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Ausgabe 3/2009:

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LIEBE Z

LIEBE Z DIREKT!-LESERINNEN UND -LESER! DER iGZ-FRAGEBOGEN ZU ZEIT UND ARBEIT fragezeichen Der Wahlkampf ist beendet – die deutsche Bevölkerung hat die Partei-Karten neu gemischt. Die Regierungstrümpfe liegen jetzt in Schwarz-Gelber Hand. Und was bedeutet dieses neue Wähler- Votum für die Zukunft der Zeitarbeitsbranche? Zeit und Arbeit – ein Begriffspaar voller Gemeinsamkeiten und Gegensätze. Den berühmten FAZ- Fragebogen, „den der Schriftsteller Marcel Proust in seinem Leben gleich zweimal ausfüllte“, haben wir als Anstoß genutzt. Heute: der Ministerpräsident von Bayern – Horst Seehofer. RA Werner Stolz iGZ-Hauptgeschäftsführer HERAUSGEBER: iGZ – Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e. V. iGZ-Bundesgeschäftsstelle Erphostraße 56 48145 Münster redaktion@z-direkt.de www.z-direkt.de VERANTWORTLICH: Hauptgeschäftsführer RA Werner Stolz REDAKTION UND KOORDINATION: Wolfram Linke 1. Signifikante, für die Zeitarbeit nachteilige Änderungen sind von diesem Regierungsbündnis erfreulicherweise wohl nicht zu erwarten. Beide Parteien wissen: Zeitarbeit hilft den Unternehmen, schwankende Auftragslagen abzufedern – in der Krise ebenso wie im Aufschwung. In Zeiten unsicherer konjunktureller Entwicklung bedeutet diese Flexibilität einen Wettbewerbsvorteil. Ohne Zeitarbeit liefe der Wirtschaftsmotor nicht rund. 2. Ob der Wettbewerb in der Zeitarbeitsbranche vorrangig über die Qualität der Dienstleistung und nicht über Niedrigstentgelte für die Zeitarbeitskräfte geht, müssen in erster Linie die Tarifparteien verantworten und regeln. Aber spätestens mit Einführung der vollen EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit im Mai 2011 braucht die Branche hierbei den gesetzlichen Flankenschutz durch den Gesetzgeber. Die Aufnahme der Zeitarbeit ins Arbeitnehmer-Entsendegesetz und die allgemeinverbindliche Festschreibung von tariflichen Mindeststandards ist hierfür das notwendige und richtige Instrument, um soziale Verwerfungen zu verhindern und faire Wettbewerbschancen zu gewährleisten. 3. Nach Meinung aller Experten wird in den nächsten Monaten durch den Abbau in der von Kurzarbeit geprägten exportorientierten Industrie die Arbeitslosigkeit ansteigen. Würde es in dieser angespannten Lage etwa zu einer Aufhebung des TEXTE: Wolfram Linke Andrea Resigkeit Angelika von Dewitz-Krebs FOTOS: Wolfram Linke Timo Beylemans Eva Schrigten shutterstock.com TITELBILD: Idee: RA Werner Stolz Fotograf: Wolfram Linke sektoralen Verbotes der Zeitarbeit im Bauhautgewerbe kommen, könnte die Branche die Vorteile von mehr Flexibilität für die Schaffung von legalen Arbeitsplätzen erneut unter Beweis stellen. 4. In dieser Legislaturperiode sollten auch in einem neu zu schaffenden Arbeitsgesetzbuch die bisherigen Sonderbestimmungen für die Zeitarbeitsbranche integriert werden. Bei dieser Gelegenheit ist die für alle Beteiligten herabwürdigende Bezeichnung „Leiharbeit“ in „Zeitarbeit“ endlich zu ändern. 5. Zu hoffen bleibt, dass weder die Gewerkschaften noch die linke Opposition in ihrer neuen Rolle die positiven Seiten der Zeitarbeit noch stärker polemisch diskreditieren bzw. pauschal verteufeln. Besonders die Sozialdemokraten sollten ihre bisherigen Aussagen in Regierungsverantwortung nicht leichtfertig aus Opportunismus über Bord werfen. Eine funktionierende Sozialpartnerschaft ist aus unserer Verbandssicht der erfolgreichste Weg, die berechtigten Interessen von Arbeitgebern zu berücksichtigen und gleichzeitig die Arbeitnehmer angemessen sozial zu schützen. Der iGZ strebt hierbei stets einen fairen Interessenausgleich an, denn nur aus einem solchen Verhalten kann eine Win-Win-Situation für alle Marktbeteiligten erwachsen. Die neue Bundesregierung sollte nur dann auf den Plan treten, wenn die Akteure ausfallen oder versagen. GESTALTUNG, LAYOUT UND SATZ: TEAM WANDRES Werbeagentur Hafenweg 26 b 48155 Münster www.team-wandres.de DRUCK: SIGMA Druck GmbH & Co. Laerstraße 69 48565 Steinfurt www.sigmadruck.de 1. Für Einstein war die Zeit relativ. Was bedeutet für Sie Zeit? „Carpe diem! – heißt es bereits in einer Ode des römischen Dichters Horaz um 23 v. Chr. Ich sehe diesen Spruch als Aufforderung, die knapp bemessene Lebenszeit heute zu nutzen und nicht auf den nächsten Tag zu vertrauen. So verstehe ich auch mein Amt als Bayerischer Ministerpräsident. Ich stelle jeden Tag, den mir Gott schenkt, in den Dienst der Menschen des Freistaats. Diese Zeit ist sehr gut angelegt. Denn sie zeigt mir, wo ich ansetzen muss, damit Bayern täglich noch ein Stück besser wird. Damit wird für mich der verantwortungsvolle Umgang mit dem Engpassfaktor Zeit zum Erfolgsfaktor für unser Land insgesamt.“ 2. Können Sie sich noch an Ihren ersten Arbeitsplatz erinnern? „Selbstverständlich. Nach der erfolgreichen Ablegung meiner Verwaltungsprüfung für den gehobenen Dienst habe ich von 1970 bis 1980 als Referent in den Landratsämtern Ingolstadt und Eichstätt gearbeitet. Dabei durfte ich lernen, wie wichtig es ist, den Menschen zuzuhören und ihre Sorgen und Nöte vor Ort ernst zu nehmen. Das hat mich für mein weiteres Politikerleben enorm geprägt. Und es hat mir aufgezeigt, dass es stets darauf ankommt, näher am Menschen zu sein.“ 3. Eine Armbanduhr... a) ... ist ein modisches Accessoire b) ... ist mein Schrittmacher c) ... ist ein notwendiges Übel d) ... trage ich nicht. „Ganz klar Variante b). Meine Armbanduhr ist für mich wie ein Kompass, der mich auf Kurs hält. Sie ist mein persönliches GPS-System, das mir rechtzeitig aufzeigt, wo ich zur richtigen Zeit am meisten gebraucht werde.“ 4. Welche Arbeit macht Ihnen am meisten Spaß? „Wenn ich als Ministerpräsident etwas für die Menschen in Bayern bewegen kann. Wenn ich einen Beitrag dazu leisten kann, dass neue Arbeitsplätze entstehen und bestehende Beschäftigungsverhältnisse gesichert werden. Wenn kreatives Handeln in der Politik dazu beiträgt, Probleme zu lösen, die vorher als unüberwindbar galten. Das beflügelt mich ungemein. Es verleiht mir das Gefühl, den Menschen das mir entgegengebrachte Vertrauen als Politiker zurückzahlen zu können. Und dieses Gefühl ist unbezahlbar schön.“ 5. Was denken Sie, wenn Sie die Bemerkung „keine Zeit“ hören? „Diese Bemerkung macht mich nur noch neugieriger auf die Frage nach dem „Warum“. Ein Pauschalurteil „keine Zeit“ lasse ich nicht gelten. Es ist mir zu oberflächlich. Für mich ist entscheidend, weshalb jemand keine Zeit für etwas hat. Ich mag es nicht, wenn unreflektiertes Handeln im Vordergrund steht. Jede Entscheidung des Tages bedarf eines Austarierens nach dem „Dafür“ und „Dagegen“. Nur so entsteht Glaubwürdigkeit. Und Glaubwürdigkeit ist gerade für einen Politiker ein enorm wichtiges Pfund, mit dem man nicht geizen sollte.“ 6. Wie sehen Sie den Zusammenhang zwischen Leben und Arbeit? „Ich sehe in diesem Begriffspaar in erster Linie keinen Widerspruch. Mein Lebensmotto lautet ja nicht umsonst „Leben und leben lassen“. Und ich kenne keinen besseren Ort als Bayern, auf den dieses Motto zutrifft. Im Freistaat arbeiten, heißt dort arbeiten, wo andere Urlaub machen. Bei uns in Bayern gilt der Grundsatz: Viel von anderen lernen, aber nicht den anderen alles nachmachen. Vielleicht ist es Bayern deshalb gelungen, immer auf der Höhe der Zeit zu sein und trotzdem stets die unverwechselbare eigene Identität zu bewahren. 7. Wenn Zeit käuflich wäre… „... dann müsste der Preis dafür, seine Zeit in Bayern verbringen zu dürfen, enorm hoch bemessen sein. Diesen Satz möchte ich jedoch nicht als Arroganz verstanden wissen, sondern als Wertschätzung dafür, dass der Freistaat eines der schönsten Fleckchen Erde ist, die uns der Herrgott geschenkt hat. Für die Erkundung Bayerns sollte man sich deshalb wahrlich viel Zeit nehmen.“ 8. Die Physik definiert Arbeit als Kraft mal Weg. Was überwiegt bei Ihnen: Die Kraft oder der Weg? „Ich möchte es einmal so ausdrücken: Für mich stehen die aktiven Gestaltungsmöglichkeiten, die sich mir bei der Bewältigung meiner politischen Arbeit auftun, im Mittelpunkt. Nur wer dabei kraftvoll und stets mit Blick für das Wesentliche in die Pedale tritt, kann auch etwas für die Menschen erreichen. Insofern halte ich es mit Konfuzius, der in den permanent vor uns stehenden Wegstrecken die eigentliche Lebensherausforderung sieht. Ich nehme diese Strecken als meine ganz persönliche Herausforderung als Politiker an und versuche dabei, möglichst viele Menschen mitzunehmen.“ Horst Seehofer, Bayerischer Ministerpräsident 2 3

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