbandsveranstaltungen in diesem Jahr werden rein digital oder – wenn es die Pandemie erlaubt – als hybride Veranstaltungen online und vor Ort stattfinden. Die Pandemie erfordert unser aller Umdenken und Flexibilität – und einen breiten Rücken, auch wenn der durch die viele Arbeit am Computerbildschirm im Homeoffice häufiger schmerzt als vor der Krise. Damit der Lockdown nicht zum existenziellen Knockdown wird. SaS

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