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CSR-Handlungshilfen für iGZ-Mitglieder

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8 WARUM SOLLTE MEIN

8 WARUM SOLLTE MEIN UNTERNEHMEN BALDMÖGLICHST ZUM THEMA NACHHALTIGKEIT BERICHTEN? Ab dem 1. Januar 2023 müssen Unternehmen ab 3.000 Mitarbeitenden ihre gesamte Lieferkette im Blick haben, ab 2024 Unternehmen mit einer Mitarbeiterzahl von 1.000, eingerechnet werden Zeitarbeitskräfte, die länger als sechs Monate im Einsatzbetrieb sind. Ihre menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten müssen dann auch die Kunden der Zeitarbeit mit der entsprechenden Mitarbeiterzahl belegen. Obwohl das Lieferkettengesetz vor allem auf die Bekämpfung internationaler Missstände abzielt, werden Einsatzbetriebe künftig noch stärker als bisher bei ihren zuliefernden deutschen Personaldienstleistern darauf achten, dass sie korrekt aufgestellt sind und sich beispielsweise für faire Entlohnung, Gleichberechtigung und Arbeitssicherheit einsetzen. Aufgrund des deutschen Arbeitsrechts und der Anwendung des iGZ-DGB-Tarifwerkes dürften nationale Personaldienstleister, die Mitglied im iGZ sind, allerdings nicht in der Kritik stehen. 2.2 Das EU-Richtlinienvorhaben zur Nachhaltigkeitsberichterstattung Das im April 2021 auf den Weg gebrachte weitere Gesetz zur Nachhaltigkeitsberichterstattung soll nach den Plänen der EU-Kommission ab dem 1.1.2024 in Kraft treten, also schon ab dem Berichtsjahr 2023 auf viel mehr Unternehmen als bisher ausgeweitet werden. Berichtspflichtig sind dann zusätzlich auch Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitenden und einer Bilanzsumme von über 20 Millionen Euro oder einem Umsatz von über 40 Millionen Euro sowie drei Jahre später auch alle kapitalmarktorientierten kleinen und mittleren Unternehmen, mit der Ausnahme von Kleinstunternehmen. Als Leitfaden für die Berichterstattung sollen bis zum Zeitpunkt der Rechtskräftigkeit verbindliche Standards entwickelt werden.

9 WIE KANN ICH DEN AUFWAND FÜR EINEN CSR-BERICHT ÜBERSCHAUBAR HALTEN? 3 Wie kann ich den Aufwand für einen CSR-Bericht überschaubar halten? Greifen Sie auf schon vorhandene Kennzahlen und Indikatoren zurück (s. Kap. 5, Schritt 2 und Exkurs)! Dazu gehören in der Zeitarbeit einerseits zum Beispiel die Übernahmequote, die Ausgaben für die persönliche Schutzausrüstung oder die Anzahl von Qualifizierungsmaßnahmen, auf der anderen Seite aber auch die Verbrauchszahlen für Kopierpapier, der Energieanbieter oder auch die Anzahl von Fahrgemeinschaften. Berufen Sie sich in Ihrem Geschäft auf gewisse Gütesiegel oder sind Sie zertifiziert (s. Kap. Exkurs)? Hier wären zum Beispiel Ihre iGZ-Mitgliedschaft und damit verbunden das iGZ-DGB-Tarifwerk sowie der iGZ-Ethik-Kodex zu nennen, die die Geschäftstätigkeit aller iGZ-Mitglieder auf ein verantwortungsvolles Fundament stellen. Die zugehörige Kontakt- und Schlichtungsstelle (KuSS) ist ein Synonym für transparente und korrekte Zeitarbeit, die alle Beteiligten des Dreiecksverhältnisses mit einbezieht. Arbeitet Ihr Unternehmen bereits mit einem Managementsystem, zum Beispiel der DIN ISO 9001, haben Sie ein Energieaudit durchgeführt oder ein Arbeitsschutzmanagement-System wie zum Beispiel AMS? Oder hat Ihr Unternehmen beispielsweise die Charta der Vielfalt unterzeichnet? Daraus lassen sich ebenfalls Daten für einen CSR-Bericht ableiten. Nennen Sie diese offiziellen Qualitätsmerkmale und beschreiben Sie kurz, was sich dahinter verbirgt. Es ist bei der CSR-Berichterstattung grundsätzlich kein Problem, Themen, die für das eigene Unternehmen weniger wichtig sind, auszulassen oder Zahlen erst noch im Laufe der Jahre zu sammeln. Gerade für den ersten CSR-Bericht müssen nicht alle Daten in perfekter Form vorliegen. Der DNK spricht in diesem Zusammenhang vom sog. „Comply-or-explain-Prinzip“. Das heißt, Unternehmen berichten, ob und inwiefern sie einen Nachhaltigkeitsaspekt erfüllen (comply = erfüllen) oder sie erläutern, warum sie einen Aspekt auslassen (explain = erklären). Die Gründe dafür können sein, dass ein Handlungsfeld für das eigene Unternehmen unwichtig ist oder, dass Sie sich erst neu vorgenommen haben, sich mit diesem Aspekt zu befassen. Wichtig ist, ein branchenrelevantes Thema nicht „unter den Teppich zu kehren“, sondern offen zu legen, warum man sich nicht damit beschäftigt.

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