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CSR-Leitfaden-2020

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14 WAS IST

14 WAS IST CSR UND WORAUF KOMMT ES AN? ted Nations, UN) und Unternehmen, die sich freiwillig dazu verpflichten, zehn Prinzipien in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsbeziehungen, Umwelt und Korruptionsbekämpfung einzuhalten und über den Fortschritt diesbezüglich jährlich zu berichten. Das deutsche Global Compact Netzwerk umfasst über 300 Unterzeichner. www.globalcompact.de Die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen („Multinationale Unternehmen“ umfassen dabei Unternehmen, die Produktions-, Vertriebs-, Dienstleistungs- oder sonstige Einrichtungen außerhalb des Landes, in dem sie ansässig sind, besitzen oder kontrollieren. Es kann sich um große oder kleine Unternehmen mit Sitz in jedem beliebigen Teil der Welt handeln.) wurden von den Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Organisation for Economic Co-operation and Development, OECD) herausgegeben. Mit Blick auf Menschenrechte, Transparenz und Information, Arbeitsbeziehungen, Umwelt, Korruption, Verbraucherschutz, Technologietransfer, Wettbewerb und Besteuerung haben sie darin ihre Erwartungen an eine verantwortungsvolle Unternehmensführung ausgedrückt. Um die Unternehmen bei der Umsetzung der Leitsätze zu unterstützen, hat die OECD einen Leitfaden über Sorgfaltspflicht für verantwortliches Unternehmenshandeln entwickelt. Er beschreibt, welche Verfahren zur Einhaltung ihrer Sorgfaltspflichten Unternehmen hinsichtlich der genannten Themenfelder, aufbauend auf ihren existierenden Risikomanagementsystemen, einsetzen sollten. Darüber hinaus hat die OECD verschiedene sektorale Leitlinien herausgegeben, die auf branchenspezifische Risiken eingehen. Der von der International Organization for Standardization herausgegebene Standard ISO 26000 ist ein weiterer Leitfaden, der Unternehmen und andere Organisationen bei einer freiwilligen Umsetzung gesellschaftlicher Verantwortung unterstützen soll. Die Sustainability Reporting Standards (SRS) (vormals G4-Richtlinie) der Global Reporting Initiative (GRI) ist das bei Unternehmen am weitesten verbreitete Rahmenwerk für eine freiwillige CSR-Berichterstattung. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hat mit dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK), ebenfalls einen freiwilligen, international anwendungsfähigen Berichtsstandard für Nachhaltigkeitsaspekte veröffent-

Zeitarbeit mit Verantwortung – Ein Leitfaden für iGZ-Mitglieder WAS IST CSR UND WORAUF KOMMT ES AN? 15 licht. Der Kodex ist prinzipiell für Organisationen und Unternehmen jeder Größe und Rechtsform anwendbar, richtet sich mit seinem Set an Kriterien und Indikatoren aber insbesondere an mittelständische Unternehmen. Darüber hinaus hat in den letzten Jahren vor allem auf EU-Ebene eine zunehmende Regulierung im Bereich CSR-Governance und -Reporting stattgefunden – in erster Linie mittels der sogenannten EU-CSR-Richtlinie, die die EU-Mitgliedsstaaten verpflichtet, gesetzliche Offenlegungspflichten zu den CSR-Leistungen von Unternehmen einzuführen: Zur Umsetzung der EU-CSR-Richtlinie wurde in Deutschland das CSR- Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR RUG) beschlossen. Es verpflichtet rund 500 Kapitalgesellschaften (darunter auch Personaldienstleister) sowie Finanzdienstleister, über die mit ihrer Geschäftstätigkeit verbundenen nachhaltigkeitsbezogenen Risiken zu berichten. Ähnliche Gesetze gelten auch in den anderen EU-Ländern. Die vom EU-Parlament im Oktober 2019 verabschiedete Richtlinie zum Schutz von Hinweisgebern verpflichtet Unternehmen (Unternehmen mit 50 oder mehr Beschäftigten, oder einer Jahresbilanzsumme von mehr als 10 Mio. Euro), einen internen Kanal einzurichten, über den Hinweisgeber Rechtsverstöße gegen geltendes EU-Recht melden können. Sie nennt u.a. Vergehen wie Steuerbetrug, Geldwäsche oder Delikte im Zusammenhang mit öffentlichen Aufträgen, sowie Verstöße gegen Produkt- und Verkehrssicherheit, Umweltschutz, Gesundheitsvorschriften sowie Verbraucher- und Datenschutz. Die EU-Mitgliedstaaten haben für die Umsetzung in nationales Recht bis Oktober 2021 Zeit. Auch Governance-Gesetze anderer Nationen können sich auf die Geschäftspraxis deutscher Personaldienstleister auswirken, wenn diese Tochtergesellschaften in deren Hoheitsgebiet betreiben oder Lieferanten von dort ansässigen Unternehmen sind: So fordert der französische Staat im Rahmen des Antikorruptionsgesetzes SAPIN II seit 2017 von Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern Vorkehrungsmaßnahmen zur Korruptionsbekämpfung in ihren eigenen Geschäftsprozessen und in ihrer Lieferkette. Bei Verstößen drohen sowohl dem Unternehmen als auch Managern Geldstrafen. ARBEITS-, SOZIAL- UND MENSCHENRECHTE Im Bereich der arbeits- und menschenrechtlichen sowie sozialen Aspekte von CSR existieren mehrere internationale, freiwillig anwendbare Standards und Richtlinien. Gerade am Beispiel Menschenrechte zeigt sich mit der Umsetzung von einschlägigen Rahmenwerken in nationale Gesetze der Trend zur Verrechtlichung von sozialer und ökologischer Unternehmensverantwortung. Als eines der maßgeblichen Regularien für soziale und menschenrechtliche Aspekte sind die Kernarbeitsnormen der International Labor Organization (ILO) zu nennen. Sie basieren auf acht ILO-Übereinkommen zu folgenden Aspekten bzw. Zielen: Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen, Abschaffung der Zwangsarbeit, Beseitigung der Kinderarbeit, Gleichheit/Nichtdiskriminierung. Darüber hinaus gibt die Dreigliedrige Grundsatzerklärung der ILO über multinationale Unternehmen und Sozialpolitik Hinweise dazu, wie sich CSR-Maßnahmen im Einklang mit den ILO-Kernarbeitsnormen und darüberhinausgehenden Arbeitsübereinkommen und -empfehlungen ausgestalten lassen.

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