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Geschäftsbericht 2014-2017

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Projekt

Projekt „Schwerbehinderte Akademiker“ Karriere in der Zeitarbeit ist auch mit Handicap möglich Für Arbeitnehmer mit Handicap ist die Jobsuche in der Regel besonders schwer. Gleichzeitig gibt es wohl keine Branche, die über so viele Erfahrungen bei der Betreuung von Menschen mit verschiedenen Vermittlungshemmnissen verfügt wie die Zeitarbeit. Um Zeitarbeitsunternehmen und schwerbehinderte Akademiker besser zu vernetzen, beteiligt sich der iGZ an einem Pilotprojekt der Bundesagentur für Arbeit, das als Ziel hat, diesen Arbeitsuchenden einen Job in der Zeitarbeit zu vermitteln. Etwa einmal im Monat versenden Katharina Leusing und Clemens von Kleinsorgen vom iGZ-Referat Arbeitsmarktpolitik anonymisierte Kurzprofile von schwerbehinderten Akademikern an gut 40 iGZ-Mitglieder, die sich am Pilotprojekt beteiligen. Die Bandbreite der absolvierten Studiengänge ist dabei riesig: Ingenieure, Betriebswirte oder Kommunikationswissenschaftler finden sich unter den Bewerbern. Einige davon verfügen bereits über langjährige Berufserfahrung, andere sind Berufseinsteiger. Die einen sind regional gebunden, aber viele bewerben sich auch deutschlandweit. Die konkrete Behinderung ist in den Profilen bewusst nicht angegeben, denn erstmal sollen die Unternehmen schauen, ob es „fachlich“ passt. Für alle weiteren Fragen – von der behindertenspezifischen Gestaltung des Arbeitsplatzes bis hin zu Fördermöglichkeiten – steht dann Klaus Schuldes mit seinem Team vom Arbeitgeber-Service für Schwerbehinderte Akademiker der Bundesagentur für Arbeit mit Rat und Tat zur Seite. Aus Sicht der BA kann die Zeitarbeitsbranche schwerbehinderte Akademiker nicht nur sehr erfolgreich in eigenen internen Bereichen der Zeitarbeitsunternehmen, etwa Stabsstellen, Verwaltung oder Personaldisposition einsetzen, sondern auf dem Wege der klassischen Personalvermittlung auch für andere Firmen rekrutieren und auswählen. Eine nur vorübergehende Überlassung an Kundenbetriebe ist etwas komplexer, aber genauso gut denkbar. Dass Zeitarbeit Schwerbehinderten grundsätzlich gute Chancen bietet, zeigen die aktuellen Zahlen der BA. Betrachtet man die Branchen, in denen schwerbehinderte Arbeitslose eine Beschäftigung finden, steht die Zeitarbeit an erster Stelle: 9600 der 57.000 arbeitslosen schwerbehinderten Personen, die im Jahr 2015 ihre Arbeitslosigkeit überwinden konnten und eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt aufnahmen, fanden in der Arbeitnehmerüberlassung eine Beschäftigung. Das sind 17 Prozent. Gründe, warum sich Arbeitgeber mit der Einstellung von schwerbehinderten Menschen immer noch schwer tun, sind nach Erfahrung der Arbeitsvermittler oftmals Unwissenheit und Vorurteile: „Viele Arbeitgeber verbinden eine Behinderung immer gleich mit einem Rollstuhl und verweisen auf die mangelnde Barrierefreiheit.“ Dass aber auch eine überstandene Krebserkrankung, Diabetes oder Rheuma Gründe für eine Behinderung sein können, ist vielen Arbeitgebern nicht bewusst. Gerade angesichts des demografischen Wandels und des sich verstärkenden Fachkräftemangels bleibt so ein großes Potential an Arbeitnehmern ungenutzt. In vielen Fällen kann die Beschäftigung von schwerbehinderten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern außerdem von der Agentur für Arbeit oder dem zuständigen Rehabilitationsträger gefördert werden. Eine Teilnahme am Pilotprojekt ist weiterhin möglich. Interessierte Unternehmen können sich an Katharina Leusing oder Clemens von Kleinsorgen wenden. Katharina Leusing

Interessenverband Deutscher Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e. V. e. e. V. V. Flüchtlinge Branche setzt auf Integration statt auf Abgrenzung Mangelnde Sprachkenntnisse, nicht anerkannte Schul- und Ausbildungsabschlüsse, ungeregelte Kinderbetreuung: Die Flüchtlinge, die seit Ende 2015 nach Deutschland kommen, sind eine große Herausforderung für die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt. Wie ihre Eingliederung gelingen kann, damit befasst sich seit einem Jahr die iGZ-Projektgruppe „Integration von Flüchtlingen“, in der Vertreter von iGZ-Mitgliedsunternehmen sitzen, die bereits Erfahrungen in der Flüchtlingsintegration gesammelt oder erfolgreich Pilotprojekte gestartet haben. Sie kommt regelmäßig einmal pro Quartal zusammen. Sie suchen einen Job? Geldverdienen in der Zeitarbeit Informationen für Arbeitsuchende Deutsch-Arabisch Interessenverband Deutscher Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e. V. e. e. V. V. Konsens ist, dass Fehler früherer Zuwanderungswellen nicht wiederholt werden sollen, die zur Abgrenzung von ethnischen Gruppen und mangelnder sprachlicher Integration führten. Stattdessen sollen die Flüchtlinge jetzt – je nach Aufenthaltsstatus, der ihnen unterschiedliche Möglichkeiten eröffnet – schnell in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt integriert werden. Denn die Zeitarbeit hat – wie andere Wirtschaftszweige auch – einen großen Bedarf an Fachkräften, den sie gerne mit Flüchtlingen decken würde, denn davon profitieren beide Seiten. Klar ist allerdings auch, dass dies in vielen Fällen einen erhöhten Betreuungsaufwand mit sich bringen wird. Und da kann die Zeitarbeit ihr Knowhow voll ausspielen, denn es gibt wohl keine Branche in Deutschland, die über so viele Erfahrungen bei der Betreuung von Menschen mit verschiedenen Vermittlungshemmnissen verfügt und schon lange auf die Integration von ausländischen Arbeitnehmern setzt. Mittlerweile hat fast jeder vierte Beschäftigte in der Zeitarbeit ausländische Wurzeln. Die Projektgruppe erarbeitet praxisorientierte Tipps für den Arbeitsalltag, recherchiert und analysiert aber auch Förderinstrumente verschiedener Institutionen. Erstes Ergebnis ist ein Flyer für ausländische Arbeitnehmer, der erläutert, wie Zeitarbeit funktioniert. Er soll auf arabisch, persisch, kurdisch und albanisch erscheinen und demnächst den Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden. Außerdem hat der iGZ einen Lehrgang entwickelt, bei dem die Teilnehmer neben Rechtsfragen zur Beschäftigung von Geflüchteten und Fördermaßnahmen auch soziokulturelle und psychosoziale Aspekte beim Umgang mit Geflüchteten erlernen. Katharina Leusing iGZ-Geschäftsbericht 2014-2017 29

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