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Ausgabe 4/2009:

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eportage FIRMENTAXI Der

eportage FIRMENTAXI Der Alltag in einem Zeitarbeitsunternehmen ist ebenso vielfältig wie abwechslungsreich. Kunden- und Bewerbungsgespräche, Akquise, die Vermittlung in Jobs – und auf den ersten Blick auch einfache Fragen sind zu klären: „Wie kommt der Zeitarbeitnehmer zu seinem Arbeitsplatz?“, ist beispielsweise ein Problem, das – nicht nur – aber ganz besonders in ländlich rierter Umgebung zum echten Knackpunkt werden struktu- kann. In Ahaus etwa, nahe der niederländischen Umwege und Handicaps für die Zeitarbeitnehmer professionell koordiniert erreicht werden Grenze, sind die Wege weit, und der öffentliche Personennahverkehr stellt nicht unbedingt immer die Lösung aller Probleme dar. „Wir erstel- der Fahrer gebrieft. Sollten unterwegs doch ein- könne. Bevor es dann auf große Tour geht, wird len regelmäßig einen kompletten Taxiplan für mal Probleme auftauchen, werden sie schnell und alle Mitarbeiter, die darauf angewiesen sind, unkompliziert via Handy gelöst. Doch es werden auch Kollegen auf Montage geschickt. „Wir von uns gefahren zu werden“, erläutert Ralf Bröcking, Zeitplan GmbH, das Prozedere in seinem Zeitarbeitsunternehmen. Für die externen Kundenunternehmen auch in Mainz nicht ver- haben Fachkräfte im Trockenbau, auf die unser Mitarbeiter sei es oft nahezu unmöglich, den Arbeitsplatz aufgrund der spärlichen Infrastruktur Beispiel. „Diesen beiden Kollegen wird dann ein zichten möchte“, erläutert der Standortleiter ein rechtzeitig zu erreichen – besonders, wenn ein Firmenwagen zur Verfügung gestellt, damit sie persönlicher fahrbarer Untersatz fehlt. Daher sei von Ahaus zur Montage nach Mainz fahren können.“ Aus Erfahrung klug: Die Zeitarbeitnehmer im Unternehmen seit rund drei Jahren eigens ein Fahrer im Einsatz, der die Mitarbeiter auf Basis müssen vorab eine Fürsorgepflichterklärung unterschreiben, dass sie den Wagen später wieder des Taxiplans morgens zur Arbeit chauffiere und abends auch wieder abhole. Um dabei so effizient in sauberem und ordentlichem Zustand zurückgeben. Mit Blick auf das Finanzamt – Stichwort wie möglich zu sein, werden zentrale Punkte vereinbart, an denen sich die Mitarbeiter zur Weiterfahrt treffen – per Bulli geht´s dann in Richtung Fahrtkostenpauschale erhoben. Insgesamt verfügt „geldwerter Vorteil“ – werde dafür jeweils eine Arbeitsplatz. „Dabei ist Pünktlichkeit die erste das Ahauser iGZ-Mitgliedsunternehmen über Bürgerpflicht“, betont der gebürtige Stadtlohner. zwei Großraumtransporter und vier PKW, um „Die Kollegen“, schmunzelt er, „erziehen sich aber gegenüber den Kundenunternehmen das rechtzeitige Erscheinen am Arbeitsort zu gewährleisten. gegenseitig“. Wer einmal morgens zu spät allein und nicht abgeholt auf weiter Flur stehe, sei am „Dabei“, so der 40-Jährige, „handelt es sich aber lediglich um einen symbolischen Beitrag, der noch nächsten Tag eben garantiert zur rechten Zeit am rechten Ort. Damit das alles auch reibungslos niedriger als die Kosten für ein Busticket liegt“. klappe, werde am PC regelmäßig ein Taxiplan Hierbei stehe nicht der Gewinn – der sich damit erstellt und laufend aktualisiert. „Darin werden sowieso nicht erzielen lasse – im Vordergrund, Abhol- und Ankunftszeit sowie eine Wegbeschreibung notiert. Außerdem stehen natürlich Flexibilität. „Unsere Zeitarbeitnehmer können sondern der Wettbewerbsvorteil durch größere Name und Ort des Kundenunternehmens mit dadurch auch in anderen Städten arbeiten und drin“, erklärt Bröcking den Aufbau. Dabei gelte wir haben einen viel größeren Wirkungskreis“, es vor allem auch, einen sinnvollen Streckenplan verweist er auf die folglich größere Kundenkartei. zu entwerfen, anhand dessen das Ziel ohne große Der Fahrdienst richte sich vor allem an Mitarbei- ter ohne Führerschein, aber auch im Falle eines defekten PKW könne das Angebot selbstverständlich genutzt werden. „Das kommt besonders in den Wintermonaten schon einmal häufiger vor“, blickt Bröcking auf seine Erfahrungen. Und auch für neue Kollegen, die aus der Arbeitslosigkeit kommen, sei das „Firmentaxi“ häufig die erste und zunächst einzige Chance, zu den Betrieben zu gelangen – und damit überhaupt wieder arbeiten zu können. „Wer vorher arbeitslos war, kann sich erst einmal kein Auto leisten“, hat er festgestellt. Alternativ dazu böte sich zudem die Gelegenheit, sich an einer der Fahrgemeinschaften zu beteiligen, die von den externen Mitarbeitern teils auch in Eigenregie organisiert werden. Manchmal wird der Weg zum Ziel – nicht immer lässt sich ein Kundenunternehmen auf Anhieb finden, doch auch dafür hat Ralf Bröcking eine Lösung parat: „Wenn alle Stricke reißen, stellen wir auch ein Navigationsgerät zur Verfügung…“ Stundenlanges Warten hat ein Ende! Wolfram Linke INFOKASTEN Zahlreiche Zeitarbeitsunternehmen bieten ihren Zeitarbeitnehmern Fahrdienste in unterschiedlicher Form an. Besonders in ländlicher strukturierten Gebieten, in denen die Möglichkeiten des Öffentlichen Personennahverkehrs nur eingeschränkt zur Verfügung stehen, sind Fahrdienste oftmals – vor allem für Berufswiedereinsteiger – die einzige Chance, rechtzeitig am jeweiligen Arbeitsplatz zu erscheinen und auch wieder nach Hause zu kommen. Der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) bietet regelmäßig Seminare zum Thema Reisekosten an. Weitere Informationen dazu gibt´s im Internet unter www.ig-zeitarbeit.de – Seminarangebote zur Zeitarbeit, die auch direkt online gebucht werden können. 7

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