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Ausgabe 4/2010:

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ZEITARBEIT SCHWARZ AUF

ZEITARBEIT SCHWARZ AUF WEIß iGZ IM SPIEGEL DER PRESSE presseschau Zeitarbeit ein wichtiger Puffer Verzerrende Konkurrenz verhindern Selbst diejenigen, die sich generell gegen tarifliche Mindestlöhne sperren, können um die Feststellung nicht umhin, dass eine Aufnahme der Zeitarbeitsbranche in das Entsendegesetz und die damit Dr. Gerhard F. Braun Die Zeitarbeit ist ein wichtiger Puffer auf dem Arbeitsmarkt, stellte der Präsident der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU), Dr. Gerhard F. Braun, fest. Sie hat sich gerade in der zurückliegenden Krise bewährt und die Stamm- Belegschaften weitestgehend vor Arbeitsplatzverlust geschützt. Da kann man nun wahrlich nicht von einem Massenphänomen sprechen. Hinzu kommt, dass in der Zeitarbeit fast ausschließlich nach Tarifvertrag bezahlt wird. Die Herausforderung ist nun angesichts der bevorstehenden Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU, dass dieses Tarifniveau auch für ausländische Zeitarbeitskräfte festgeschrieben wird. Peter Weiß verbundene Allgemeinverbindlichkeitserklärung der Mindestlöhne faktisch an den derzeitigen Rahmenbedingungen für die Zeitarbeit in Deutschland überhaupt nichts verändern würden; es würde lediglich wettbewerbsverzerrende Kon- RA Werner Stolz Große Zukunftsaufgabe Joachim Möller Angesichts des immer akuter werdenden Fachkräftemangels steigt die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern, betonte RA Werner Stolz, iGZ-Hauptgeschäftsführer. Es ist für die Zeitarbeitsbranche eine große Zukunftsaufgabe, ihre Mitarbeiter für die kontinuierlich steigenden Ansprüche des Marktes zu schulen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dabei gilt: Je qualifizierter ein Mitarbeiter ist, desto begehrter wird er bei den Kundenunternehmen sein. Außerdem ist damit zu rechnen, dass moderne Personaldienstleistung künftig einen besonderen Schwerpunkt im Vermitteln hochqualifizierter Fachkräfte haben wird, die in den Kundenfirmen zeitlich befristet nur für ganz bestimmte Projekte eingesetzt werden. Für besser Qualifizierte attraktiver Steigt der Lohn, sinkt die Nachfrage, ein einfaches ökonomisches Gesetz. Doch wenn Zeitarbeiter die gleiche Leistung zeigen und ein vergleichbares Qualifikationsniveau wie die Stammbelegschaft haben, dürfte sich wenig an der Nachfrage ändern, meint Joachim Möller, Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Für geringqualifizierte Zeitarbeiter aber würde die Luft dünner, das ist wahr. Besser bezahlte Zeitarbeitsjobs haben allerdings auch einen gegenläufigen Effekt: Sie machen die Zeitarbeit für besser Qualifizierte attraktiver, die bisher einen Bogen um dieses Arbeitsmarktsegment machen. Dr. Dieter Hundt Mindestlohn ausweiten Jetzt geht es darum, diese flächendeckend geltenden tariflichen Mindestlöhne auch auf jene Zeitarbeitnehmer ausländischer Anbieter zu erstrecken, die ab dem 1. Mai kommenden Jahres mit Einführung der Arbeitnehmerfreizügigkeit aus Mittel- und Osteuropa auf den deutschen Markt kommen, erklärte Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt. . Es geht also nur um die Erstreckung der tariflichen Mindestlöhne auf Unternehmen aus anderen EU-Ländern, nicht um die Einführung eines neuen Mindestlohnes in Deutschland. Das ist ein erheblicher Unterschied zur bisherigen politischen Debatte. Ich sage das gerade mit Blick auf die FDP, deren grundsätzlichen Standpunkt „keine neuen Mindestlöhne für weitere Branchen“ ich sehr gut verstehe und akzeptiere. Aber darum geht es in der Zeitarbeit auch nicht. Max Staubinger kurrenz von außen für die Zukunft hindert, äußerte Peter Weiß, Vorsitzender der Arbeitnehmer gruppe der CDU / CSUver- Bundestagsfraktion. Lohnuntergrenze gebraucht Die Lohnuntergrenze ist nötig, weil im Mai neue Regeln zur Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa in Kraft treten. Es kann nicht sein, dass polnische oder lettische oder litauische Tarifverträge plötzlich in Deutschland Gültigkeit haben, sagte der arbeitsmarktpolitische Sprecher der desgruppe im Bundestag, Max Straubinger. . Bis November hatte man noch Zeit zur Diskussion, danach wollen wir das Gesetzgebungsverfahren einleiten. Auch nach Ansicht der FDP kann man über das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz bran- chenspezifische Lohnuntergrenzen umsetzen. CSU-Lan- Zeitarbeit ein wichtiger Puffer Wilfried Porth Nicht Arbeitgeber der Zeitarbeiter Sonst würden Mitarbeiter, die seit vielen Jahren im Unternehmen tätig sind, gleichgestellt mit denjenigen, die nur zeitweise bei uns arbeiten, erläuterte Daimler-Personalchef Wilfried Porth. Und was ich betonen möchte: wir sind nicht der Arbeitgeber der Zeitarbeiter. Ich warne davor, die Arbeitgeberverantwortung der Zeitarbeitsfirmen auszuhebeln. Diese Unternehmen stehen den Beschäftigten gegenüber in der Verantwortung. Das heißt zum Beispiel für sie eine andere Stelle zu suchen, wenn es bei uns keine Arbeit mehr gibt. Die Zeitarbeitsunternehmen dürfen keine Agenturen werden, die lediglich Personal vermitteln. Sie müssen selbst als Arbeitgeber auftreten und Tarifverträge abschließen, was ja meistenteils schon geschehen ist. Diese Arbeit können und wollen wir ihnen nicht abnehmen. Der Aufbau von 3.000 Stammarbeitsplätzen allein in den zwei Monaten Juli und August belegt eindrucksvoll, dass der Vorwurf, Zeitarbeit verdränge Stammbelegschaften, schlichtweg falsch ist, betonte bayme vbm-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Wir erleben in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie derzeit das normale Einstellungsmuster. Zu Beginn eines Aufschwungs setzen die Firmen stärker als sonst auf Zeitarbeit, weil sie noch nicht wissen, wie lange die gute Konjunktur anhält. Sobald sich der Aufschwung stabilisiert, wie jetzt in unserer Branche der Fall, werden wieder vermehrt Stammarbeitsplätze geschaffen. Bertram Brossardt 22 23

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