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Z direkt 01-2017

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Z direkt! Alle Achtung! Alle Achtung! Z direkt! In der Ausbildung das nötige Fachwissen gelernt Vom ersten PDK-Azubi zum selbstständigen Unternehmer Christian Moskwa gehört zu denen, die nicht lange zögern, wenn sich eine Gelegenheit ergibt. Als 2008 der erste Ausbildungsjahrgang der Personaldienstleistungskaufleute (PDK) startete, war er sofort Feuer und Flamme und gehörte deutschlandweit zu den ersten Absolventen. Jetzt wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit. Dass er überhaupt in der Zeitarbeit landete, war nicht zuletzt dem Zufall geschuldet: Nach einer Ausbildung zum Bau- und Möbeltischler probierte sich Moskwa im Eventmanagement. Dort bekam er die Aufgabe, dreißig Mitarbeiter für eine Werbeaktion während einer Veranstaltung zu finden und den Einsatz zu planen. „Da habe ich zum ersten Mal gemerkt, dass mir Rekrutieren und Disponieren richtig Spaß macht“, erinnert sich der heute 33-Jährige. PDK-Ausbildung Juristische Beratung des iGZ In der Zeitarbeit gebe es ziemlich viele Facetten zu beachten. „Akquise, Lohn- und Urlaubsberechnung, Arbeitssicherheit“, zählt er einige Punkte auf. „Der Beruf ist schon ganz schön vielfältig, aber mich bringt zum Glück nur wenig aus der Ruhe.“ Das meiste könne man schließlich nachlesen. Und in Spezialfällen greife er auch immer gerne auf die juristische Beratung des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen zurück. „Die Rechtsabteilung dort hat mir schon oft weitergeholfen“, bedankt er sich. Aus dem Münsterland nach Hamburg und zurück Nach der PDK-Ausbildung arbeitete Moskwa in einem kleinen Zeitarbeitsunternehmen in Legden. „Das haben wir dann gemeinsam weiter ausgebaut“, blickt er zurück. Das Team bestand mit ihm nur aus drei Mitarbeitern. Dadurch war er mit sehr vielfältigen Aufgaben betraut. „In der Zeit habe ich extrem viel gelernt und viele Kontakte in der Region geknüpft.“ Nach einigen Jahren zog es ihn zurück in seine Heimat Hamburg. Er wechselte in ein größeres Zeitarbeitsunternehmen und wurde in der Hansestadt Niederlassungsleiter. „Ich wurde dann aber immer wieder von früheren Bekannten gefragt, warum ich mich nicht selbstständig mache“, erinnert sich Moskwa. Nach gut zwei Jahren fasste er den Entschluss und eröffnete seine eigene Firma in Heek, einem Nachbarort von Legden. Warum ausgerechnet in einem 8.500-Seelen- Örtchen? „Dort gab es noch keine Zeitarbeitsfirma“, schmunzelt der gebürtige Großstädter. Eigene Unterbringung geschaffen eigentlich laufend. Sein Unternehmen hat sich auf Montage- und Facharbeiter spezialisiert und beschäftigt derzeit 35 Zeitarbeitskräfte. Viele von ihnen stammen aus Polen. Kürzlich entschied sich Moskwa, selbst ein leerstehendes Haus anzumieten, um es für seine Mitarbeiter herzurichten. „Früher habe ich auch oft möblierte Ferienwohnungen angemietet. Aber das Haus in Heek ist einfach viel größer und hat sogar einen eigenen Garten.“ Für 250 Euro können seine Mitarbeiter dort eine Unterbringung im Doppelzimmer mieten – inklusive moderner Einrichtung mit Boxspringbetten, sämtlichen Nebenkosten und Internetanschluss. „Ich möchte, dass sich meine Mitarbeiter hier wohlfühlen“, betont Moskwa und ist genervt davon, dass er immer wieder mit Vorbehalten gegenüber der Zeitarbeitsbranche konfrontiert werde. Für ihn sei es eine Selbstverständlichkeit, seine Mitarbeiter fair zu behandeln. „Am Ende funktioniert die Zeitarbeit doch sowieso nur, wenn alle zufrieden sind: der Mitarbeiter, der Kunde und das interne Personal.“ PDK-Azubi gesucht Mittelfristig möchte Moskwa sein Unternehmen noch etwas vergrößern. „Eine zweite Niederlassung wäre schon toll. Das hat aber absolut keine Eile“, plant er. Das erste Geschäftsjahr sei gut gelaufen. Im September möchte er sein internes Team verstärken und selbst einen PDK-Azubi einstellen. „Am besten einen, der polnisch spricht – dann könnte ich mir künftig vielleicht den Dolmetscher sparen“, überlegt Moskwa. Maren Letterhaus Praktikum als Startschuss Wie es der Zufall wollte, führte der Vater einer der rekrutierten Mitarbeiterinnen ein Zeitarbeitsunternehmen und bot Moskwa ein Praktikum an. Dort habe er dann schnell gemerkt, dass die Personalarbeit das Richtige für ihn sei. Die Mischung aus persönlichem Kontakt und Organisationsaufgaben gefalle ihm. „Ich habe eigentlich schon immer gerne geredet und bin offen auf Menschen zugegangen“, erklärt er. Das sei schon eine gute Voraussetzung gewesen. Schon 2011 berichtete die Z direkt! über Moskwa. Damals hatte er soeben seine PDK-Ausbildung abgeschlossen. Als er dann 2008 davon hörte, dass die neu geschaffene Ausbildung zu Personaldienstleistungskaufleu- ten auch in Münster angeboten wird, stand sein Entschluss schnell fest. „Mit der PDK-Ausbildung konnte ich mir noch das theoretische Fachwissen für die praktische Arbeit im Zeitarbeitsunternehmen aneignen.“ Zudem schätzte er den Austausch mit seinen Mitschülern. „Zu einigen habe ich bis heute Kontakt“, freut er sich. In der deutsch-niederländischen Grenzregion kann er zudem noch immer auf sein damaliges Netzwerk zurückgreifen. „Zu meinem vorherigen Arbeitgeber habe ich noch ein sehr gutes Verhältnis“, freut er sich. „Wir arbeiten oft zusammen, wenn es um Qualifizierungsmaßnahmen oder Unterbringungen geht.“ Und Unterbringungen sucht Moskwa In dem eigens angemieteten und eingerichteten Haus sind nur noch die letzten Handgriffe zu erledigen, 20 dann können die polnischen Zeitarbeitskräfte 21 einziehen.

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