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Ausgabe 3/2009:

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ZEITARBEIT MIT

ZEITARBEIT MIT „RUNDUM-SORGLOS-PAKET“ reportage Arbeitsschuhe, Latzhose, T-Shirt und Handwerkskasten: Die Zeitarbeitnehmer der „Piening GmbH“ bekommen nicht nur die Ausstattung gestellt. Die Zweigstelle in Berlin liefert seinen Angestellten auch sonst das Rundum-Sorglos-Paket. Anfahrten, Verträge, oder Arbeitsschutzbestimmungen, die Piening-Crew betreut die Mitarbeiter fast rund um die Uhr erfuhr die Leiterin des neuen Berliner iGZ-Hauptstadtbüros Andrea Resigkeit bei ihrem Praktikum. „Hier muss ich mich um nichts kümmern“, der 52-jährige Elektriker sieht nicht aus, als wäre er schon fürs Abstellgleis vorgesehen. Braungebrannt, Muskel bepackt, sitzt er in der Kurfürstenstraße um seinen Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Es ist Mittwoch, bereits am Montag soll er auf Montage. Den Papierkram geht er schnell durch. Bereits acht Jahre war er zuvor Zeitarbeiter, dann kam eine Festanstellung. Warum jetzt wieder Zeitarbeit? „Meine anderen Arbeitgeber sind oft in die Insolvenz gegangen und wir Mitarbeiter standen auf der Straße, hier weiß ich, dass ich Arbeit habe“, sagt er und greift beherzt zum Kugelschreiber. Währenddessen bucht der Disponent die Pension, organisiert die Hinfahrt zur Baustelle und klärt den neuen Angestellten über seine Rechte auf. „Ja, die Arbeitsschutzbedingungen einhalten“, wird verlangt, „auch wenn die Bauaufsicht Druck macht“. Eine Untersuchung der „DEKRA Arbeit Gruppe“ im Sommer unter 1000 eigenen Zeitarbeitnehmern zwischen 16 und 65 Jahren ergab, dass 90 Prozent der Zeitarbeitnehmer mit ihrer Beschäftigung zufrieden sind. Fast 50 Prozent der befragten Mitarbeiter gaben dieses Kriterium noch vor Vermittlungschancen, Weiter- bildungsmöglichkeiten und Berufserfahrung als positives Merkmal ihrer Anstellung als Zeitarbeitnehmer an. In Deutschland spielt Personaldienstleistung eine immer wichtigere Rolle, weiß auch Uwe Schüler. Der Niederlassungsleiter des Piening-Personalunternehmens ist ein alter Hase. Seit 1979 besteht das Unternehmen und kann heute auf mehr als 35 Niederlassungen zurückgreifen. „Hier sind 60 Jahre Piening-Erfahrung versammelt“, sagt Schüler mit Blick auf seine sieben Mitarbeiter in der Kurfürstenstraße. Fast rund um die Uhr klingelt das Telefon. Bewerber, Kunden – auch die, die sich beschweren wollen, weil ein Mitarbeiter nicht zur Frühschicht aufgetaucht ist. „Eine hohe Schlagzahl“ herrscht hier im ersten Stock, immer wieder wandert der Blick zum schwarzen Brett, dem Einsatzplan für die Mitarbeiter – der Schaltzentrale des Zeitarbeitsbetriebs. Rote, blaue und grüne Kärtchen bestimmen das Bild, manchmal ragt ein weißer Notizzettel mit Namen raus. „Ein besseres System haben wir noch nicht gefunden“, sagt Schüler und schaut stirnrunzelnd wieder auf den Einsatzplan: „Der Kunde wartet nicht, wenn wir sagen, wir können im Moment keinen geeigneten Arbeitnehmer schicken. Deshalb brauchen wir einen gewissen Bewerberpool“. 90 Prozent kommen auf Einladung, rufen auf Anzeigen an, oder werden vom Arbeitsamt oder Arbeitsvermittler geschickt. Fünf bis zehn Bewerbungsgespräche schaffen die Disponenten pro Tag. Mitbringen müssen alle das gleiche: Tabellarischer Lebenslauf, Ausweis und je nach Einsatzort Gesundheitszeugnis oder Staplerführerschein. Viele industrielle Arbeitsplätze sind in den letzten Jahren in Berlin weggefallen, Produktionen wurden ins Umland, oft bis nach Polen ausgelagert. Die wenigen Anbieter sind hart umkämpft. Dennoch fällt es auch im Helferbereich oft schwer, geeignete Kandidaten zu finden. Der junge Musiker, der mindestens zweimal in der Woche ab siebzehn Uhr proben will, hat schlechte Karten. „Im Schichtbetrieb ist das nicht möglich“, sagt Schüler. Oder die junge Frau, die schon bei mehreren Zeitarbeitsfirmen war, aber dem Produktionsablauf nicht folgen konnte. Auch an den Zeitarbeitsfirmen ist die Krise nicht spurlos vorüber gegangen. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf das Preisgefüge. Der iGZ-Tarifvertrag mit den DGB-Gewerkschaften sieht eine 35-Stundenwoche vor. Durch die 40-Stundenwoche bei den Entleihbetrieben entstehen häufig Zuschläge. „Was wir von dem Kunden bekommen, geben wir an die Mitarbeiter weiter!“, sagt Schüler. Ursache für die große Zufriedenheit scheint, so fand DEKRA heraus, – mit rund 48 Prozent – vor allem das gesicherte Einkommen zu sein. Eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr von knapp 10 Prozent, was nicht zuletzt an den momentan schwierigen Arbeitsmarktbedingungen liegen dürfte. Ein Drittel der Befragten betrachten Zeitarbeit zwar nur als Übergangslösung (32 Prozent) – aber für viele bedeutet sie weit mehr. 40 Prozent der Studienteilnehmer schafften mit Hilfe der Personaldienstleistung den Wiedereinstieg nach Erwerbslosigkeit oder einer längeren beruflichen Auszeit. Auch der Reisekaufmann erhofft sich ein Anknüpfen an seine Arbeitswelt in Berlin. Nach langer Selbstständigkeit war er ein Jahr in Laos und bewirbt sich jetzt für eine Helfertätigkeit, zwar unter seinem Stand, „aber ich möchte was mit meinen Händen machen“. Die Zuschläge und die beidseitige Vertragsbindung an den Kunden und den Arbeitnehmer sorgen für einen großen administrativen Aufwand. Die Zahlenkolonnen auf den Abrechnungsausdrucken sind ellenlang. Jeder Mitarbeiter muss einen Stundenzettel ausfüllen und an die Piening GmbH schicken. Die Arbeitsplatzsituation beim Entleihbetrieb vor Ort wird von rund 34 Prozent als gut und sogar von 41 Prozent als sehr gut bewertet. Auch die Erwartungshaltung vor Beginn der Anstellung wurde bei über 90 Prozent der Befragten erfüllt. Hilfreich, so Niederlassungsleiter Schüler, für die Zukunft der Zeitarbeit und besonders für Berlin sei eine weitere Segmentöffnung. „Wenn wir auch im Bauhauptgewerbe entleihen dürften, wäre dies ein großer Schritt für uns.“ ANZEIGE Andere sagen – wir tun! 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