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Geschäftsbericht 2014-2017

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iGZ-Award Verdiente

iGZ-Award Verdiente Auszeichnung für besonderes Engagement Unkonventionell, besonders aufwendig, effektiv oder innovativ: So sollten die Projekte sein, mit denen sich iGZ-Mitglieder in diesem Jahr erstmals um den iGZ- Award bewerben konnten. Gewürdigt wurde das beste unternehmerische Engagement eines Mitgliedsunternehmens für seine Mitarbeiter und die Projekte, Angebote oder Maßnahmen, die sie umgesetzt hatten. Zur Premiere bewarben sich gleich über 100 Mitgliedsunternehmen. Ausgezeichnet wurden schließlich drei von ihnen, je einer in den Kategorien kleine, mittlere und große Unternehmen. Aus den Bewerbungen wählte eine unabhängige Jury die Projekte der iGZ-Mitglieder WMS Welding Montage Service GmbH, FAIR Personal + Qualifizierung GmbH & Co. KG und SYNERGIE Personal Deutschland GmbH. Alle drei setzten sich überdurchschnittlich stark für ihre Mitarbeiter ein und überzeugten damit die hochkarätig besetzte, unabhängige Jury, der neben Ulf D. Posé, Präsident des Ethikverbandes der Deutschen Wirtschaft a.D, auch die drei Laudatoren angehörten, die die Preisträger bei der Verleihung des Awards am 10. Februar in Münster präsentierten. „All das, was die Mitgliedsunternehmen jeden Tag aufs Neue, teilweise im Verborgenen, tun, wollen wir als Verband nun mit dem iGZ-Award sichtbarer machen“, erklärte Sven Kramer, kommissarischer iGZ-Bundesvorsitzender auf der Preisverleihung. „Das Besondere an diesem Wettbewerb ist, dass wir hier nicht nur die Unternehmen würdigen – Voraussetzung für die Bewerbung war, dass sich auch jeweils eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter mit beworben hat“, führte er weiter aus. Dr. Alexandra Schmied, Senior Project Manager Bertelsmann Stiftung, stellte in der Friedenskapelle die Nominierten in der Kategorie „Kleine Unternehmen“ vor. „Ich war an vielen Stellen berührt und gerührt darüber, welche Schicksale in den Bewerbungen fühlbar wurden und welche Lösungen die iGZ-Mitglieder dafür gefunden haben“, gab sie zu. Langzeitarbeitslose, ehemalige Inhaftierte, frühere Drogenabhängige, Menschen ohne Lehre – sie haben auf dem Arbeitsmarkt in der Regel keine Chance. Doch das familiengeführte Unternehmen WMS Welding Montage Service stellt Menschen mit schwierigen Lebensläufen ein, finanziert ihnen einen Führerschein und bildet sie zum Schweißfachpersonal aus. Einer der Monteure war vor seiner Anstellung bei der Zeitarbeitsfirma Crystal Meth abhängig. Seine Vergangenheit verfolgte ihn noch 30 iGZ-Geschäftsbericht 2014-2017

zu Beginn der Beschäftigung: Die Staatsanwaltschaft suchte ihn, er hatte keinen festen Wohnsitz, kaum Kleidung. Doch die Zeitarbeitsfirma glaube an ihn und unterstützte ihn daher bei seinem Weg zurück in ein normales Leben. WMS Welding Montage Service übernahm Behördengänge, überwachte seine Amtspost, finanzierte Weiterbildungen und besorgte ihm Kleidung. Schließlich zahlte das Unternehmen sogar eine finanzielle Unterstützung, damit er in seine erste eigene Wohnung ziehen konnte. Heute arbeitet der Mitarbeiter als WIG Schweißer. WMS Welding Montage Service hat ihm sogar noch ein Dienstfahrzeug gestellt. Die Einsatzunternehmen sind sehr zufrieden mit ihm. Fazit: Re-Integration geglückt. Dank der Unterstützung ist das Leben des Mannes heute wieder geordnet, er hat Ziele und eine Perspektive. „Zeitarbeit ist besser als ihr Ruf, aber an dem Ruf muss weiter gearbeitet werden“, betonte Prof. Dr. Markus-Oliver Schwaab vom Human Resources Competence Center der Hochschule Pforzheim in seiner Laudatio: „Die drei Nominierten der Kategorie ‚Mittlere Unternehmen‘ haben jeweils die richtigen Antworten auf die Herausforderungen gegeben, die ihnen gestellt wurden.“ FAIR Personal + Qualifizierung reagierte frühzeitig auf den Fachkräftemangel. Seit 2011 beschäftigt das Unternehmen Arbeitskräfte aus dem Ausland. Die Mitarbeiter wurden aber nach der Rekrutierung nicht allein gelassen. Stattdessen kaufte FAIR Personal + Qualifizierung Häuser, renovierte und möblierte diese. Die Wohnungen wurden den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt. Auch wenn sie fest von Kundenunternehmen übernommen werden, bleiben sie zum Teil dort. Zusätzlich wurde eine polnischsprachige Mitarbeiterin eingestellt, die sich um die Behördengänge, Kontoeröffnungen und weitere Fragen der Mitarbeiter kümmerte. Um die Integration zu erleichtern, hat das Unternehmen in seinen Räumlichkeiten Deutschkurse für die Mitarbeiter angeboten. Die Sprachförderung wurde mit fachlicher Weiterbildung kombiniert. In der eigenen Qualifizierungsstätte von FAIR Personal + Qualifizierung wurden die Schweißscheine aktualisiert und die Mitarbeiter erhielten Stapler- und Kranscheine. Johannes Vogel, Generalsekretär der FDP in NRW, ehrte die Nominierten in der Kategorie „Große Unternehmen“. Die Zeitarbeitsbranche bringe der Volkswirtschaft nicht nur die nötige Flexibilität. Sie ermögliche auch vielen, die es am Arbeitsmarkt schwer haben, den (Wieder-) Einstieg in das Berufsleben. „Diesem Einstieg einen Aufstieg folgen zu lassen, das geht nur mit besonderem Engagement“, verdeutlichte Vogel. Wie können Flüchtlinge am besten integriert werden? Diese Frage stellte sich SYNERGIE Personal Deutschland und kam zu dem Schluss, dass die deutsche Sprache ebenso grundlegend sei wie der regelmäßige Kontakt mit anderen. Also rief das Unternehmen das Pilotprojekt „Arbeit + Sprache = Integration“ ins Leben. Die Zeitarbeitsfirma kooperierte mit den Unternehmen, denen sie Flüchtlinge als Arbeitnehmer überlassen hatte. Die Flüchtlinge erwarben dort berufliche Kenntnisse und tauschten sich täglich mit ihren Kollegen aus. Dadurch konnten sie ihre neuen Deutschkenntnisse direkt umsetzen. Denn SYNERGIE Personal Deutschland stellte einen Deutschlehrer ein, der die Flüchtlinge zehn Stunden pro Woche unterrichtete. Durch diese Kombination konnten die Flüchtlinge bestmöglich integriert werden. Seit Dezember läuft das Folge-Projekt, und es ist geplant, die Idee auch an anderen Standorten umsetzen. Damit stellt sich SYNERGIE Personal Deutschland einer der größten aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. Die übrigen Nominierten der drei Kategorien investierten in besonderem Maße in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter, boten Arbeitszeiten nach Wunsch in der Pflegebranche, und gaben Menschen eine Chance, die sie sonst auf dem Arbeitsmarkt keine hätten. Die Gewinner-Unternehmen erhielten eine Skulptur sowie eine Urkunde. Die Mitarbeiter, die als Co-Bewerber die jeweilige Maßnahme unterstützten, bekamen einen Reisegutschein im Wert von 250 Euro. Antonia Aulbert iGZ-Geschäftsbericht 2014-2017 31

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