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Z direkt 01-2016

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Z direkt! Unterwegs iGZ-Landeskongress Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf Flüchtlinge im Fokus „Die Politik dreht das Rad zurück und beschneidet damit die Flexibilität der deutschen Wirtschaft“, mahnte der NRW-Landesbeauftragte des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), Ralf Lemle, zum Auftakt des iGZ-Landeskongresses NRW in Düsseldorf vor 400 Zuhörern. Der Einsatz von Flüchtlingen stehe derzeit ebenso im Fokus wie die geplante AÜG-Novellierung, „die aus Sicht der Branche besonders fragwürdig ist“, stellte Lemle fest. iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz (r.) schenkte NRW-Arbeitsminister Rainer Schmeltzer ein Fernglas für politische Weitsicht. Ein Fernglas für politischen Weitblick in Sachen Zeitarbeit überreichte deshalb iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz dem Minister für Arbeit, Integration und Soziales in NRW, Rainer Schmeltzer. Damit lasse sich besser als mit einseitig beschlagenen Brillen erkennen, dass es in der Zeitarbeitsbranche kaum noch eklatante Missbräuche gebe. Zeichen der Kooperation Schmeltzer bezeichnete seine Anwesenheit beim iGZ- Landeskongress als deutliches Zeichen zur Koopera- tion: „Es war mir wichtig, Gesprächsbereitschaft zu signalisieren“, erklärte er in seinem Grußwort und erkannte an, dass Zeitarbeit ein wichtiges Instrument zur Integration von Arbeitsuchenden in Beschäftigung sei. „Zwei Drittel der neu eingestellten Zeitarbeitskräfte waren zuvor beschäftigungslos“, nannte er Zahlen. Starker und kompetenter Partner Außerdem liege der Anteil ausländischer Beschäftigter in der Branche mit 23 Prozent wesentlich höher als der in der Gesamtwirtschaft (acht Prozent). Darum sei 28

Unterwegs Z direkt! es auch ein guter Schritt gewesen, den Zugang zur Zeitarbeit für Flüchtlinge zu erleichtern. Die Zeitarbeit sei bei der Flüchtlingsintegration ein starker und kompetenter Partner. „Keine offenen Türen einrennen“ Dennoch unterstützt Schmeltzer Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles in ihrem Gesetzentwurf zur weiteren Regulierung der Zeitarbeitsbranche. „Mir ist bewusst, dass ich mit meiner Position hier keine offenen Türen einrennen werde“, räumte der SPD-Politiker ein. „Aus meiner Sicht muss der Koalitionsvertrag aber so umgesetzt werden, wie er formuliert wurde“, erinnerte er an die Forderungen nach gesetzlichem Equal Pay nach neun Monaten und einer Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten. Dank für bisherige Unterstützung Werner Stolz, iGZ-Hauptgeschäftsführer, dankte dem NRW-Arbeitsminister für seine Gesprächsbereitschaft und die bisherige politische Unterstützung. Als Schmeltzer noch stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender im NRW-Landtag war (2005 bis 2010), setzte er sich für einen allgemeinverbindlichen Mindestlohn in der Zeitarbeit ein – „ein wichtiger Schritt, um Gefälligkeitstarifverträge auszuschließen“, verdeutlichte Stolz.„Prekäre Arbeitsbedingungen in der Zeitarbeitsbranche gehören der Vergangenheit an“, brachte es der iGZ-Hauptgeschäftsführer auf den Punkt. Die fairen, flächendeckenden Tarifverträge mit den DGB-Gewerkschaften hätten sich längst etabliert. Zeitarbeit sei eine stabile Brücke in Beschäftigung für Arbeitsuchende – gerade auch für Flüchtlinge. Beschäftigung in Zeitarbeit früher ermöglichen „Die Zeitarbeitsbranche ist eine wichtige Brücke in Arbeit“, erkannte MdL Serap Güler, integrationspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion in NRW. Der hohe Anteil von vormals Beschäftigungslosen sowie von ausländischen Zeitarbeitskräften belege dies. „Warum sollte das bei den Flüchtlingen, die jetzt neu zu uns kommen, anders sein?“, fragte sie und forderte, Flüchtlingen eine Beschäftigung in Zeitarbeit bereits nach drei Monaten zu ermöglichen. Die CDU habe ein entsprechendes Positionspapier auf den Weg gebracht. Starke Tarifpartnerschaft Welche Folgen die geplante gesetzliche Höchstüberlassungsdauer für die Flüchtlingsintegration haben wird, war ebenfalls Teil der Diskussionsrunde. Für Reinhard Dombre, DGB-Verhandlungsführer für Zeitarbeit a.D., Bezirksleiter NRW, ist die Bezahlung vorrangig vor der Höchstüberlassungsdauer. „Die zentrale Frage ist doch: Wie ist die Bezahlung?“, befand Dombre. „Wenn die Bezahlung ordentlich ist, dann ist es doch ganz egal, wie lange ein Einsatz dauert.“ Auf die Frage, ob die Reform der Zeitarbeit dann überhaupt nötig sei, antwortete er: „Ich bin überzeugt davon, dass die Tarifvertragsparteien in der Lage sind, diese Fragen eigenverantwortlich und passgenau zu lösen.“ Maren Letterhaus Anzeige Podiumsdiskussion Diese Integrationschancen standen im Mittelpunkt der nachmittäglichen Podiumsdiskussion unter der Moderation von Tobias Armbrüster, Deutschlandradio. Dr. Michael Stahl, Geschäftsführer und Chefvolkswirt Arbeitgeberverband Gesamtmetall, stellte fest, dass der Beschäftigungsaufbau in den vergangenen Jahren fast nur noch durch Zuwanderung aus EU-Ländern gelungen sei. „Wir haben momentan sehr wenige Arbeitslose – da brauchen wir Impulse von außen“, verdeutlichte er. Der Versicherungsspezialist für Personaldienstleister. Exklusives Sonderkonzept für Haftpflichtrisiken. 29

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